Ein italienischer Augenzeuge eines holländischen Balletts*) Von Henk Th. van Veen (Florenz) Als im Winter 1667/68 Cosimo de' Medici, Prinz der Toskana, zum ersten Male die Niederlande durchwanderte, befand sich in seinem Gefolge Andrea Moniglia. Dieser florentinische Arzt verfaßte einen heute im Staatsarchiv von Florenz aufbewahrten, gereimten Bericht von jener Reise 1 ). Während der Vorbereitung seines Buches über die niederländischen Reisen Cosimo's wußte Hoogewerff zwar von der Existenz dieses Werkes, aber es gelang ihm nicht, es ausfindig zu machen. Dieses Manko kümmerte ihn jedoch nur wenig. Ein anderes Werk Moniglia's, in das er wohl einen Blick geworfen hatte, stillte sein Verlangen nach weiteren Schriften dieses Autors: „man braucht es nicht sehr zu bedauern, dass sein Epos über die holländische Reise sich als unauffindbar erwiesen hat" 2 ). Mittlerweile ist das Epos wieder aufgefunden worden und es muß gesagt werden, daß Hoogewerff in gewissem Sinne Recht bekommt: der Eigendünkel und die Kurzsichtigkeit des reimenden Chronisten sind geradezu abweisend. Nur in den Fällen wo Moniglia entweder einen Augenblick von seinem Kartenspiel aufschaut oder sich eine Weile löst vom abgestandenen Scherz seiner Gefährten, bekommt seine Arbeit faktisch den Charakter einer Reiseimpression. Dennoch wäre es zu bedauern gewesen, wenn das Gedicht für immer verloren gegangen wäre, weil es einige willkommene Ergänzungen zu dem offiziellen Bericht der Reise Cosimo's, verfaßt von Filippo Corsini, und zu dem von Cosimo *) Ich danke dem Staatsarchiv von Florenz und Herrn D. J . Jansen zu Leiden, der mich auf die Literatur über das ,Ballet de la Paix' aufmerksam machte, sowie Herrn T. Grunert zu Florenz für die Hilfe bei der Ubersetzung. 1) Mediceo v. 6385: Viaggio a Innsbruck, Magonza, Amsterdam, Bruxelles, Amburgo, scritto in sette capitoli dal dottore Andrea Moniglia, suo medico. 1667 — 1668. Das Werk wurde in Terzinen geschrieben. 2) De twee Reizen van Cosimo de' Medici, Prins van Toskane, door de Nederlanden (1667— 1669). Uitgegeven door Dr. G . J . H o o g e w e r f f voor het Historisch Genootschap. 2 delen, Amsterdam 1919. S. LVIII. Die gemeinte Arbeit ist ein im Jahre 1661 zu Florenz herausgegebenes Drama, aufgeführt anläßlich des Hochzeitsfestes Cosimos, betitelt .Ercole in Tebe, festa teatrale'. Hoogewerff schreibt, daß „der schon ergraute Arzt bei dieser Gelegenheit pompös und eingebildet war". Nachdem ich meinen Aufsatz bereits fertig gestellt hatte, fand ich nachträglich einen in der Rivista delle Biblioteche e degli Archivi, Nr. 3 — 5, Jg. XXIII, Bd. XXIII, 1912, erschienenen Artikel von E. Benvenuti mit dem Titel ,Insieme con Giovanni Moniglia da Firenze a Bologna, Trento, Innsbruck, Magonza, Amsterdam, Amburgo, Olmütz nel 1667'. Benvenuti schildert allerlei biographische Einzelheiten von Moniglia und veröffentlicht außerdem verschiedene Auszüge des von Hoogewerff vergeblich gesuchten Gedichtes. Dabei berücksichtigt er im übrigen Moniglias im folgenden ausgeführte Beschreibung des Balletts in keiner Weise. Benvenuti bezieht sich auf eine Handschrift, die nach wie vor in der Biblioteca Nazionale Centrale von Florenz aufbewahrt wird, katalogisiert unter der Signatur Palatino 804. Er war davon überzeugt, daß es sich um das handschriftliche Original handelte; im Katalog der Biblioteca Nazionale wird der Kodex jedoch als ,,esemplare apografo" ausgewiesen. Bei einem Vergleich mit der im Staatsarchiv aufbewahrten Handschrift, die von mir benutzt wurde, deutet alles darauf hin, daß die letztere als handschriftliches Original zu betrachten ist. Unauthenticated Download Date | 4/24/16 9:43 AM 124 Henk Th. van Veen Prie, Schatzmeister des Prinzen, geführten Tagebuch enthält. Die wichtigste dieser Ergänzungen bildet wohl Moniglia's ausführliche Beschreibung 3 ) des ihm Jahre 1668 zu Den Haag ausgeführten Balletts, in dem der zukünftige Statthalter Willem III eine außerordentlich wichtige Rolle gespielt hat 4 '. Es gab bis heute zwei verschiedene Quellen, die uns bezüglich dieses Schauspiels in irgendeiner Form Auskunft erteilen konnten, nämlich die sehr kurzgefaßten Augenzeugenberichte der beiden obenerwähnten Italiener, und das die Auffuhrung des Balletts begleitende Livret5K Da diese letzte Quelle nur das „argument ou sujet du Ballet" betrifft und die Berichte Corsini's und Prie's sich nahezu aufdas „Grand Ballet"beschränken mit dem das Schauspiel abschloß, fehlten uns bisher genauere Angaben über die im Spiel benutzte Bühnenausstattung, Musik, über Tanzfiguren und Kostüme. Gerade aber solche Sachen werden von Moniglia beachtet, weshalb seine Beschreibung unsere Aufmerksamkeit verdient. Die Annahme, daß die Bühnenaustattung sehr einfach gewesen sei, wird in einigen Strophen Moniglia's bestätigt, obschon die „Prospettive", wie primitiv sie auch gewesen sein mögen, vermuten lassen, daß die Dekoration nicht nur aus Tapeten bestanden hätte 6 ). (7 — 12) Auf Grund anderer, dem ,Ballet de la Paix' analoger allegorischer Entrees versuchte Hans Uitman die Erscheinung der Götter und der Personifikationen zu rekonstruieren 7 ). Im folgenden wird zunächst seine Rekonstruktion an der Beschreibung Moniglia's geprüft. Der Prinz von Oranien hält, wie Mercurius, in der rechten Hand einen Zepter und war, was Uitman nicht wissen konnte, in einen zeruleumblauen, mit Edelsteinen verbrämten Mantel gehüllt (47 — 48). Anders als Uitman vermutete, trug Apollo einen goldenen Pfeilköcher und „di raggi ardente/Era il suo Crespo crine, e nella mano/Pompa del Pegasio Cetra Lucente" (70 — 72). Die zwei holländischen und die zwei englischen Soldaten, die am Anfang des Balletts den Kampf miteinander aufnahmen, waren mit Schwert und Lanze ausgerüstet (37 — 39). Die nach dem Auftreten Neptuns auf die Bühne kommenden „Fischer", — von Moniglia zweifellos wegen des ihnen vom Livret in den Mund gelegten Textes „aux dames", „zerbinotti di gala" genannt — , trugen „camiciole rosse" (94, 102) 8 ). Der irrende Ritter trug einen Helm mit offenem Visier, war 3) Mediceo v. 6385, c. 61 - c. 67. 4) Siehe: zum Ballett: H. U i t m a n , Ein Holländisches Hofballet, in: Maske und Kothurn, 11. Jg. (1965). S. 156 - 163. 5) Das Livret ist abgedruckt bei M. P a q u o t , Une fete politique k la francaise en 1668 chez le Prince d'Orange, Revue Beige de Philologie et d'Histoire, 15, 1926. S. 29ff. Die zwei Augenzeugenberichte stehen in H o o g e w e r f f (zit. Anm. 2), I., S. 132. Weder Corsini noch Pri£ erwähnen, wie die Reisegesellschaft in Erwartung des großen Festes die Zeit verbrachte. Moniglia hingegen beschreibt diesen „Zeitvertreib" ausführlich: „E mentre che da noi si fa soggiomo/E ch' arrivi di cuor viene aspettato/Di festa tanto vaga il caro giomo,/Ci fu per passatempo preparato/Scherzo gentil dinanzi a casa apunto/Nel mezzo a verde, ed eminente prato". (Mediceo v. 6385, c. 61). Das „scherzo" beinhaltet, daß auf einem offenen Feld vor dem Gasthof, wo die Italiener wohnten, einige Verbrecher gegeißelt und gebrandmarkt wurden. 6) Die Nummern zwischen den Klammern beziehen sich auf die Zeilen des Gedichtes. Siehe: U i t m a n (zit. Anm. 4), S. 157f. 7) Ebenda, S. 160. 8) P a q u o t (zit. Anm. 5), S. 36. Unauthenticated Download Date | 4/24/16 9:43 AM Ein italienischer Augenzeuge eines holländischen Balletts 125 von Kopf bis Fuß geharnischt und mit Schwert und Schild versehen (127 — 129). Der Arzt hatte die von Uitman ausgewiesene Toga an und trug ferner noch Bücher bei sich (144). Die Bäuerin, vom Prinzen dargestellt, tanzte „col busto aperto e con le trecce prese,/con la sottana corta, e scarpa snella/Come dall' Anno suol nel piü bei mese/In Nort Ollandia uscir la Villanella/Su Ί prato al ballo . . ." (193 — 197). Wegen ihrer Kostüme erinnerten die vier Kaufleute Moniglia stark an Genuesen (214 — 215). In der Beschreibung Moniglia's wird auch hier und dort etwas über die Musik mitgeteilt. Das Triumphlied des Friedens wurde nur von der Laute begleitet , (50), und sodann gefolgt von einem „strepito militare di piü strumenti" (60). Pan und seine Satyre führten ihren Auftritt nach der Melodie der Schalmei und des Dudelsacks auf (106). Vielleicht gibt die Beschreibung am besten einen Einblick in den Ausdruck und in die Bewegung der Spieler. Dieser so wichtige und doch im Livret nahezu fehlende'Aspekt9) des Balletts wird in dem Gedicht Moniglias fortwährend und nachdrücklich beachtet: ζ. B. in der Beschreibung des Gesichtsausdruckes der „Discordia" (26 — 27); der Bocksprünge Pans und seines Gefolges (103 — 108); des Gefühlsausdrucks des irrenden Ritters (134 — 141); der merkwürdigen Tanzfiguren der „zerbinotti di gala" (94 — 102); der trunkenen Schweizer (von Moniglia außerordentlicherweise „svezzesi" genannt) (238 — 251). In dieser kurzgefaßten Einfuhrung habe ich nur erwähnen wollen, welche Kenntnislücken es vom ,Ballet de la Paix' gibt, und wie das Gedicht Moniglias hierbei vielleicht Abhilfe schaffen könnte. Es steht mir jedoch nicht zu, zu sagen, ob, und wenn ja, welche der einzelnen Angaben des Werkes von spezifischen Wichtigkeit für die Theaterwissenschaft sind. Solch eine Beurteilung überlasse ich gern den Spezialisten. Der folgende Text Moniglias wird vollständig abgedruckt, mit Ausnahme zweier Passagen, die mit dem Ballett als solchem nichts zu schaffen haben. Die erste enthält eine Litanei voller Klischees über den Niedergang des Medizinstudiums, die dem Arzt Moniglia durch den Spott, der mit der Medizin auf der Bühne getrieben wird, entlockt wurde. Die zweite Passage ergeht sich in Schimpftiraden gegen Genueser Kaufleute, die einen Anflug von Antisemitismus beinhalten. 1 5 Ma giä l'ora έ del ballo, e a furia corre La gente, e perchfe spesso co'i lancioni Si suol la guardia ä chi va dentro oppone, Noi v'andammo guidati dal Ferroni 10 ), Ε giunti con estrema gentilezza Assegnati ci furo i luoghi buoni. Non aveva la stanza in se vaghezza All'uso de'Teatri Italiani, Ne le scene volgean' con gran prestezza. 9) U i t m a n (zit. Anm. 4), S. 163. 10) Der florentinische Kaufman und Bankier Francesco Ferroni war Agent und Informant der Medici in Amsterdam. Während des Aufenthaltes Cosimos in den Niederlanden trat Ferroni wie sein Gastgeber und Begleiter auf. Siehe: H o o g e w e r f f (zit. Anm. 2), I, XXV. Unauthenticated Download Date | 4/24/16 9:43 AM Henk Th. van Veen 126 10 c. 62 15 20 25 30 35 40 45 Le prospettive non mostrar lontani Ε giardini, e Palazzi, e porti, e mari, Gallerie, Boschi, fiumi, monti, e piani. Stavan vedendo Ii tutti alla pari, Femine, e maschi in dolce compagnia; Deh tal mescuglio il mondo tutto impari! Non averiano i grandi carestia Di sudditi, e quale fe Francia, ed Olanda Sarebbe certo ogn'altra monarchia. Ma la tenda interposta omai si manda Al aria, e tace qik la turba intenta, Ed' esce fuori della sinistra banda Monsieur de Matenesse; rappresenta Bellona Dea dell'Armi, e in ogni geSto Mentre esprima furor fulmini awenta; 1 1 ) Balla con agil pie dopo di questo Le sieur du Hä, che la discordia finge Portando atro livor su Ί ciglio mesto 1 2 ). L'Inghilterra, e l'Olanda insieme stringe Forte alleanza, et a depor lo sdegno D'equal tenor necessitä Ii astringe. Monsieur de la Lee veste del Regno Anglico la figura, e del Olanda Chiaro dispiega Valckenbourg il segno 1 3 ). Con impeto maggior dell' altra banda Ritorna la discordia, e si bei nodo Alle sue furie lacerar' comanda 1 4 ). Con ballo intanto di moresca a modo Due soldati d'Olanda, e due Inglesi Con spada, ed' asta si picciaron' sodo; Vestivan tutti militari arnesi, Ε finita la zuffa per la mano Stretti giurar' di sfe patti cortesi 1 5 ). Indi per emular' nume sovrano Ii principe d'Orange esce fastoso Dali' angol del prospetto piu lontano, Avea del Dio facondo il glorioso Scettro alla destra, ed' il ceruleo manto 11) Livret: I. Entree. Monsieur de Matenesse Representant Beilonne. 12) Livret: II. Entrie. Le Sieur du Ha Representant la discorde. 13) Livret: III. En trie. Pour Messieurs de la Lee et Valckenbourg Repräsentant l'Angleterre et la Hollande. 14) Livret: IUI. Entrie. Le Sieur du Ha Representant la Discorde et Monsieur d'Overkercke e le Sieur Hoctin, 2 Furies. 15) Livret: V. Entrie. Pour Messieurs de Voorschoten, Ruven, Steeland et Lier, Representant 2 Anglois et 2 Hollandais brouillez et pres a combattre. Unauthenticated Download Date | 4/24/16 9:43 AM Ein italienischer Augenzeuge eines holländischen Balletts 50 55 60 c. 63 65 70 75 80 85 16) 17) 18) 19) 127 Spiegb ricco di gemme, e luminoso 1 6 ). Dopo al ballo di lui comparve intanto La pace, e passeggiando in su Ί liuto Sciolse bizarra armonioso canto, Ε dato agli ascoltanti un bei saluto Disse, che nell'Olanda, ed' Inghilterra Era di gioia il termine venuto 17 ). Gl' uni e gl' altri lodö non meno in terra Ch' in acqua formidabili e prudenti Monarchi in pace, e fulmini di guerra, Rompea talor' del canto i grati accenti A guisa giusto d'un intercalare Strepito militar' di pih strumenti; Ed' in giorno si caro k festeggiare Uomini, ninfe, e deitk chiamava Deila Terra, del Ciel, de i Boschi, e mare; Ε Monsieur d'Obdam, che figurava La fama in propagando il nobil grido Con l'aurea tromba in man forte saltava 1 8 '. Dalla pih chiara sfera in sü quel lido Discese Apollo, e vi chiamb ridente Stuolo di ninfe a suoi bei lauri fido; Cingea faretra d'or: di raggi ardente Era il suo Crespo crine, e nella mano Pompa del Pegasio Cetra Lucente; Era il signor de Gent le fils, lontano Non fu coro di ninfe, e questi il piede Sciolse bizarramente a un ballo strano. D' intorno a Febo raggirar si vede Poscia rapido fugge, e 'n vari giri Con nuovi scherzi, ora si parte, or' riede19); Di poi, come da tremuli zaffiri Esca Nettuno, in maestade altera Par' che de gli altri numi al vanto aspiri, Ed' a Ragion l'alto dominio spera, Mentre sh l'acque, el'un, e l'altro regno Inespugnabil reso, al mondo impera. Ε questi ancora d'allegrezza in segno Assicurando eterna calma all'onde Arrise al lor pacifico disegno. Escono intanto dalle salse sponde Quattro Delfini e col guizzarli attorno Livret: VI. Entree. Le Prince d'Orange Repräsentant Mercure. Livret: VII. Entree. La Paix Representee par le Sieur Lauron, qui chante le recit. Livret: VIII. Entree. Pour Monsieur d'Obdam Repräsentant la Renommee. Livret: IX. Entree. Pour Monsieur de Gent le fils Repräsentant Apollon Chasseur; Monsieur de Zuylesteyn le Fils, e le Jeune du Ha, Reprisentans 2 Nymphes. Unauthenticated Download Date | 4/24/16 9:43 AM 128 Henk Th. van Veen 90 95 100 105 c. 64 110 115 120 125 Esprimevan bensi danze gioconde, Monsieur de Languevelt l'uno era, adorno Di Virtu; gli altri poi Riquet, la Fosse, Du Pont, de Raven, ch' in Haya fan soggiorno 2 °). Comparver' poi con camiciole rosse Quattro Pescatoracci, che ballando Or' in qua, or' in la correano in scosse, Ε figure stranissime formando Moveano a riso, in van modi, e gesti La ruvidezza lor bene imitando, Ii signor du Hä, e Hoctin agili, e presti, Monsieur de Wassenaer, e Warfuse Zerbinotti di gala erano questi 2 1 ). Comparve Pan, e con caprino pie' Servito da suoi satiri, diffuse Norme di gioja delle selve il Rfe, Ed' al suono di Pive, e Cornamuse In varie forme artificiose, strane Con salti, e giravolte il ballo chiuse. Monsieur de Lier rappresentava Pane, La Fosse, Du Pont i satiri; gentili Cavalieri, e di nascite sovrane 2 2 '. Monsieur d'Overkercke in vesti umili Col Principe d'Orange esce imitando In bella danza due borghese vili, Ed il ballo di questi accompagnando Altri, e tanti borghesi, fu un piacere 2 3 ' Ii ricordarci appunto il come, e Ί quando Anche in Toscana noi sogliam vedere Ο sia in Cittä su Ί Prato ο in Palazzuolo, Ο pur dell'Impruneta in su le fiere D'Artigiannelle numeroso stuolo, Per avere nelle feste alcun Recrio, Al ballo co' i lor' Dami andare a volo; Trastullo tal rappresentar' vidd' io Da quei gran personaggi, e fu per certo Con grazia, con destrezza, gala e brio. Col petto a botta, e l'elmo in testa aperto, Con scudo in braccio e lo spadone in mano, Ed il resto d'acciar tutto coperto 20) Livret: X. En trie. Monsieur de Languevelt repr^sentant Neptune. Monsieur de Ruven, et les Sieurs du Pont, Riquet et le Fosse, Tritons. 21) Livret·. XI. Entrie. Monsieur de Wassenaer et de Warfuse, et les Sieurs du Ha et Hoctin Repr^sentans 4 Pescheurs. 22) Livret: XII. Entrle. Monsieur de Lier, representant Pan, e les Sieurs du Pont et la Fosse 2 Satyres. 23) Livret: XIII. Entree. Le Prince d'Orange, et Monsieur d'Overkercke representans 2 Bergers e Messieurs de Ruven et de Zuylesteyn le fils 2 Berg^res. Unauthenticated Download Date | 4/24/16 9:43 AM Ein italienischer Augenzeuge eines holländischen Balletts 130 135 140 129 Mostrando posseder'valer' sovrano Colpi vibrando in qua e 'n la salante In scena giunse un personaggio strano; Di Don Chisciotte Cavaliere errante Esprimeva la forma al naturale Deila sua vaga Dulcinea amante: Monsieur de la Lee fu questi, e tale Vestissi de' costumi del suggetto, Che vivo figurb quell' uom' bestiale. Mostrava in un tra le bravure affetto Per quelle sue Regine, ora furore, Ora pace, ora affanni, ora diletto 24 ). Ritiratosi questo ecco ti fuore Due burattini, e un personaggio in terzo, Ch' a i libri, e Toga, rassembrö un dottore. (145 - 180) c. 65 185 190 195 200 Le Sieur du Hk di simil personaggio Esprimeva i costumi, e con i gesti L'opre faceva intendre, e'l linguaggio. Monsieur d'Obdam, e Hoctin attorno a questi Con van giochi, e salti d'Arlecchino Imitavan le smorfie agili e presti 25). Monsieur de Languevelt, e Drop, vicino A Loro scappar' fuori, co'l boccale In man mescendo l'uno al l'altro il vino; Finser' due garzoni d'Osti; alia bestiale Saltando come cotti, e in quel paese Far tal parte in comedia fe naturale 26 ). Col bust ο aperto e con le trecce prese, Con la sottana corta,fescarpa snella Come dall'Anno suol nel piu bei mese In Nort Ollandia uscir la Villanella Su'l prato al ballo, e co' suoi Dami allora Formar' danze festive, e lieta, e snella, Ii Principe d'Orange salta fuora Ε balla in guisa tal, che tra le vili Spoglie l'Anime grandi anco innamora; Bench' al vivo imitando i bassi stili Di rustica Donzella, ah pur' traluce Ii fasto sou tra quelle danze umili 27 ). 24) Livret: XIIII. En trie. Monsieur de la Lee Repräsentant un Chevalier errant. 25) Livret: XV. Entrie. Monsieur d'Obdam et le sieur Hoctin Representans 2 Harlequins. Livret: XVI. En trie. Le Sieur du Ha, reprisentant an Docteur ou Charlatan, et Monsieur d'Obdam et le Sieur Hoctin 2 Harlequins. 26) Livret: XVII. Entree. Messieurs de Languevelt et Dorp, representans 2 Garcons de Cabaret. 27) Livret: XVIII. Entrie. Pour le Prince d'Orange, et Monsieur de Zuylestein le Fils, representants 2 Paysannes, et Messieurs de Matenesse et Valckenbouig 2 Paysans de Nort-Hollande. Unauthenticated Download Date | 4/24/16 9:43 AM 130 Henk Th. van Veen 205 210 215 Come quando dall' Alba si conduce U sol nascente dal bei Gange fuori, Che tra nuvoli awolto alza sua Luce Monsieur d'Overkercke indi vien' fuori, Ε quel de Gent le fils in bei sembiante Di Dama, che esprimean grazie, ed amori 2 8 ); Le sieur du Pont, la fosse in un istante Ε Riquet, ed Hoctin usciro in danza Con Abito assai Lindo di mercante, Eran vestiti giusto a quell' usanza Che vedonsi in Italia i Genovesi Con gesti di sussiego, e di baldanza 2 9 '; (216 - 228) c. 66 230 235 240 245 250 c. 67 Di poi monsieur d'Obdam con bruno viso Finge di Egitto un Capitan festoso Con vaga foggia in abito diviso, Mostra seco condur' dall' Arenoso Grembo del Nilo all' Oceano in Riva Di Donzelle gentil Coro amoroso. Queste cintesi il crin di verde Olivia, Alludendo alia Pace in vaghi giri Sepper' ben imitar' danza festiva 3 0 '. Ma perche nel piu serio si respiri Monsieur de Lee, e du Ha con strana foggia Voller' che allegro ballo ivi s' ammiri: Fingonsi due svezzesi, all' un s'appoggia L'altro, e tremando barcolonni, insegna Che gran copia di vino in zucca alloggia. Giocano di labarda, or l'un s'impegna A ferir' l'altro, e l'altro il colpo schiva, Ε in nuove forme ricolpir' s'ingegna. Esprime l'un cadendo che lo priva Ii vin dal tirar giusto alla misura, L'altro inciampando al segno non arriva. Ma ben anco in formar sconcia figura L'Artifizio si vede, e in giocar d'Armi Come pur nel ballar' somma lindura 3 1 '. Cala tosto la tenda, e gik privarmi Vedomi dalla Festa, ma dal grato 28) Livret: XIX. Entree. Messieurs d'Overkercke, et de Gent le Fils, Representans 2 Balladins. 29) Livret: XX. Entree. Monsieur de Languevelt, Dorp, Lier et Du Ha le jeune, representans 4 marchands. Es ist offensichtlich, daß Moniglia sich hier irrt. Die von ihm genannten Spieler traten erst im folgenden Entrde auf und zwar wie „Ägypter". 30) Livret: XXI. Entrle. Monsieur d'Obdam, repr&entant un Capitaine d'Egyptiens et les Sieurs du Pont, La Fosse, Riquet et Hoctin, 2 Egyptiens et 2 Egyptiennes. 31) Livret: XXII. Entree. Monsieur de la Lee, et le Sieur du Ha, reprisentans 2 Suisses. Unauthenticated Download Date | 4/24/16 9:43 AM Ein italienischer Augenzeuge eines holländischen Balletts 255 Armonioso suon sento alettarmi. Osservo andar dall'uno all'altro lato Principi, e Cavalieri, allor' diss'io Forse non fe Ί gran ballo terminato? Faceano alcune Dame un cicalio 260 Pib del solito Loro, e con hello modo Andavansi pian pian mettendo in brio; Attento il guardo giro, e stommi sodo, Ε nel conoscer' poi, che si prepari Qualch' altra festa sommamente godo. 265 S'alze la tenda, e luminosi, e chiari Di gemme, e d'oro il guardo mi feriro Abiti suontosi, e singulari Di questi riccamente si vestiro Dodici cavalieri, fe 'n nobil atto 270 Di bella Danza avean formato un giro; Et terminato il ballo, ecco in un tratto Scendon' dal Palco, e ciaschedun per mano Prender la Dama sua vedesi ratto; Seco in scena sormonta, e con sovrano 275 Stil di danza Reale in lieto aspetto Ballano or' alto, or' basso, or' forte, or' piano. Crescevasi tra Ί popolo il diletto Dal veder' come s'esprimea da loro Con original modestia il proprio affetto. 280 Erano i manti tempestati d'oro, Ε di variate piume il brio volante In fra lo scherzo la crescea decoro. Ballarono in pib forme, ora distante L'una dall' altra, or' l'altra all' una accanto 285 Regolate dal suon movean le piante. A paragon si vivo ottenne intanto Il Principe d Oranges, e Colei Che merito Ί suo amore, il primo vanto. Lodare questa Coppia io doverei 290 Alzandomi alle cime d' Ippocrene Fregiar' de' Loro encomi i versi miei, Ma dell' istoria in cognizion si viene Co'l dir' che sono in Libert^ Olandese Giovanni belli, e che si voglion bene. Unauthenticated Download Date | 4/24/16 9:43 AM 131 132 Henk Th. van Veen Nach Fertigstellung des vorausgehenden Artikels stieß ich zufällig auf einen in der Biblioteca Riccardiana in Florenz aufbewahrten handschriftlichen Bericht, der Hoogewerff nicht bekannt war. Diese zweiteilige, in Leder gebundene Handschrift hat den Titel .Memorie dell' Occorenze del Viaggio intrapreso, dal Serenissimo Principe Cosimo per Alemagna, et Olanda del 1667'; ihr Autor war der Sekretär des Prinzen, Apollonio Bassetti 1 ). Dieser Bericht ist sehr ausfuhrlich und enthält in vielfacher Hinsicht wertvolle Ergänzungen zu den bereits bekannten Reisetagebüchern. Im Zusammenhang mit dem Fest am Hofe richtet Bassetti sein Augenmerk weniger auf die Handlung selbst, als vielmehr auf Rahmen, Atmosphäre und Entourage der Ballettaufführung 2 ). Dank dieser Sehweise beinhaltet Bassettis Bericht Informationen über Dinge, die bei Moniglia entweder sehr kurzgefaßt sind, oder überhaupt nicht angesprochen werden. Während bei Moniglia lediglich darauf hingewiesen wird, daß die Bühnenausstattung wenig aufwendig war, weißt Bassetti explizit darauf hin, daß die Bühne ausschließlich mit Teppichen ausgestattet war, worin die diesbezügliche Vermutung von Uitman 3 ' Bestätigung findet. Ferner gibt Bassetti auf Fragen Auskunft, die bei Moniglia unbeantwortet bleiben, wie beispielsweise die Beziehung zwischen geschriebenem Text (Libretto) und gesprochenem bzw. gesungenem Text, den zeitlichen Ablauf der verschiedenen aufeinander folgenden Abschnitte desFestes.dasVersorgenderGästemitErfrischungen, dem gegenseitigen Austausch von Höflichkeiten zwischen Willem und Cosimo etc. Es bestehen mit anderen Worten Gründe genug, um an dieser Stelle Bassettis lebendige Beschreibung folgen zu lassen. A. Bassetti, Memorie dell' Occorenze del Viaggio intrapreso dal Serenissimo Principe Cosimo per Alemagnia et Olanda del 1667. Vol. II, c. 110—111. fu dato in somma principio alia festa, sopra una scena parata diarazzi,e riccadilumiere, nulla essendovi di considerabile per l'ornamento e disposizione delTeatro, tutto consi(s)tendo nelle operazioni ed abbigliamenti delli operanti: quali cominciorno ad uscire in diverse figure, e balletti secondo che mostra il libretto stampato in francese, ma con questa differenza che le poesie ne poste quivi in bocca a ciascun personaggio, non furono da essi recitate, ma tutte le figure fecero mute la loro parte, in curiose et artifiziosissime guise di balli tutti altri alia francese, dove ροίέ conoscersi la bravura e destrezza dei cavalieri alcuni de' quali si maneggiarono con tutta finezza comparvero in abiti benissimo . . .* e ricchi; et fra i balletti gravi ne mescolorno altri ridicolosi in persona di soggetti di vil condizione all'uso di varii paesi. (tirata la tenda, scesero due ballerini vestiti a dispensar i libretti e ne servirono pure a S. A.**) Ii Principe, quantunque sempre coperto con la maschera come 1) Ich habe die Absicht, anderen Orts ausführlicher auf diese Handschrift zurückzukommen. Hoogewerff kannte nur die Berichte, die Bassetti von seiner Reise nach Florenz schickte und hat diese im ersten Teil seiner .Reizen' abgedruckt (S. 159 ff.). Über Bassetti vgl. Η ο ο gew e r f f , op. cit., s. LIII; R. Cantagalli, „Apollonio Bassetti". In: Dizionario Biografico degli Italiani, Bd. 7 Roma 1965. s. 117f.; 2) In seinem sechsten Reisebericht (vgl. Hoogewerff, op. cit., s. 196f.) gibt Bassetti eine sehr kurzgefaßte Beschreibung des Festes wieder. 3) Vgl. Fußnote 6 des vorausgehenden Artikels. *) unleserliches Wort **) eigenhändige Hinzufügung Unauthenticated Download Date | 4/24/16 9:43 AM Ein italienischer Augenzeuge eines holländischen Balletts 133 tutti gli altri in ciascun de' suoi balli si fece conoscere alia grazia, che έ in lui maravigliosa, essendo tutto il suo genio per simili esercizii. l'Arie furon tutti nobili, e rare, con buon concerto di viole, fra le quali perö si udi spesso dissonanza: alcune ne fecero concertate co'i soprani di Flauto, che havevano rarissimo effetto. Una sola canzone in francese fu recitata da un di quei signori su la tiorba, con delicatissima tenerezza, e grazia. Fra l'una e l'altra uscita, bisognava soffrir scena vota per aspettar che Ii operanti si mettessero all* ordine, il che non fa buon effetto per gli uditori. Alle 5 ore furone terminati i balletti in maschera, et sopra un'ora vi volle per dar tempo che i ballerini si rimettessero all'ordine per il gran balletto; e per che riuscisse meno tedioso l'aspettare all'uditorio messero in palco un mascherato a far una ciaccona con le castagnette alia spagnuola, portata da esso con grazia e lindura estrema; poi fecero da una donna canterina cantar sotto la tenda una arietta italiana su la tiorba, poi un'altra a tre voci su'l Cimbalo, ma tutto fu poco rispetto alio spazio, che convenne aspettare, nel qual tempo S. A. usci dal suo luogo, e si porto nella Cortia a confabular con le Dame, e co'i Cavalieri che erano seco in discorsi galanti dove il S. de Witt con molto garbo e rispetto verso S. A. ebbe sempre a far la grande parte. In tanto con poco ordine, e per mano delli staffieri del Principe uscivano di sotto il palco rinfreschi di sorbetto dispensato in bicchieri da birra a tutte le dame, e poi vin di spagna mesciuto a vista di tutti nel bicchiere a chiunque voleva bere, con poca pulizia. Doppo le 6 ore 1/2 che i Ballerini furono all'ordine fatto cenno S. A. ritornö con gli altri alia sua posta, et apertasi la tenda si veddero i 56 cavalieri tutti in abiti di sfoggio a divisa de'colori piu sfacciati, con fusti, maniche, e girelli tutti ricamati riccamente d'argento, e leggiadrissimamente vestiti in dosso di ciascuno, che a calza intera, con borzacchini lindissimi e testiera di penne guarnitadigioie componevano una figura maravigliosa; usciti cosi dalle aperture delli arazzi con ordine su'l palco fecero un ballo buono figurato e grave alia francese assai galante, quale finito il S. Principe fu il primo a cavarsi la maschera, sequito da tutti gli altri, e fece in quell'atto una cortesissima riverenza a S. A. che Ii corrispose adequatamente: poi scesero tutti nella Corsia, e presa ciascuno per mano la sua dama delle 56 abbagliate per taleeffetto, marchiando il Principe avanti con la . . . * * * di cui vive preso fortemente che έ Mademoisella di Warfus^e. Le condussero su'l palco ove tutti insieme descritto un gran cerchio e movendolo in giro, diedero principio al gran balletto con una bellissima danza in cui ciascuna Dama venne singolarmente a ballar con tutti cavalieri, e ciascun cavaliere con tutte le dame; finito questo, furon attorniate tutte le scene di sgabelletti, dove si assisero li operanti in pomposissima comparsa, una Dama, et un cavaliero, e come se facessero veglia traloro soli, intrapresero a ballare secondo il costume de'festini, Gagliarde, Correnti, Brandl, e tutti gli altri balli francesi moderni, che portano invito, e restituzione di ballo; mentre stavano in questo esercizio il S. Principe per far finezza all'A. S., si mosse dal Palco, e scese graziosemente a sederle appresso, parlando con molto brio delle condizioni delle festa; trattenutosi quivi alquanto fu invitato da una Dama a ballare, e si staccö da S. Α., la quale come furno le 8 ore della notte, presa licenza da Maurizio e dalli altri signori, che Le erano vicini, chetamente e senza strepito voile partirsi, sul motivo dell'aver a viaggiare il giorno appresso; Maurizio si mosse seguendola tutto il tratto della panca, e fece forza d'accompagnarla, come anche Van Ghent, ma S. A. * * * ) unleserliches Wort Unauthenticated Download Date | 4/24/16 9:43 AM 134 Henk Th. van Veen opponendosi costantemente, bisogn6 che consentisse aimeno di esser servita dal Co: d'Horn, come segul e tutti Ii altri restorno, favoriti prima dall'accoglienza dell'A. S. che si diffuse in esse particolarmente con Estrades. Nel passaggio che fece per uscir del Teatro tutte le Dame si alzarono et i Ballerini secondando il S. Principe, pur la riverirono graziosamente senza interromper gli atti loro. (In testa al Principe d'oranges Gioiello di Diamanti in Tavola, divisati con perle grossisime stimato raro sopratutto dopo quello del Gr. Duca a valuta di secento mila fiorini.) **** ****) eigenhändige Hinzufügung Unauthenticated Download Date | 4/24/16 9:43 AM