Nr. 01/2005
folio
Gesundheit
Santé
Salute
BERUFSBILDUNG SCHWEIZ
FORMATION PROFESSIONNELLE SUISSE
FORMAZIONE PROFESSIONALE SVIZZERA
Baugewerbliche Berufsschule Zürich
Wir suchen auf Beginn des Schuljahres 2005/06 eine Persönlichkeit mit Erfahrung im beruflichen Bildungswesen. Als
Stellvertreterin bzw. Stellvertreter des
Leiters der Abteilung Montage und Ausbau
übernehmen Sie einen beträchtlichen Teil der Verantwortung für
die Führung und Weiterentwicklung dieser Abteilung. Sie verfügen über einen höheren Abschluss in den Berufsfeldern Haustechnik, Metall-, Modell-, Innenausbau (Schreiner, Bodenleger)
oder Innendekoration. Dank einer pädagogischen Ausbildung
(SIBP-Abschluss oder eine gleichwertige Ausbildung) erfüllen
Sie die Bedingungen für die Anstellung als Berufsschullehrer/in
mit besonderen Aufgaben.
Zusammen mit dem Leiter, einem Juristen, führen Sie die Abteilung Montage und Ausbau. Sie sind den zahlreichen Lehrkräften
ein Vorgesetzter bzw. eine Vorgesetzte mit Einfühlungsvermögen, sozialem Verantwortungsbewusstsein und Überzeugungskraft. Neben der Gewinnung, Einführung und Beratung
von Lehrkräften in Ihrem Berufsfeld erfüllen Sie organisatorische
Aufgaben. Sie sind mitverantwortlich für die Abteilungsverwaltung und vertreten die Anliegen der Schule gegenüber Lehrbetrieben, Eltern und Berufsverbänden. Sie sind Mitglied der
Schulleitung, und Sie erteilen Unterricht.
Geduld, die Fähigkeit, jemandem zuhören zu können, aber auch
Durchsetzungs- und Überzeugungskraft gehören zu Ihren Eigenschaften. Ihr Verhältnis zu Jugendlichen ist geprägt von jenem
pädagogischen feu sacré, welches Berufsschullehrkräfte in der
Regel beflügelt. Sie haben Freude an organisatorischer und
didaktischer Kreativität. Sie sind gewohnt, immer wieder Aussergewöhnliches zu leisten. Auch sind für Sie Zusammenarbeit
in einem Team und Loyalität zur Institution keine Fremdwörter.
Wenn Sie zudem überdurchschnittlich belastbar sind und über
eine gehörige Portion Humor verfügen, dann warten über 1 600
lebhafte Lehrlinge und Lehrtöchter, 500 berufstätige Kursteilnehmer, 180 Lehrkräfte, acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
mit Freude auf Sie!
Wir haben einen spannenden und vielseitigen Job zu bieten. Ihr
zukünftiger Arbeitsplatz befindet sich in einem angenehmen,
architektonisch ansprechenden Gebäude in der Nähe des
Zürcher Hauptbahnhofes. Die Anstellungsbedingungen richten
sich nach dem kantonalen Personalrecht und entsprechen den
hohen Anforderungen, welche für die Stelle zu erfüllen sind.
Weitere Auskünfte sowie das für die Bewerbung zu verwendende Formular erhalten Sie vom Abteilungsleiter Alfred Gilg (Tel.
01 446 98 88) oder vom Rektor Urban Vecellio (Tel. 01 446 98 51).
Ihre Bewerbungsunterlagen, ergänzt durch Ihr Portfolio (Dokumentation über Unterlagen von Projekten aus Unterricht und
Schulentwicklung), senden Sie bitte bis spätestens 21. Februar
2005 an den Rektor der Baugewerblichen Berufsschule Zürich,
Reishauerstrasse 2, 8090 Zürich.
Fonds für Schulprojekte gegen Rassismus und
für Menschenrechte
Der Fonds unterstützt Projekte in der Schweiz, die sich für die Wahrung der Menschenrechte einsetzen und der Diskriminierung aufgrund von «Rasse», Herkunft, Anschauung
und Religion entgegenwirken. Zur Anregung finden Sie bereits durchgeführte Projekte,
Tipps zur Umsetzung, kommentierte Materialvorschläge für den Unterricht sowie nützliche Adressen und Links unter www.projektegegenrassismus.ch.
Bitte beachten Sie, dass 2005 das letzte Betriebsjahr des Fonds ist. Daher gelten besondere Eingabetermine: 31. März und 31. Mai 2005. Nach dem 31. Mai können keine
Anträge mehr entgegengenommen werden!
Unterstützungsgesuche richten Sie bitte an: Stiftung Bildung und Entwicklung, Zentralsekretariat, Monbijoustr. 31, 3011 Bern.
Ein Antragsdossier mit Kriterien-Checkliste, Fragebogen und detaillierten Informationen
kann über die gleiche Adresse angefordert, oder über www.globaleducation.ch heruntergeladen werden.
Fonds de projets scolaires contre le racisme et pour les
droits de l’homme
Le fonds soutient en Suisse des projets engagés dans la défense des droits de l’homme
et contre les discriminations basées sur la «race», l’origine, l’opinion et la religion. A titre
d’exemple, vous trouverez sous www.projetscontreleracisme.ch des projets déjà finalisés, des conseils de mise en place, une liste commentée de matériel pédagogique ainsi
que des adresses utiles et des liens.
Attention. En 2005, le fonds entre dans sa dernière année. Les dates limites pour la présentation des demandes de financement sont le 31 mars et le 31 mai 2005. Aucune
demande ne sera prise en compte après le 31 mai.
Les demandes de financement sont à adresser à la Fondation Education et Développement, Secrétariat central, Monbijoustrasse 31, 3011 Bern.
Un dossier contenant une liste de critères, un questionnaire ainsi que des informations
détaillées peut être demandé à la même adresse ou téléchargé sous
www.globaleducation.ch.
Fondo per i progetti scolastici in favore dei diritti
umani e contro il razzismo
Il fondo sostiene dei progetti in Svizzera che promuovono i diritti umani e che combattono ogni tipo di discriminazione basata su «razza», provenienza, aspetto e religione.
Troverete diversi spunti tra alcuni dei progetti già conclusi. Inoltre avete a disposizione
diversi consigli per la realizzazione dei progetti, proposte di materiali didattici per l’insegnamento, come pure indirizzi e links utili all‘indirizzo www.projetscontreleracisme.ch.
Vogliate per favore notare che essendo il 2005 l’ultimo anno in cui la Fondazione
sosterrà il fondo progetti, sono in vigore dei termini di inoltro speciali: 31 marzo e
31 maggio 2005. Dopo il 31 maggio 2005 non sarà dato seguito ad alcuna richiesta!!!
Le richieste sono da indirizzare alla Fondazione Educazione e Sviluppo, Segretariato centrale, Monbijoustr. 31, 3011 Berna.
Un dossier contenente una lista di criteri, un questionario e delle informazioni dettagliate
è ottenibile presso lo stesso indirizzo, oppure può essere scaricato dal sito www.globaleducation.ch.
3
E D I T O R I A L
Christoph Hensch
BCH-FPS – Berufsbildung Schweiz
Zentralvorstand
Ressort Medien und Kommunikation
Comité central
Ressort Media et communication
Comitato centrale
Sezione media e comunicazione
Im Namen von Berufsbildung Schweiz
Au nom de Formation professionnelle suisse,
A nome della Formazione professionale
wünschen wir Ihnen zum neuen Jahr alles
nos meilleurs vœux pour la nouvelle année,
svizzera vi porgiamo i nostri migliori auguri:
Gute, beste Gesundheit und viel Erfüllung
santé et succès dans vos engagements en
che l’anno nuovo vi apporti felicità, salute e
in Ihrem Engagement für die Berufsbil-
faveur de la formation professionnelle.
soddisfazione nel vostro impegno nel campo
della formazione professionale.
dung.
Le nouveau «folio» est prêt, le voilà – plus coloEs ist so weit, das neue «folio» ist da – farbi-
rée, plus effrontée, plus proche. Nous espé-
Eccolo qui, è arrivato il nuovo «folio»: più colo-
ger, frecher, näher. Wir hoffen, dass es uns
rons que notre nouvelle revue et la nouvelle
rato, più impertinente, più vicino a voi.
gelingt, Sie mit unserer neuen Zeitschrift
newsletter «Formation professionnelle» sau-
Speriamo di riuscire ad entusiasmarvi con la
und dem neuen Newsletter «Berufsbildung»
ront vous passionner. Comme organisation
nostra nuova rivista e la nuova newsletter
zu begeistern. Als Dachverband für die
faîtière du corps enseignant de la formation
«Formazione professionale». In quanto asso-
Lehrpersonen der Berufsbildung möchten
professionnelle, nous aimerions contribuer
ciazione di categoria degli insegnanti della
wir mit vereinten Kräften die Entwicklung
de façon décisive, toutes forces réunies, au
formazione professionale, riunendo le forze
der Berufsbildung entscheidend mitprä-
développement de la formation profession-
desidereremmo dare anche noi un’impronta
gen. Wir freuen uns, gemeinsam mit Ihnen
nelle. Nous nous réjouissons de relever ce
determinante allo sviluppo della formazione
die Herausforderungen der Zukunft anzu-
défi avec vous.
professionale. Siamo molto lieti di affrontare
con voi le sfide future.
packen.
Le thème du premier numéro du nouveau
Für das erste «folio» haben wir das Thema
«folio» est la santé. Ce n’est pas seulement
Per il primo «folio» abbiamo scelto l’argomento
«Gesundheit» gewählt. Dies nicht nur, weil
parce qu’il est d’usage de souhaiter une
salute. E questo non solo perché all’inizio
es üblich ist, sich zum Jahresanfang gute
bonne santé pour la nouvelle année, mais
dell’anno si usa augurare insieme a felicità e
Gesundheit zu wünschen, sondern weil Ge-
aussi parce que la santé est un thème d’une
successo anche buona salute, ma perché per
sundheit für alle Berufsfelder ein Thema
grande portée dans tous les domaines profes-
tutti i campi professionali la salute è un argo-
mit Tragweite ist. Wie Sie im Hauptartikel
sionnels. Comme vous pourrez le lire dans
mento di importanza centrale. Come potrete
dieser Nummer sehen, verstehen wir Ge-
l’article principal de ce numéro, nous appré-
vedere nell’articolo principale di questo nu-
sundheit in der gesamten Bandbreite der
hendons la santé dans toutes les dimensions
mero, con salute intendiamo tutta la gamma
verschiedenen Aspekte; Körper, Seele,
de ses divers aspects: le corps, l’âme, l’esprit,
dei diversi aspetti: corpo, spirito, anima, mo-
Geist, Bewegung, Ernährung, Sexualität,
l’activité physique, la nourriture, la sexualité,
vimento, alimentazione, sessualità, sicurezza
Arbeitssicherheit, Stress, Suchtmittel und
la sécurité du travail, le stress, les drogues et
sul lavoro, stress, stupefacenti e molto altro
vieles mehr. Um Ihnen die Umsetzung im
bien d’autres encore. Afin de vous en faciliter
ancora. Per facilitarvi a integrare nella lezione
Unterricht zu erleichtern, werden wir im
la mise en œuvre dans votre enseignement,
questo aspetto importante, pubblicheremo
«folio» und auch im Newsletter regelmässig
nous publierons régulièrement, dans le «folio»
regolarmente nel folio e nelle newsletter dei
Berichte und News zum Thema «Gesund-
comme également dans la newsletter, des
rapporti e delle notizie sull’argomento salute.
heit» veröffentlichen.
rapports et des informations sur le thème de la
santé.
Cara lettrice di «folio», caro lettore di «folio», il
vostro parere ci interessa: «folio» vorrebbe es-
Liebe «folio»-Leserin, lieber «folio»–Leser,
Ihre Meinung interessiert uns – «folio» soll
Chère lectrice, cher lecteur, votre opinion
sere il vostro mezzo di comunicazione. Vi in-
Ihr Medium sein. Gerne laden wir Sie des-
nous intéresse – «folio» doit être votre revue.
vitiamo quindi vivamente a comunicarci le
halb ein, uns Ihre Anregungen, Rückmel-
Nous vous invitons donc à nous communiquer
vostre idee, i vostri suggerimenti e le vostre
dungen und Ideen mitzuteilen. Danke für
vos suggestions, vos réactions et vos idées.
osservazioni.
Ihr Interesse.
Merci de votre intérêt.
4
BCH folio 00
1 // 22 00 00 55
S C H W E R P U N K T
Thema «Gesundheit»
In einem gesunden Umfeld lebt und lernt es sich besser
bildung+gesundheit Netzwerk Schweiz – Gesundheit macht Schule
Seite 6
Seite 12
Thème «Santé»
On vit et on apprend mieux dans un environnement sain
Les apprentis et la santé: en marche vers une santé holistique
Page 27
Page 32
Tema «Salute»
In un ambiente sano si vive e si impara meglio
Herausgeber / Editeur / Editore
© BCH-FPS Berufsbildung Schweiz
BCH folio Berufsbildung Schweiz
129. Jahrgang / Nr.1 / Januar 2005
folio FPS Formation professionnelle suisse
129e année / No 1 / Janvier 2005
folio FPS Formazione professionale svizzera
129o anno / No.1 / Gennaio 2005
Auflage / Tirage / Tiratura
2500 Ex.
Redaktion / Rédaction / Redazione
Abonnemente / Abonnements / Abbonamenti
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BCH-FPS Berufsbildung Schweiz
Katja Locher
Bachwiese 3, 9508 Weingarten
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[email protected], www.bch-fps.ch
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e redazione
«folio» 2/5 18.2.2005
«folio» 3/5 22.4.2005
Gestaltung, Satz und Druck / Création, Composition
et impression / Creazione, composizione e stampa
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Wilerstrasse 73, 9201 Gossau
T 071 388 81 81, F 071 388 81 82
Abonnementspreis / Prix de l’abonnement /
Prezzo dell’abbonamento
Inland / Suisse / Svizzera Fr. 50.–
Ausland / Etranger / Estero Fr. 70.–
Einzelnummer / Prix au numéro /
Numero singolo Fr. 10.–
ISSN 1422-9102
Pagina 38
5
I N H A LT S V E R Z E I C H N I S
A K T U E L L
Aktuell «Gesundheit»
Geschichte als Chance, den eigenen Beruf besser zu verstehen
LehrerOffice, das zeitgemässe Werkzeug für Lehrkräfte
TV-Tipp
Seite 14
Seite 16
Seite 17
Attualità «Salute»
Comprendere sperimentando: laboratori attivi sul
tema «Eco-comunicare»
V E R B A N D
/
Pagina 43
B I L D U N G S P O L I T I K
Verband / Bildungspolitik
BCH-Delegiertenversammlung vom 30. Oktober 2004
SVABU Generalversammlung mit Arena: «Allgemeinbildung im Umbau»
Rahmenlehrplan Allgemeinbildung: Neuerungen und offene Fragen
Ist die Schweiz vom Europäischen Wissensraum ausgeschlossen?
S2-Kongress 2005, Universität Irchel, Zürich
Seite 18
Seite 20
Seite 22
Seite 24
Seite 26
Associazione / Politica dell’educazione
Assemblée des délégués FPS du 30 oct. 2004 – un bilan
Plan d’étude cadre de culture générale:
nouveautés et questions ouvertes
S2-Kongress 2005, Université Irchel, Zurich
Page 34
Page 36
Page 37
Association / Politique éducative
Assemblea dei delegati FPS del 30 ottobre 2004
Programma quadro per l’insegnamento della cultura generale:
innovazioni e questioni aperte
S2-Kongress 2005, Università Irchel, Zurigo
L’informatica é anche donna?
Pagina 46
Pagina 48
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Pagina 50
6
In einem gesunden
Umfeld lebt und lernt
es sich besser
Ein gesundes Umfeld fördert Lebensqualität und Lernerfolg.
Deshalb ist das Thema «Gesundheitsförderung» für BerufsschülerInnen
und ihre LehrerInnen von zentraler Bedeutung. Dieser Artikel zeigt
Zusammenhänge und Handlungsmöglichkeiten auf.
7
G E S U N D E S
U M F E L D
Die Gesundheit der Jugendlichen in der Schweiz
Gesundheit und Wohlbefinden sind wesentliche Entwicklungs- und Bildungsfaktoren. Die Unterstützung der Jugendlichen tut also Not – gerade auch an Berufsschulen. Doch
welche Themen sind vorrangig? Oder mit den Worten von
Prof. Pierre-André Michaud1 gefragt: «Sind die Probleme, die
Doris Summermatter leitet das Schwerpunktprogramm «Jugendliche und junge
Erwachsene» bei Gesundheitsförderung Schweiz und absolviert zurzeit den
European Master in «Health Promotion».
Lehrlinge leiden oft unter der Dreifachbelastung durch Berufsschule, Lehrbetrieb und überbetriebliche Kurse sowie
generell gesteigerten Anforderungen durch die Aufwertungen der Berufslehre. Sie befinden sich allgemein in schlechterer gesundheitlicher Verfassung und zeigen ein ausgeprägteres Risikoverhalten.
wir im Jugendbereich sehen und bearbeiten, auch wirklich
die Probleme der Jugendlichen?» Erwachsene tendieren dazu, den Gebrauch psychoaktiver Substanzen als eines der
grössten Probleme zu betrachten. Sie sehen die heutige
Jugend als Gruppe massloser SuchtmittelkonsumentInnen,
als Spitzenreiter im Kiffen2, und orten primär in diesen Bereichen Handlungsbedarf. Auch viele Jugendliche erleben
den Lebensabschnitt, in dem sie sich befinden, als problembelastete Phase. Für sie kommen aber, wie wir aus zwei gesamtschweizerischen Studien3 sehen, Themen wie Alkoholund Drogenkonsum am Schluss ihrer Problemliste. Sie wünschen sich Unterstützung im Umgang mit Stress, dem Beziehungs- und Gefühlsleben sowie der Ernährung.
Zwar geht es gemäss diesen Studien über 90 % der Befragten 11- bis 20-jährigen gut; bei genauerer Nachfrage dagegen ändert sich das Bild: 35 % der Mädchen und 20 % der
Jungen fühlten sich zeitweise so deprimiert, dass sie professionelle Hilfe benötigt hätten – Tendenz seit 10 Jahren steigend. Ausserdem waren 40 % der Mädchen und 18 % der
Knaben mit ihrem Aussehen und ihrem Körper unzufrieden,
unabhängig von Alter und Ausbildungstyp. Auch hier zeigt
die Entwicklung einen negativen Trend. Hohe Suizidraten
bei Jugendlichen in der Schweiz bestätigen die Tragweite
der Problematik. Geholfen werden kann, indem Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und kommunikative Kompetenzen
gefördert sowie Strategien zur Bewältigung von Konflikten,
Krisen und Aggressionen vermittelt werden.
Gendersensibles Vorgehen macht Schule
Mädchen und Jungen zeigen Unterschiede beim Risikoverhalten, bei Problembewältigungsstrategien und, wie die VerfasserInnen der Lebensstilstudie SMASH vermuten, bei der
Wahrnehmung von Symptomen. Für Mädchen sei es schwieriger, einen Platz in ihrem gesellschaftlichen Umfeld zu finden und ihr soziales Geschlecht (Gender) zu definieren. Auch
im Schulalltag werden Geschlechterrollen eingeübt und gefestigt. Deshalb agiert die gute gesunde Schule gendersensibel. Sie anerkennt zum Beispiel, dass Chancengleichheit
durch Gleichbehandlung allein nicht zustande kommt und
reflektiert kritisch ihre Methoden. Mehr Informationen zum
Thema gibt es zum Beispiel auf der Website www.genderhealth.ch oder unter www.gesunde-schulen.ch.
8
BCH folio 01/2005
Wechselwirkung zwischen Bildung und
Gesundheit
Verschiedene Quellen bestätigen, dass das Lebensumfeld
Schule zentrale Bedeutung und entsprechenden Einfluss darauf hat, wie sich Kinder und Jugendliche fühlen und sozialisieren. Zu diesen Quellen gehören die Lebensstilstudie
SMASH sowie Aussagen von Jugendlichen selber: 16- bis
20-Jährige, die das Klima an ihrer Schule positiv beurteilen,
klagen seltener über verschiedene Probleme.
Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess, allen
Menschen ein höheres Mass an Selbstbestimmung zu
ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen.
Gesundheit ist als ein wesentlicher Bestandteil des all-
Gesundheitsförderung müsste an Berufsschulen also eine
tragende Rolle spielen, gesundes Verhalten sollte gelebt
werden – ohne Mehrbelastung und über den schulischen
Bildungs- und Erziehungsauftrag mit klassischen Themen
wie Sucht- und Aids-Prävention, Ernährung und Bewegung
hinaus. Statt Einzelthemen und zeitlich befristete Aktionen
braucht es nachhaltige Strategien. Es soll «mit Gesundheit
gute Schule gemacht werden». Dieser Grundsatz bildet die
Basis für das Konzept der «guten gesunden Schule»5, dem
sich auch das Netzwerk Bildung + Gesundheit6 verschreibt.
Um längerfristige Wirkungen und dauerhafte Veränderungen
zu erzielen, werden auch der Lebensstil und der pädagogische Kontext der Schule mit einbezogen. So wirkt schulische
Gesundheitsförderung unterstützend bei der Erfüllung der
Bildungs- und Erziehungsarbeit.
täglichen Lebens zu verstehen und nicht als vorrangiges
Lebensziel.
Ottawa Charta 1986
Mehr unter: www.gesundheitsfoerderung.ch
Wie funktioniert die «gute gesunde Schule»?
Im Verlauf der Jahre haben sich die von Schulen bearbeiteten
Themen schwerpunktmässig vom somatischen in den psycho-
Gute Schulstimmung bringt viel. Wenn alles stimmt, lebt es
sozialen Bereich verschoben7. Die gute gesunde Schule geht
sich nicht nur besser, sondern es lernt sich auch besser.
Probleme und Konflikte gemäss dem Setting-Ansatz an. Es
Eine Reihe von Studien untermauert diese Erkenntnis. So
handelt sich hierbei um ein Konzept der Gesundheitsförde-
kommt Vuille in seiner Evaluation der Gesundheitsteams der
rung, das darauf abzielt, das individuelle Verhalten sowie
Schulen der Stadt Bern zum Schluss, dass an Schulen mit
strukturelle Verhältnisse konkret zu bearbeiten. Grob können
gutem Klima sowohl das gesundheitliche Verhalten der
zwei Phasen der Intervention unterschieden werden: reagie-
SchülerInnen wie auch deren Lernerfolg besser ist4.
ren auf einen akuten Zustand mit kurz- und mittelfristigen
9
G E S U N D E S
U M F E L D
Massnahmen, agieren im Sinne der Nachhaltigkeit mit lang-
Längerfristige Beratung und Unterstützung bietet auch das
fristigen Strategien (siehe Schema). Für die Planung des Vor-
Schweizerische Netzwerk gesundheitsfördernder Schulen,
gehens kann zum Beispiel mit Fachstellen zusammengear-
das von Gesundheitsförderung Schweiz unterstützt wird
beitet werden.
(www.gesunde-schulen.ch). Das Netzwerk propagiert, eine
Stärken-Schwächen-Analyse durchzuführen und den EntLösung
Intervention
wicklungsbedarf zu definieren, um dann vorerst für drei
Jahre ein Programm festzulegen. Dazu müssen ein Mehrheitsentscheid des Kollegiums vorliegen und die Schulleitung sowie die Aufsichtsbehörde zustimmen.
Prevention
Jugendliche in Prozesse einbeziehen
Bei gesundheitsfördernden Prozessen darf die Rechnung nie
ohne Wirt gemacht werden. Jugendliche sind unbedingt aktiv an der Vorbereitung und Durchführung von Massnahmen
Setting-Ansatz
zu beteiligen. Dazu gehört auch, dass SchülerInnen durch
SchülerInnen angeleitet werden: Peer-Education, die Förde-
Ein Beispiel: an einer Berufsschule herrscht vermehrt Gewalt
rung Jugendlicher durch Gleichaltrige, fördert laut Europeer-
– junge Frauen werden belästigt, SchülerInnen ausgegrenzt
Konferenz8:
und gemobbt, einige Schüler tragen wahrscheinlich Waffen
• Die Kompetenz der SchülerInnen
auf sich. Als Sofortintervention eignen sich: Beratung der
• Den Schulerfolg
Lehrkräfte durch eine Fachperson zum gezielten Umgang mit
• Die Schulzufriedenheit
Mobbing sowie Kontrollen im Schulhaus und auf dem Areal.
• Den persönlichen Empowerment-Grad
Zur Verminderung der Gewaltbereitschaft kann als mittelfris-
• Die Gesundheit und Lebenszufriedenheit.
tige, präventive Massnahme ein Konflikttraining im ganzen
Partizipierende Jugendliche gewinnen Selbstvertrauen, ent-
Schulhaus durchgeführt werden, zum Beispiel das Programm
decken eigene Ressourcen und übernehmen Verantwortung
Chili vom Schweizerischen Roten Kreuz (www.redcross.ch).
für sich und ihr Umfeld. Dies hat auch die Auswertung von
«funtasy projects» gezeigt9, einem Programm, das seit 1997
knapp 200 partizipative Projekte mit Jugendlichen im Freizeitbereich begleitet hat und von Gesundheitsförderung
Schweiz unterstützt wird.
Partizipation
• … ist eine Grundhaltung und ein Handlungsansatz der
Gesundheitsförderung auf der Basis der Ottawa-Charta.
Empowerment
• … als Konzept bedeutet Entwicklung und Stärkung der
Ressourcen und Kompetenzen von Einzelpersonen und
der Gemeinschaft.
Was können Sie als LehrerIn konkret tun?
Die Liste auf Seite 10 liefert Ihnen ergänzend einen kurzen
Überblick über Massnahmen, welche die Gesundheit und die
schulischen Leistungen fördern. Entnommen sind die Punkte
der Studienresultats-Broschüre «Die Gesundheit der Jugend-
10
BCH folio 01/2005
lichen als Spiegel der Gesellschaft». Ausserdem können für
Schulen auch Module aus der betrieblichen Gesundheitsförderung interessant sein (www.kmu-vital.ch).
• Erarbeiten Sie mit den Jugendlichen klare Ziele und geben
Sie regelmässig Feedback.
• Bei der Gestaltung des Unterrichts und des Umfelds sollen
die Jugendlichen mitwirken.
• Fördern Sie einen respektvollen, verantwortungsbewussten Umgang und ein Klima, das keinen Raum für Mobbing
und andere Übergriffe bietet.
• Schaffen Sie gesundheitsförderliche Arbeits- und Lernbedingungen. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und sorgen Sie für die eigene Gesundheit, Ihr Wohlbefinden und
eine gute Work-Life-Balance.
• Bauen Sie auf Ihre natürliche Autorität, statt auf Ihre hierarchische Position. Gerade bei Jugendlichen kommen inhaltliche Kompetenz, gelebte Vorbildfunktion, partnerschaftliche Zusammenarbeit und Respekt besser an als
Druck und Repression.
• Meiden Sie Fallen stereotypen Verhaltens und machen Sie
UNTERSTÜTZENDE ANGEBOTE
sich fit im gendersensiblen Umgang mit Ihren SchülerInnen.
• www.BildungundGesundheit.ch: Das Netzwerk Bildung
+ Gesundheit verfolgt das Ziel, Gesundheit zu einem
festen Bestandteil der Bildung werden zu lassen.
• www.gesunde-schulen.ch: Schweiz. Netzwerk gesundheitsfördernder Schulen, ein Programm zur Verbesserung der Schul- und Bildungsqualität und zur Entfaltung und Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens aller an der Schule Beteiligten.
• www.tschau.ch / www.ciao.ch: Niederschwellige internetbasierte Informationen und Beratung für Jugendliche in deutscher und französischer Sprache.
• www.feelok.ch: Informationen zu Jugendthemen.
Die gute gesunde Schule ist eine Schule fürs
Leben
Individualisierung, Pluralisierung der Lebensentwürfe, scheinbare Beliebigkeit, fehlende Vorbilder – die makrosozialen
Trends unserer Gesellschaft führen bei Jugendlichen oft zu
Orientierungslosigkeit. Sie brauchen Unterstützung, um ihr eigenes Leben zu definieren und um in einer Arbeitswelt, in der es
nicht mehr nur um Existenzsicherung, sondern um Arbeitszufriedenheit und Selbstverwirklichung geht, ihren Platz zu finden. Das Konzept der guten gesunden Schule hilft ihnen dabei.
• www.genderhealth.ch: Informationen und Hinweise
rund um das Thema «Chancengleichheit und Gesundheit».
• [email protected]: zWäg – Programm zur Förderung
der Lebenskompetenzen für junge Menschen im ersten
Drittel der Berufsbildung (für Berufsschulen und Lehrbetriebe).
• www.redcross.ch: Chili Konflikttrainings für Schulen.
• www.suissebalance.ch: Suissebalance – kombinierter
Ansatz von gesunder Ernährung und Bewegungsförderung.
• www.funtasy-projects.ch: Funtasy projects – partizipative Jugendprojekte.
1 Prof. P.-A. Michaud, Institut für Sozial- und Präventivmedizin, Zitat anlässlich der
Pressekonferenz zur SMASH-Studie vom Herbst 2003
2 Pressemitteilung der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme vom 18.11.2004
3 HBSC-Studie (WHO-SchülerInnenbefragung 2002 der SFA), SMASH-Studie (Studie
zu Gesundheit und Lebensstil der 16- bis 20-Jährigen 2002, Institut für Sozialund Präventivmedizin Lausanne). Resultate beider Studien zusammengefasst in
der Broschüre «Die Gesundheit der Jugendlichen als Spiegel der Gesellschaft»,
A. Tschumper et al. 2004, zu bestellen bei: Secrétariat, Groupe de recherche sur
la santé des adolescents, IUMSP, [email protected]
4 Vuille J.-C. et al. (2004): Die gesunde Schule im Umbruch, Bern
5 P. Paulus (2004): «Evidenz für die gute gesunde Schule», Institut für Psychologie,
Universität Lüneburg
6 http://www.bildungundgesundheit.ch/dyn/1463.asp
7 Schweiz. Netzwerk gesundheitsfördernder Schulen (SNGS), Neukonzeption 20052007, Radix Gesundheitsförderung, Luzern
8 Europeer-Konferenz 10/03, Wien
9 Dokumentation «Partizipation wirkt» ist erhältlich unter www.funtasy-projects.ch
Unsere Kompetenz sind die externe Analyse,
Evaluationen, Audits und Assessments
nach festgelegten Vorgaben.
Unsere M itarbeitenden stehen für fach- und
Sozialkompetenz.
W ir zertifizieren nach allen verbreiteten
Standards wie:
ISO 9001, Q2E, eduQua, etc.
Swiss TS Technical Services AG
Richtistr. 15, 8304 Wallisellen
Tel. 01 877 62 22
Fax 01 877 62 10
[email protected]
www.swissts.ch
Ein Unternehmen des SVTI und des TÜV Süddeutschland
Niederlassungen in Wallisellen und Yverdon-les-Bains
12
BCH folio 00/2005
bildung+gesundheit
Netzwerk Schweiz –
Gesundheit macht Schule
bildung+gesundheit Netzwerk Schweiz bindet die Themen «Gesundheit und
Prävention» in die schulische Ausbildung ein. Die Schule wird dabei als umfassende Lebenswelt verstanden, zu der neben den Schülern und Schülerinnen auch die Lehrerschaft und die Gestaltung der Schulhäuser und Schulwege zählt. Ziel des Programms ist es, langfristig wirkende Prozesse und Verhaltensänderungen auszulösen, die zur Qualitätsentwicklung in Schulen beitragen und die gute gesunde Schule fördern.
Know-how
Netzwerk
Die Umsetzung des Konzepts von bildung + gesundheit Netz-
bildung + gesundheit Netzwerk Schweiz bildet ein Netzwerk
werk Schweiz erfolgt durch Kompetenzzentren und Partner,
auf mehreren Ebenen. Es erlaubt einen vielfältigen Informa-
die auf Themen wie Ernährung, Bewegung, Sicherheit,
tionsfluss zwischen Schulen, Kompetenzzentren und Part-
Schulklima, Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen, Eltern-
nern; es garantiert Wissensvermittlung und Erfahrungsaus-
mitwirkung, Stress- und Drogenprävention spezialisiert sind.
tausch. Zudem ermöglicht das Netzwerk den Beteiligten, sich
Diese Zentren sind die direkten Ansprechpartner der Schu-
gemeinsam auf das Ziel der guten gesunden Schule auszu-
len und der kantonalen Fachstellen. Sie beraten, stellen Un-
richten
terrichtsmaterialien zur Verfügung und unterstützen die Ent-
dung+gesundheit Netzwerk Schweiz betreibt auf dem Inter-
wicklungsprozesse. Ihre Fähigkeiten sind ausgewiesen: Sie
net eine umfassende Plattform. Sie informiert über die
werden zertifiziert und mit einem Label ausgezeichnet.
Grundzüge des Programms, stellt die Angebote der Kompe-
und
die
Stossrichtung
zu
konzentrieren.
bil-
tenzzentren und Partner vor und verweist auf die Leistungen
externer
Institutionen.
Adresse:
www.bildungundgesundheit.ch.
Hinter bildung + gesundheit Netzwerk Schweiz stehen BAG
(Bundesamt für Gesundheit) und EDK (ErziehungsdirektorenKonferenz). Die Auftraggeber unterstützen das Programm bis
2010 mit jährlich zwei Millionen Franken. Programmleiter
sind Beat Hess (BAG Sektion Jugend, Ernährung, Bewegung)
und Franziska Oswald (EDK Beauftragte Bildung für nachhaltige Entwicklung und Gesundheitsförderung). Ansprechpartnerin für Informationen und Auskünfte ist Anne Lise
Monnard, BAG Sektion Jugend, Ernährung, Bewegung
([email protected]; Telefon 031 323 87 55).
GBS
Gewerbliches
Berufs- und
Weiterbildungszentrum
St.Gallen
Demutstrasse 115
9012 St.Gallen
Telefon 071 272 12 12
Fax 071 272 12 10
www.gbssg.ch
Auf Beginn des Schuljahres 2005/2006 ist die Funktion als
Rektorin / Rektor neu zu besetzen.
Wir suchen eine erfahrene Führungs- und Repräsentationspersönlichkeit mit guten Kenntnissen des schweizerischen
Berufsbildungswesens sowie Erfahrungen in Pädagogik,
Schulentwicklung und Qualitätsmanagement.
Ihre Führungskompetenz umfasst strategisches Denken,
Zielorientierung, Innovation, Entscheidfähigkeit,
Durchsetzungsvermögen, aber auch Teamfähigkeit.
Als Rektorin / Rektor werden Sie bei Ihren Führungsaufgaben
durch ein Rektoratsteam sowie acht Schulleiter unterstützt.
Interessierte Persönlichkeiten senden die Bewerbungsunterlagen bis spätestens 15. Februar 2005 an: Hans Oswald,
oswald human resources, Gallusstrasse 32, 9000 St.Gallen.
Die Anstellung erfolgt durch die Berufsschulkommission
des GBS und richtet sich nach den kantonalen Vorschriften.
eine Bildungsinstitution
des Kantons St.Gallen
14
BCH folio 01/2005
Geschichte als Chance,
den eigenen Beruf besser zu verstehen
Die Berufsgeschichte ermöglicht den Lernenden, sich kritisch mit ihrer
Ausbildung, ihrem Beruf und ihrem künftigen Arbeitsfeld auseinanderzusetzen. Kenntnisse über Entstehung und Entwicklung des Berufes helfen
mit, den gegenwärtigen Wandel besser zu verstehen und Veränderungen
mitzugestalten.
Gesundheitsberufe im Wandel der Zeit
So bemerkte eine Lehrerin für Krankenpflege in einer Umfra-
Pflege.» An dieser Umfrage beteiligten sich 50 Ausbildungs-
ge zur Geschichte der Pflege, die im Sommer 2004 an
stätten der deutschen und der französischen Schweiz, was
schweizerischen Pflegeberufsschulen gemacht wurde: «Mir
einer Rücklaufquote von 80 Prozent entspricht.1
ist es wichtig, die Lernenden für die Zusammenhänge der
Mit viel Eigeninitiative und Engagement der Lehrkräfte wird
Geschichte des Berufes und unserer heutigen Situation zu
an den meisten Institutionen «Geschichte der Pflege» unter-
sensibilisieren. Anschliessend an die Vergangenheit thema-
richtet. Die durchschnittlich 3,5 Tage, die in der Ausbildung
tisieren wir jeweils die Pflege heute und die Zukunft der
zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann zur Verfügung
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G E S C H I C H T E
A L S
C H A N C E
Die Autorin Sabine Braunschweig arbeitet als Historikerin und Erwachsenenbildnerin im eigenen Büro für Sozialgeschichte in Basel und befasst sich seit
vielen Jahren mit verschiedenen Aspekten der Geschichte der Pflege.
Psychiatrieschwestern arbeiteten mit Patientinnen in der Glätterei der Heil- und Pflegeanstalt Friedmatt in
Basel um 1930.
Krankenschwestern in einem Weiterbildungskurs an
der SRK-Fortbildungsschule (heute WE’G) in Zürich
um 1955.
stehen, werden auf vielfältige Weise gestaltet. Der Spielraum
reichen Archivierung, Forschung und Vermittlung. Die Ge-
reicht von Führungen im Medizinhistorischen Museum, sozi-
schichtsforschung stützt sich auf Quellen. Der Verein unter-
algeschichtlichen Stadtrundgängen bis zu Gesprächen mit
stützt Schulen und Verbände bei der Erschliessung ihrer
bereits pensioniertem Pflegepersonal. Besonders der Projekt-
Archivbestände, er berät bei Forschungsarbeiten und nimmt
unterricht erfreut sich grosser Beliebtheit.
Stellung zu historischen Themen im Bildungsbereich. Gegen-
Bis heute gibt es in der Schweiz kein Lehrmittel für dieses
wärtig organisiert er den
Fach. Die Unterrichtenden, Berufsschullehrer und Historike-
Geschichte der Pflege unter dem Titel «Pflege – Räume,
rinnen, haben einen eigenen Fundus an Literatur und Quel-
Macht und Alltag», der am 17. März 2006 an der Universität
len aufgebaut.2 Neben Fachbüchern und Artikeln werden
Basel stattfinden wird. Weitere Projekte finden Sie auf der
auch Biografien und Romane einbezogen. Wo Festschriften
Webseite www.geschichte-der-pflege.ch.
und Chroniken der Schule oder des Spitals vorhanden sind,
Der Verein «Geschichte der Pflege» ermutigt Interessierte,
wird von der Geschichte des eigenen Ortes ausgegangen
sich von der Geschichte als einer Reise in andere Zeiten fas-
und dieser in einen gesamtgesellschaftlichen Zusammen-
zinieren zu lassen, eigene (Vor-)urteile zu hinterfragen und
hang eingebettet.
sich auf Ungewohntes und Anderes unvoreingenommen
7. Internationalen Kongress zur
einzulassen. So wird der eigene Horizont erweitert und das
Verein «Geschichte der Pflege»
Verständnis für Fremdes vertieft.
Um die Auseinandersetzung mit der «Geschichte der Pflege»
zu fördern, gründeten VertreterInnen der Pflege und der
Geschichtswissenschaft vor kurzem in Basel den «Verein
Geschichte der Pflege». Geplant sind Aktivitäten in den Be-
1 Die Auswertung dieser Umfrage kann bei der Autorin direkt bezogen werden.
2 Auf Wunsch wird eine Literaturliste zur Verfügung gestellt.
16
BCH folio 01/2005
LehrerOffice, das
zeitgemässe Werkzeug
für Lehrkräfte
In den letzten Jahren sind die Anforderungen an
Lehrerinnen und Lehrer stark gestiegen. Lernfortschritte
müssen dokumentiert und in Schüler- oder Lehrmeistergesprächen erläutert
werden. LehrerOffice hilft, mit den richtigen, anschaulichen Unterlagen diese
Aufgabe effektiv und erfolgreich zu meistern.
Mit LehrerOffice, einem Computer- und Palm-Programm,
schritte eindrücklich dokumentiert und sogar ein Semesterab-
kann die Unterrichtsplanung und die Verwaltung der Schü-
schluss mit fehlerfreien Zeugnisnoten ist dank LehrerOffice
lerdaten effizient erledigt werden. Dieses Programm ist für
mühelos in wenigen Minuten machbar.
alle Schulstufen entwickelt worden. Es verbindet hohe Leistungsfähigkeit mit einfacher Bedienung. Die unkomplizierte
Software ist für Einsteiger genauso geeignet wie für PC-Pro-
Tipp für interessierte Lehrkräfte
fis. Das zeitraubende Anpassen und Zusammenstellen von
Zum
eigenen Excellisten gehört damit endgültig der Vergangen-
www.lehreroffice.ch heruntergeladen werden. Die Lizenz
heit an. Aus bereits bestehenden Excellisten können Adres-
für die Vollversion kostet CHF 176.–. Im Preis sind Support-
sen und Schülerdaten importiert werden.
leistungen sowie Updates während zwei Jahren inbegriffen.
Neu ist die Zusatzsoftware für Palm-Handhelds. Damit ist es
möglich, Noten, Notizen und Absenzen bereits während dem
Unterricht elektronisch zu erfassen. Für die Synchronisation
muss der Palm lediglich am Computer angeschlossen werden
und schon ist in der Schule und zu Hause die Arbeit mit stets
aktuellen Daten sichergestellt.
Aussagekräftige Unterlagen
Anschauliche Wochen- und Jahrespläne, Telefon-, Absenzen- und Schülerlisten können ohne grossen Aufwand
erstellt werden. Auch Statistiken und Grafiken für Schulkonferenzen stehen jederzeit zur Verfügung. Eine detaillierte
Noten- und Lernzielübersicht ergibt eine gute Basis für
Schülergespräche. Anhand von Grafiken werden Lernfort-
Ausprobieren
kann
eine
Demoversion
von
17
T V- T I P P S
Die Welt der Sinne
Sonntag, 30.01.05, 16.30 – 17.15, 3sat
Fühlen – Berührung ist Leben, Film von Gunther Franke
(Videotext-Untertitel d - f - i )
Gunther Franke zeigt unter anderem, wie differenziert der
Mensch tasten und wie Berührung therapeutisch eingesetzt
werden kann.
Helldorado
Montag, 31.01.05, 22.25 – 23.20, 3sat
Eine Punk Chronik, Film von Daniel Schweizer
Die wenigsten Punks haben ihre Aussenseiterrolle aus
Überzeugung gewählt. Der Film porträtiert junge Menschen, die aus dem sozialen Netz gefallen sind, weil sie zu
Hause oder in der Schule Schwierigkeiten haben und ausgeschlossen werden.
An unserer Berufsschule ist auf Schuljahrbeginn
2005/2006, mit Stellenantritt im August 2005
folgende Stelle zu besetzen:
hauptamtliche Lehrerstelle
Maschinenbau
hitec
Sonntag, 06.02.05, 16.00 – 16.30, 3sat
Das digitale Auge, Film von Oliver Preusche
Die Möglichkeiten des digitalen Fotografierens und der
Nachbearbeitung am Computer verändern den Blick des
Fotografen. Nicht mehr das Festhalten des Augenblicks für
einen späteren Moment steht im Vordergrund, sondern der
unmittelbare Austausch per MMS.
Leben mit der Sonne
Dienstag, 08.02.05, 11.45 – 12.10, 3sat
Von Häusern ohne Ofen und Menschen mit Visionen, Film
von Christian Schrenk
Klimaveränderungen und steigende Energiepreise haben sowohl bei umweltbewussten Menschen als auch bei der
Wirtschaft dafür gesorgt, dass neue Technologien zur Energieaufbringung entwickelt und auch angewendet werden.
Unterrichtsauftrag:
• Fachunterricht für Polymechaniker/
Konstrukteure
Anforderungen:
• Ing. FH/HTL Maschinenbau oder
gleichwertige Ausbildung.
• Abschluss als Berufsschullehrer SIBP
• Praktische Lehrtätigkeit an einer
Berufsschule
• Es kommen auch Bewerber in Frage,
die bereit sind, den Studiengang am
SIBP zu absolvieren
Meine Eltern sind geschieden
Mittwoch, 09.02.05, 20.15 – 21.05, 3sat
Scheidungskinder erzählen, Film von Bruno Meyer und
Hanspeter Riklin
Jedes Jahr erleben tausende von Jugendlichen die Scheidung ihrer Eltern. Nehmen Scheidungskinder zwangsläufig
Schaden, werden sie gar lebenslänglich traumatisiert oder
sind manche auch glücklicher mit der neuen Situation?
Von Plagen und Seuchen
Sonntag, 13.02.05, 18.00 – 18.30, 3sat
Die Angst vor den Pocken, Film von Lothar Zimmermann
Heute gilt die Pocken-Seuche als ausgerottet. Als Biowaffe
könnte sie jedoch wieder Einzug halten. Wären wir im Fall
eines Angriffs mit Pockenviren geschützt?
Auskunft:
Zur Beantwortung von Fragen steht
Ihnen der Fachgruppenleiter Maschinenbau, Bruno Deppeler, gerne zur Verfügung (Telefon 062 885 39 00).
Wir sind eine fortschrittliche Berufsschule mit modernen Unterrichtsmitteln und optimaler Infrastruktur.
Begeisterungsfähigkeit, Initiative, Freude am Umgang mit jungen Leuten und die Bereitschaft, im
Team zusammenzuarbeiten, setzen wir voraus.
Anmeldung:
Manfred Pfiffner ist Dozent und Bereichsleiter
Allgemeinbildung am SIBP (Schweizerisches
Institut für Berufspädagogik) und vertritt die
Berufsbildung in der Schulfernsehkommission
des Schweizer Fernsehens DRS. Er stellt für
BCH folio und Newsletter die Hinweise auf
interessante TV-Sendungen zusammen.
Senden Sie uns Ihre Unterlagen
bitte bis 28. Februar 2005 an:
Berufsschule Lenzburg
Ruedi Suter, Rektor
Neuhofstrasse 36
5600 Lenzburg
18
BCH folio 01/2005
BCH-Delegiertenversammlung vom
30. Oktober 2004 – eine Standortbestimmung
Mit Freude und Erleichterung schaut Zentralpräsident Beat Wenger auf die
vergangene Delegiertenversammlung in Liestal zurück. Vor zwei Jahren zum
BCH-Präsidenten gewählt, war dies seine erste DV und somit eine wichtige
Bewährungsprobe. Die Delegierten stellten sich klar hinter den Zentralvorstand und würdigten das grosse Engagement.
Die «folio»-Redaktion sprach
mit Beat Wenger über seine
ersten zwei Amtsjahre.
auf dem andern. Wir müssen uns daran
ten die BCH-Medien sogar noch aufge-
gewöhnen, dass wir fast täglich mit
wertet und professionalisiert werden.»
neuen Aufgaben, Problemen und He-
Die grösste Herausforderung in der ers-
rausforderungen konfrontiert werden.
ten Amtsperiode der neuen BCH-Crew
Im Oktober 2002 trat mit Ausnahme
Leben heisst heute oftmals, am Rande
war und ist die Einführung des neuen
des Westschweizer Vertreters, Christian
der Überforderung jonglieren.» Zusam-
Berufsbildungsgesetzes. «Nur wenn wir
Léchenne, der gesamte Zentralvorstand
men mit seinem Team hat sich der neue
es schaffen, alle ‹Berufsfelder› im BCH zu
des BCH zurück. Einstimmig wählte die
BCH-Kapitän mit viel Engagement auch
vereinigen, werden wir im Konzert der
Delegiertenversammlung
neuen
an die heiklen Themen gewagt. Nebst
Grossen mitmachen können. Nur wenn
Vorstand mit Beat Wenger als Präsiden-
den
der Sanierung der eher bedrohlichen
wir im Verbundnetz ‹Berufsbildung› als
ten. Er übernahm keine einfache Auf-
finanziellen Situation galt es auch, die
die schweizerische Plattform für die In-
gabe, wenn man bedenkt, dass sich
allgemeinen Strukturen zu überdenken
teressen aller Lehrpersonen der Berufs-
bereits damals die Ereignisse in der
und mit innovativen Ideen den BCH zu-
bildung wahrgenommen werden, sind
Berufsbildungslandschaft überstürzten
kunftstauglich zu machen. «Es ist uns
wir dort dabei, wo die Musik spielt.»
und sich zusammen mit dem neuen Be-
gelungen, ein neues Kommunikations-
Dank unermüdlichem Kampf und ge-
rufsbildungsgesetz massive Verände-
konzept auf die Beine zu stellen. Dabei
schickten Verhandlungen ist es Beat
rungen ankündigten.
haben wir mit dem ‹folio› und dem
Wenger gelungen, auch die neuen Be-
‹Newsletter Berufsbildung› den Medien-
rufsfelder in den BCH zu integrieren
«Wir leben in einer Zeit der Entgren-
bereich neu organisiert und optimiert.
und den hart umkämpften Sitz in der
zung aller gesellschaftlichen und wirt-
Einerseits hat uns dies grosses Sparpo-
Eidgenössischen Berufsbildungskommis-
schaftlichen Bereiche. Kein Stein bleibt
tenzial erschlossen, andererseits konn-
sion (EBBK) für den BCH zu sichern.
19
DELEGIERTENVERSAMMLUNG
«Dies ist ein bedeutender Meilenstein
vorgestellt werden.» Im Weiteren be-
und Budget sprachen sich die Delegier-
für unseren Dachverband. Mit den Be-
schäftigt sich der BCH mit einer ganzen
ten an der Versammlung vom 30. Okto-
rufsfeldern, die neu unter das Berufs-
Reihe von wichtigen Projekten: neues
ber 2004 deutlich für einen zukunfts-
bildungsgesetz gestellt worden sind, ist
Berufsbild der Lehrpersonen an Berufs-
orientierten Kurs aus. Sie unterstützen
der BCH in die Breite gewachsen. Wir
fachschulen,
Anstellungsbedingungen
damit den vom ZV eingeschlagenen
haben uns zum Ziel gesetzt, nun auch
für Lehrpersonen in den verschiedenen
Weg zu Innovation und Reorganisation
noch in die Tiefe zu wachsen, um ge-
Kantonen, Revision des Rahmenlehr-
des BCH als dem starken Dachverband
meinsam die Kraft zu entfalten, die wir
plans für Allgemeinbildung, Kongress
für die gesamten Interessen der Berufs-
brauchen, um die Entwicklungen in der
S2 – 2005, Bewertungsradar für e-Lear-
schulpraxis in der Schweiz. «Es ist
Berufsbildung massgebend mitzuprä-
ning-Angebote und andere mehr. «Tja –
schön zu spüren, wie die Mitglieder
gen.»
die Arbeit wird uns so schnell nicht
uns tragen und uns mit ihren Entschei-
ausgehen. Natürlich laufen wir alle am
den den Rücken stärken. All die
Die Kollektivmitgliedschaften eingerech-
Limit unserer Kapazitäten, doch sind
Zeichen von Wertschätzung und Sym-
net zählt der BCH heute rund 5000
wir in einer Zeit, in der die Karten
pathie sind Motivation, unsere Kräfte
Mitglieder und etwa 40 Fach- und Re-
frisch verteilt werden und wir es uns
weiterhin für die Interessen der Berufs-
gionalsektionen. «Diese erfreuliche Ent-
schlicht nicht leisten können, da nicht
bildung einzusetzen. Ich danke allen
wicklung hat uns dazu bewogen, die
mitzumachen, wo die wichtigen Wei-
für das Vertrauen und die konstruktive
Organisations- und Mitgliederstruktur
chen gestellt werden.»
Zusammenarbeit.»
zu überdenken und wo möglich zu vereinfachen. An der nächsten Präsiden-
Mit der einstimmigen Genehmigung von
tenkonferenz wird das neue Konzept
Jahresbericht, Rechnung, Zielsetzung
20
SVABU Generalversammlung mit Arena:
«Allgemeinbildung im Umbau»
Am 26. November 2004 fand in Luzern die Generalversammlung des SVABU statt. Die formellen Geschäfte wurden wie
gewohnt sehr speditiv abgewickelt. Darauf folgten die mit
Spannung erwarteten Ausführungen von Martin Wild-Näf
zur aktuellen Entwicklung des «adaptierten Rahmenlehrplans ABU».
Werner Auer, Co-Präsident des SVABU,
Danach standen die Ausführungen von
begrüsste in der Aula des Berufsbil-
Martin Wild-Näf, Projektleiter «adap-
dungszentrums Bahnhof in Luzern über
tierter Rahmenlehrplan ABU», im Zen-
70 Mitglieder, welche aus allen Teilen
trum des Interesses. Im Anschluss da-
der Schweiz zur Jahrestagung und GV
ran wurde in einer Arena mit ausge-
des SVABU angereist waren. Die trak-
wählten Berufsbildungsexpertinnen und
tandierten Geschäfte der GV wurden
-experten die Thematik «Allgemeinbil-
durch die anwesenden Verbandsmit-
dung im Umbau» lebhaft diskutiert.
glieder alle einstimmig gutgeheissen.
Der adaptierte
Rahmenlehrplan
Gleich zu Beginn seines Referates gab
Martin Wild-Näf bekannt, dass der
Zeitpunkt zur Einführung des adaptierten RLP um ein Jahr auf Beginn 2006
verschoben werde, wie dies der SVABU
bereits im Vorfeld gefordert hatte.
21
GENERALVERSAMMLUNG
Ebenso soll eine zweijährige Übergangsfrist (bis 2008) eine seriöse Anpassung der Schullehrpläne ermöglichen. Diese Entscheidung der Projektleitung entspannt sicher die weitere
Entwicklung zur Bearbeitung einzelner
Aspekte und bringt die notwendige Zeit
für eine breit angelegte Vernehmlassung, für deren Auswertung, die Übersetzungsarbeiten sowie die erforderlichen Einführungsveranstaltungen. Die
Akzeptanz an der Basis wird so mit
Sicherheit eher erreicht und gefördert.
«Wir arbeiten wie
wild am RLP.»
Martin Wild
Martin Wild führte weiter aus, welche
spezifischen
Aspekte
zusätzlichen
Bearbeitung
Insbesondere
che/Kommunikation
noch
einer
bedürfen:
soll
Spra-
im
adaptierten
Rahmenlehrplan als transversaler Bereich mit verbindlichen Standards gestärkt werden. Andererseits werde der
Konstruktive
Auseinandersetzung und klare
Forderungen
In der nachfolgenden Arena stellten
sich folgende Personen aus dem Umfeld
der Berufsbildung den kritischen Fragen von Co-Präsident Bruno Amrhein:
Daniela Plüss Siegrist; Baden, Martin
Wild-Näf; SIBP, Martin Freimann; Stans,
Michael Jaggi; Thun, Paul Tanner; Goldau,
und Patrick Zeiger; Zug. Es entwickelte
sich eine angeregte Diskussion, auch
unter Einbezug des Publikums.
Die konstruktive Auseinandersetzung
ergab seitens des SVABU ein Forderungspaket an die Adresse des Bundes
mit klaren Mindestvorschriften für den
allgemein bildenden Unterricht:
1. Mindestens 360 Lektionen ABU für
zwei- und dreijährige Lehren, mindestens 480 Lektionen ABU für
vierjährige Lehren. Diese Dotation
Bruno Amrhein,
SVABU Co-Präsident,
Leitung der Arena
2. ABU soll während der ganzen Dauer
der Lehrzeit stattfinden, auch bei
degressiven Modellen (abnehmende
Anzahl Schultage während der Ausbildung).
3. Allgemeinbildung ist ein eigenständiger Fachbereich:
Es soll einen
RLP ABU für alle Bereiche geben.
Verbindliche Funktionen, Aspekte
und Kompetenzen sind in den Themen
des
Schullehrplanes
Lernziele umzusetzen.
4. Falls ein Bereich den ABU in einem
integrierten Modell innerhalb der
BiVo regelt, sind dieselben Funktionen und Kompetenzen verbindlich
in den Leistungszielkatalogen umzusetzen und ins Qualifikationsverfahren mit einzubeziehen!
Mehr Informationen gibt es unter:
www.svabu.ch
ist auch einzuhalten, falls der ABU
in einer BiVo (= Bildungsverordnung) geregelt wird.
Aspekt «Arbeit» ausgeklammert, weil er
keinen echten Aspekt, sondern eigentlich ein Themenfeld darstelle.
Projektleiter Martin Wild-Näf, gab in entspannter
Atmosphäre kompetend Antworten zum Projektverlauf.
Arena-Teilnehmer; von links nach rechts:
Paul Tanner, Daniela Plüss Siegrist, Michael Jaggi
durch
Arena-Teilnehmer; von links nach rechts:
Martin Freimann, Patrick Zeiger
22
BCH folio 01/2005
Rahmenlehrplan Allgemeinbildung:
Neuerungen und offene Fragen
Das neue Berufsbildungsgesetz hat Auswirkungen auf die Allgemeinbildung
in der beruflichen Grundbildung. Es verlangt, einen Rahmenlehrplan für die
verschiedenen Berufsbildungsbereiche in der zwei-, drei- und vierjährigen
Grundbildung zu entwickeln.
Neuerungen
-
Dieser Rahmenlehrplan ist am Entstehen und sieht folgende Neuerungen vor:
-
Funktionen der Allgemeinbildung
legen fest, welche Aufgaben die
Allgemeinbildung in allen Grundbildungen übernimmt.
Grundbildungen, welche keine strik-
kunde regeln, enthält der Rahmen-
te Trennung zwischen Berufskunde
lehrplan «Allgemeinbildung» weitere
und Allgemeinbildung kennen, re-
Vorgaben zu Bildungszielen, quali-
geln in der Bildungsverordnung, wie
tätssichernden Massnahmen sowie
sie die Funktionen der Allgemein-
zum Qualifikationsverfahren.
bildung sicherstellen.
-
-
Die Sprachförderung erhält einen
Für Grundbildungen, welche in der
erhöhten Stellenwert. Neu sind auf
Bildungsverordnung nur die Berufs-
die Sprachförderung bezogene Bil-
23
RAHMENLEHRPL AN
dungsziele formuliert, welche im
-
b) Welche Anforderungen sind in der
für die Projektverantwortlichen sowie
Unterricht zu verfolgen sind.
Allgemeinbildung an die Lernenden
die Lehrpersonen, welche mit dem
Der Kanton regelt den Erlass der
in
beruflichen
Rahmenlehrplan «Allgemeinbildung» ar-
Schullehrpläne
und
stellt
deren
Qualität sicher.
-
Martin Wild-Näf
Kontakt: [email protected]
Der
Schullehrplan
der
zweijährigen
Grundbildung mit Attest zu stellen?
beiten. Die Übergangsfrist zur Anpas-
Schliesslich sind verschiedene Aspekte
sung der Schullehrpläne an das neue
Recht dauert bis Ende 2008.
berücksichtigt
des Qualifikationsverfahrens «Allgemein-
die unterschiedlichen Gewichtun-
bildung» mit dem allgemeinen Quali-
gen der Funktionen, die unter-
fikationsverfahren der Bildungsverord-
schiedlichen Voraussetzungen der
nungen zu koordinieren. Zu regeln sind
Lernenden und die unterschiedli-
insbesondere das Bestehen des Qualifi-
chen Stundendotationen in den
kationsverfahrens, der Übertritt aus dem
zwei-, drei- und vierjährigen Aus-
Berufsmaturitätsunterricht oder das Quali-
bildungen und differenziert die Bil-
fikationsverfahren bei Personen ohne
dungsziele, Themen und das Quali-
Lehrvertrag.
fikationsverfahren entsprechend.
Modifizierter Zeitplan
Offene Fragen
Die Zeitplanung des Projekts wurde an-
Zwei Fragebereiche müssen weiter dis-
gepasst (vgl. Tabelle): Bis Ende des ers-
kutiert werden:
ten Quartals 2005 ist der Abschluss der
a) Wie kann man den Bedürfnissen
Entwicklungsarbeiten geplant. Die Ver-
der Berufsfelder «Gesundheit und
nehmlassung wird im Sommer 2005
Soziales» im Rahmenlehrplan ge-
stattfinden. Im Hinblick auf die Inkraft-
recht werden? Wie grenzen sich in
setzung
diesen Berufen allgemeine und be-
Schweizerische Institut für Berufspäda-
rufskundliche
gogik in allen drei Sprachregionen ein
schulische
Bildung
anfangs
begleitendes
voneinander ab?
2006
plant
das
Weiterbildungsangebot
Modifizierter Zeitplan
Arbeitsschritte
2004
2005
2006
11 12 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 01 02 03 04 05 06 07 08
Entwicklungsarbeit
Konsistenzprüfung BBT
Vernehmlassung
Auswertung
Vernehmlassung
Anpassungsarbeiten
Inkraftsetzung
Umsetzung & Einführung
Kommission
«Allgemeinbildung»
24
Ist die Schweiz vom Europäischen Wissensraum
ausgeschlossen?
Im Oktober letzten Jahres reichte die FDP-Nationalrätin Christa Markwalder mit
mehreren weiteren Unterzeichnenden verschiedener Parteien im Nationalrat ein
Postulat mit dem Titel «Teilnahme der Schweiz an den Bildungsprogrammen
der EU» ein. Damit wurde der Bundesrat aufgefordert darzulegen, welche
Bildungsinitiativen der Europäischen Union für die Schweiz von Interesse sind.
Faire Chancen in einem
offenen Markt
Durch den Status der Schweiz ist es ihr
zurzeit nicht möglich, an den Bildungsprogrammen der Europäischen Union
mitzuwirken. Zwar wurde eine Teilnahme im Rahmen der bilateralen Verhandlungen II angestrebt, jedoch lehnte die EU aus juristischen Gründen eine
Zusammenarbeit in den laufenden Programmen ab. Immerhin wurde eine
Mitwirkung für die nächste Programmperiode in Aussicht gestellt. Damit hat
die Schweiz die Chance, sich ab 2007
wieder an den Bildungsprogrammen
der EU aktiv zu beteiligen. Das ist auch
dringend nötig, denn mit den bilateralen Abkommen steht den Schweizer
Bürgern nicht nur der europäische Arbeitsmarkt offen, auch die Schweiz öffnet sich gegenüber europäischen Arbeitskräften. Daher ist die Teilnahme
an den Bildungsprogrammen der EU eine wichtige Voraussetzung für faire
Chancen auf einem gemeinsamen Arbeitsmarkt.
EU auf dem Weg zum wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraum
Die meisten Programme der EU mit Namen wie SOKRATES, LEONARDO DA
VINCI und COMENIUS verfolgen das
Ziel, mit Austauschprogrammen, transnationalen Projekten und Weiterbildung den europäischen Bildungsraum
zu vereinheitlichen und die so genannte «Lissabon Strategie» des Europäischen Rates zu erfüllen.
25
WISSENSRAUM
Christoph Gütersloh
Dr. Franz Gramlinger von der CEDEFOP
nen wesentlichen Faktor für die Vollen-
(Centre européen pour le développe-
dung eines echten europäischen Ar-
ment de la formation professionnelle) in
beitsmarktes bilden.
Thessaloniki meint dazu: «Die zentrale
Christoph Gütersloh schreibt für das BCH «folio»
und den BCH Newsletter Berichte zu aktuellen
Themen der Berufsbildung. Sein Schwerpunkt liegt
auf bildungspolitischen Themen und dem Lernen
mit neuen Medien (e-Learning).
Hauptberuflich arbeitet Christoph Gütersloh als Lernmedienautor und Projektleiter für die Lernetz AG in
Bern (www.lernetz.ch). Die Lernetz AG ist auf die
didaktische Konzeption und Erarbeitung von Inhalten für elektronische Lernmedien spezialisiert.
Leitlinie bilden zurzeit die Lissabon-
Das wichtigste Bildungsprogramm für
Ziele: Damit ist der Europäische Rat im
die berufliche Bildung ist LEONARDO
Jahr 2000 angetreten, innerhalb von
DA VINCI. Im Rahmen dieses Pro-
10 Jahren der weltweit dynamischste
gramms werden transnationale Projek-
und wettbewerbsfähigste Wirtschafts-
te gefördert, bei denen die verschie-
raum zu werden – ein wissensbasier-
denen Akteure der Berufsbildung (Aus-
kationen und Kompetenzen eingeführt.
ter Wirtschaftsraum, der fähig ist, ein
bildungseinrichtungen,
Berufsschulen,
Mit Blick auf die Ziele der «Lissabon
dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit
Hochschulen, Unternehmen, Handels-
Strategie» spielen auch die Informa-
mehr und besseren Arbeitsplätzen und
kammern usw.) zusammenarbeiten, um
tions-
einem grösseren sozialen Zusammen-
Mobilität und Innovation zu fördern und
logien eine zentrale Rolle. Die Ziele
halt zu erzielen.»
die
steigern.
einer «information society» und einer
Das LEONARDO DA VINCI-Programm
«knowledge based economy» sind darin
Förderung einer gesamteuropäischen Berufsbildung
soll
der
explizit und prioritär festgelegt. Die bei-
Verbesserung ihrer fachlichen Qualifi-
den Programme e-Europe 2002 und
kation lebenslang unterstützen.
2005 belegen das mit der starken För-
Ausbildungsqualität
die
Menschen
zu
bei
Für die berufliche Bildung ist der Ko-
und
Kommunikations-Techno-
derung von e-Learning-Projekten und
penhagen-Prozess von besonderer Be-
Für Dr. Franz Gramlinger hat sich mit
der besseren Erforschung des Themen-
deutung. Er wurde 2002 begonnen und
dem Kopenhagen-Prozess der Stellen-
bereiches «e-Skills».
hat das Ziel einer verstärkten europäi-
wert der Berufsbildung auf der europäi-
Auch wenn die Schweiz ab 2007 wie-
schen Zusammenarbeit in der berufli-
schen Ebene erhöht. «Die Teilnahme-
der an den Bildungsprogrammen der
chen Bildung. Angestrebt werden ge-
länder und die Betroffenen haben sich
Europäischen Union mitwirken kann,
meinsame Ziele in der beruflichen Bil-
über die vordringlichen Themen ver-
so bleibt bis dahin doch der unbefrie-
dung und eine bessere Abstimmung mit
ständigt, sich auf Strategien für die
digende Zustand der indirekten Teil-
dem lebensbegleitenden Lernen und
Vorgangsweise geeinigt und konkrete
nahme
mit der allgemeinen und beruflichen
Instrumente für die Umsetzung entwi-
Schweiz oder Schweizer Personen und
Bildung. Neben den gesetzlichen Ver-
ckelt. Politische Übereinstimmung wur-
Unternehmen an den für den «e-Lear-
fahren für die Anerkennung von Be-
de hinsichtlich der besseren Abstim-
ning»-Bereich wichtigen Programmen
rufsqualifikationen und der europäi-
mung von beruflicher und allgemeiner
teilnehmen können, wurde bisher noch
schen Beschäftigungsstrategie soll die
– vor allem auch höherer – Bildung er-
kaum besprochen. Aber auch hier muss
Stärkung der beruflichen Bildung auf
zielt.» So wurde mit EUROPASS ein ein-
es der Schweiz gelingen, den Anschluss
europäischer und nationaler Ebene ei-
heitlicher Referenzrahmen für Qualifi-
rasch zu schaffen.
bestehen.
Wie
genau
die
Dr. Franz Gramlinger vertritt Österreich als Nationaler Experte bei der CEDEFOP. Er beschäftigt sich dort mit
dem Thema «e-Skills» und mit dem Aufbau einer Life-Long-Learning-Datenbank. Gleichzeitig ist er Herausgeber der online Zeitschrift «bwp@» (www.bwpat.de). Die CEDEFOP ist das Europäische Zentrum zur Förderung der beruflichen Bildung mit Sitz in Thessaloniki.
BCH folio 01/2005
26
27
ENVIRONNEMENT
SAIN
On vit et on apprend mieux
dans un environnement sain
Un environnement sain favorise la qualité de vie et le succès dans
l’apprentissage. C’est pour cette raison que le thème de la promotion de la
santé des élèves et de leur corps enseignant revêt une grande importance.
Cet article met en évidence des connexions et des possibilités d’action.
La santé des jeunes en Suisse
La santé et le bien-être sont des facteurs importants de dé-
travaillons sont-ils aussi vraiment leurs problèmes?» Les
veloppement et de formation. Le soutien des jeunes est donc
adultes tendent à penser que le recours à des substances
une nécessité – aussi bien sûr dans les écoles profession-
psycho-actives est un des problèmes les plus importants. Ils
nelles. Mais quels sont les thèmes prioritaires? Ou, selon les
considèrent les jeunes d’aujourd’hui comme un groupe de
Michaud1:
«Les problèmes que
consommateur-trice-s sans limite de substances addictives,
nous identifions chez les adolescents et sur lesquels nous
de champion-nne-s de la fumette2 et situent dans ce domaine
termes du prof. Pierre-André
28
BCH folio 01/2005
les priorités d’action. Beaucoup d’adolescents considèrent
également cette tranche de vie comme une phase pleine de
problèmes. Pour eux toutefois, comme le montrent aussi deux
études sur l’ensemble de la Suisse3, des thèmes tels que la
consommation d’alcool et de drogue se situent en queue de
leur liste de problèmes. Ils souhaitent qu’on les aide à gérer
leur stress, leur vie sociale et sentimentale ainsi que leur alimentation.
Il est vrai que, selon ces études, plus de 90 % des jeunes de
11 à 20 ans interrogés vont bien, mais cette image se modifie sur des questions plus précises: 35 % des jeunes filles et
20 % des jeunes gens se sont sentis parfois si déprimés
qu’ils auraient eu besoin d’un soutien professionnel – une
tendance en hausse depuis 10 ans. Par ailleurs, 40 % des
filles et 18 % des garçons étaient insatisfaits de leur apparence et de leur corps, sans effet lié à l’âge ou au niveau de
Ecole et processus de différenciation sexuelle
Filles et garçons ont des comportements à risque différents
en ce qui concerne les stratégies de gestion des problèmes
et, comme le laissent entendre les jeunes ayant participé à
l’étude SMASH sur les styles de vie, en ce qui concerne la
prise de conscience des symptômes. Il est plus difficile pour
les filles de trouver une place dans leur environnement social et de définir socialement leur sexe (gender). Les rôles de
genre sont également exercés et fixés dans la vie quotidienne scolaire. Pour cette raison, une école en santé prête
attention au genre. Elle admet par exemple que l’égalité des
chances par l’égalité de traitement ne va pas de soi et réfléchit sur ses méthodes avec un esprit critique. Les sites
Internet www.genderhealth.ch et www.ecoles-en-sante.ch
fournissent par exemple des informations sur ce thème.
formation. Ici aussi, l’évolution montre une tendance négative. L’importance de cette problématique est attestée par un
taux de suicide élevé parmi les adolescents en Suisse. Le
sentiment de valeur personnelle, la conscience de soi et les
compétences en communication jouent un rôle préventif, de
même que l’acquisition de stratégies de gestion des conflits,
des crises et des agressions.
Relation entre formation et santé
Diverses sources mettent en évidence que l’environnement
scolaire revêt une importance centrale et exerce en conséquence une influence sur la façon dont les enfants et les
adolescents se sentent et se socialisent. L’étude SMASH sur
les styles de vie fait partie de ces sources, mais aussi les récits des jeunes eux-mêmes: entre 16 et 20 ans, celles et
ceux qui évaluent positivement le climat de leur école se
J?ai d cid de vivre
en bonne sant et plaignent plus rarement de divers problèmes.
d? viter d s mainte
La promotion de la santé est le processus qui confère
nant
aux populations les moyens d'assurer un plus grand
contrôle sur leur propre santé, et d'améliorer celle-ci.
La santé est donc perçue comme une ressource de la vie
quotidienne, et non comme le but de la vie.
Charte d’Ottawa 1986
Plus d’informations:
www.gesundheitsfoerderung.ch/fr/default.asp
Une bonne ambiance scolaire est d’un grand apport. Quand
Les apprentis souffrent souvent de la triple charge que représentent l’école professionnelle, l’entreprise et les cours
interentreprises, de même que les exigences en général
croissantes liées à la revalorisation de l’apprentissage. Ils
sont en général dans un moins bon état de santé et ont des
comportements à risque plus élevés.
tout va bien, on ne vit pas seulement mieux, mais on apprend également mieux. Une série d’études étaye cette affirmation. Vuille, par exemple, dans son évaluation du Groupe
santé des écoles de la ville de Berne, arrive à la conclusion
que, dans les écoles ayant un bon climat, les élèves protégent mieux leur santé et obtiennent également de meilleurs
résultats scolaires4.
29
ENVIRONNEMENT
SAIN
La promotion de la santé devrait donc aussi jouer un rôle
moteur dans les écoles professionnelles, comme lieux de vie
en bonne santé – sans surcharge du programme, en utilisant
des tâches de formation et d’éducation portant sur des
thèmes classiques tels que la prévention des toxicomanies et
du Sida, l’alimentation et l’exercice physique. Des stratégies
à long terme sont préférables à des thèmes isolés ou à des
actions limitées dans le temps. Il faut «faire bonne école avec
la santé». Cette affirmation est à la base du concept d’«école
en santé»5, que prescrit aussi le réseau éducation + santé6.
Des effets à long terme et des changements durables dépendent aussi de la prise en compte du style de vie et du
contexte pédagogique de l’école. Par là, la promotion de la
santé à l’école déploie ses effets dans l’accomplissement du
travail de formation et d’éducation.
Comment fonctionne une «école en santé»
Au cours des années, l’accent des thèmes élaborés par les
écoles est passé du domaine somatique au domaine psychosocial7. Une école en santé aborde les problèmes et les
conflits selon un dispositif de setting (sur les lieux de vie). Il
s’agit d’un concept de promotion de la santé ayant pour objectif l’élaboration concrète de comportements individuels et
de relations structurelles. Il est possible de distinguer grossièrement deux phases d’intervention: réagir à un état aigu
par des mesures à court et à moyen terme, agir dans un sens
durable en recourant à des stratégies à long terme (cf. schéma). La planification de la démarche peut se faire en collaborant par exemple avec des centres spécialisés.
Solution
Intervention
… Prévention
Dispositif de setting
Un exemple: la violence augmente dans une école professionnelle – des jeunes filles sont harcelées, des élèves sont
mis à l’écart et mobbés, quelques élèves ont sans doute des
armes sur eux. Les interventions immédiates appropriées
Doris Summermatter est responsable du programme prioritaire «Adolescents
et jeunes adultes» de Promotion Santé Suisse et suit en ce moment un master
européen en «Promotion de la santé».
30
BCH folio 01/2005
sont: des conseils sur la gestion du mobbing fournis par un
•
La satisfaction scolaire
spécialiste au corps enseignant et des contrôles à l’école et
•
Le niveau d’empowerment personnel
dans ses alentours. Pour diminuer la propension à la violen-
•
La santé et le bonheur de vivre.
ce, une mesure préventive à moyen terme consiste à mettre
Des jeunes qui participent augmentent leur confiance en
en œuvre dans toute l’école une préparation à la gestion de
eux, se découvrent des ressources propres et prennent des
conflits, telle que le programme Chili de la Croix-rouge suis-
responsabilités sur eux-mêmes et leur environnement. Ceci
se (www.redcross.ch). Soutenu par Promotion Santé Suisse,
résulte également des analyses de «funtasy projects»9, un
le réseau suisse d’écoles en santé offre également des
programme qui a accompagné depuis 1997 près de 200 pro-
conseils et des appuis à long terme (www.ecoles-en-san-
jets participatifs avec des jeunes dans le domaine des loisirs
te.ch/html/). Ce réseau propose une analyse des forces et
et qui est soutenu par Promotion Santé Suisse.
des faiblesses et la définition des besoins de développement,
pour déterminer alors un programme en trois ans. Une déci-
La participation
sion à la majorité du corps enseignant doit être prise et la
• … est un principe de base et un mode d’action de la
direction d’école doit donner son accord, de même que les
promotion de la santé fondée sur la charte d’Ottawa.
autorités scolaires.
Empowerment
• … signifie, comme concept, le développement et le ren-
Impliquer les jeunes dans le processus
forcement des ressources et des compétences des individus et de la communauté.
Les démarches de promotion de la santé ne doivent jamais
se faire sans les premiers intéressés. Les jeunes doivent absolument avoir un rôle actif dans la préparation et la mise en
œuvre des mesures. La formation des élèves par les élèves
Quelle action concrète en tant qu’enseignant-e?
en fait aussi partie: éducation par les pairs et appui aux
La liste ci-dessous fournit un bref regard complémentaire sur
jeunes par leurs camarades permettent de promouvoir selon
des mesures qui peuvent promouvoir la santé et les perfor-
la Conférence Europeer8:
mances scolaires. Elles sont tirées de la brochure présentant
•
La compétence des élèves
les résultats de l’étude «La santé des adolescents, à l’image
•
La réussite scolaire
de la société». Pour les écoles, des modules empruntés à la
31
ENVIRONNEMENT
SAIN
promotion de la santé en entreprise peuvent être également
leur vie personnelle et pour trouver une place dans un mon-
intéressants (www.pme-vital.ch).
de du travail où il n’est plus seulement question d’assurance
•
des moyens d’existence, mais aussi de satisfaction au travail
•
Déterminez avec les jeunes des objectifs clairs et donnezleur régulièrement un feedback.
et d’épanouissement personnel. Le concept d’école en santé
Les jeunes doivent participer à la conception de
y apporte sa contribution.
l’enseignement et de l’environnement.
•
Promouvez des relations pleines de respect et de responsabilité et un climat qui n’offre pas d’espace pour le
mobbing et d’autres dérapages.
•
Créez des conditions de travail et d’enseignement favorables à la santé. Donnez le bon exemple et prenez soin
de votre propre santé, de votre bien-être et d’un bon
équilibre entre travail et vie personnelle.
•
Reposez-vous sur votre autorité naturelle plutôt que sur
votre position hiérarchique. Avec les adolescents précisément, la maîtrise des contenus, l’exemple vivant, la coopération effective et le respect obtiennent de meilleurs
résultats que la menace et la répression.
•
Evitez les comportements stéréotypés et soyez au point
sur les questions de genre en rapport avec vos élèves.
OFFRES D’APPUI
• www.educationetsante.ch: le réseau éducation + santé
vise à faire de la santé une partie constitutive de la formation.
• www.ecoles-en-sante.ch: réseau suisse d’écoles en
santé, un programme d’amélioration de la qualité de
l’école et de l’éducation, ainsi que de développement
et de promotion de la santé et du bien-être pour toutes
les personnes impliquées dans l’école.
• www.tschau.ch / www.ciao.ch: informations et conseils de
base aux jeunes sur Internet, en allemand et en français.
• www.feelok.ch: informations sur le thème de la jeunesse (en all. seulement).
• www.genderhealth.ch: informations et conseils en ma-
L’école en santé est une école pour la vie
Individualisation, pluralité des projets de vie, condescendance apparente, manque de modèles – les tendances macrosociales de notre société débouchent souvent sur la désorientation des jeunes. Ils ont besoin d’appuis pour définir
tière d’égalité des chances et de santé.
• [email protected]: zWäg – Programme de développement des compétences de vie des jeunes au cours du
premier tiers de leur formation professionnelle (pour
écoles professionnelles et entreprises).
• www.redcross.ch: Chili, training au conflit pour écoles.
• www.suissebalance.ch: Suissebalance – dispositions
combinant alimentation saine et promotion de l’activité physique.
• www.funtasy-projects.ch: Funtasy projects – Projets
participatifs pour les jeunes.
1 Prof. P.-A. Michaud, Institut de médecine sociale et préventive, citation de la
conférence de presse de l’étude SMASH en automne 2003.
2 Communiqué de presse de l’Institut suisse de prévention de l’alcoolisme et autres
toxicomanies du 18 novembre 2004.
3 Etude HBSC (Enquête OMS 2002 auprès des élèves, ISPA), Etude SMASH (enquête 2002 Santé et styles de vie des adolescents âgés de 16 à 20 ans, Institut
de médecine sociale et préventive, Lausanne). Les résultats de ces deux études
ont été résumés dans la brochure «La santé des adolescents, à l’image de la société», A. Tschumper et al. 2004, à commander au Secrétariat, Groupe de recherche sur la santé des adolescents, IUMSP, [email protected]
4 Vuille J.-C. et al. (2004): Die gesunde Schule im Umbruch, Berne
5 P. Paulus (2004): «Evidenz für die gute gesunde Schule», Institut für Psychologie,
Université de Lüneburg
6 http://www.educationetsante.ch/dyn/78090.asp
7 Réseau suisse d’écoles en santé (RES-CH), Nouvelle conception 2005-2007,
Radix Promotion de la santé, Lucerne
8 Conférence Europeer 10/03, Vienne
9 La documentation «Partizipation wirkt» (en all. seulement) peut être obtenue auprès de www.funtasy-projects.ch
32
BCH folio 01/2005
Les apprentis et la santé: en
marche vers une santé holistique
Vous trouverez ci-dessous le résultat d’un entretien effectué par BCH/FPS
auprès d’une classe d’apprentis de commerce de deuxième année dans une
école professionnelle romande:
BCH/FPS: Pensez-vous être en bonne santé physique?
Vous arrive-t-il de boire plus et de vous enivrer?
La classe d’une seule voix: nous sommes tous en bonne santé,
Brigitte: ça nous arrive parfois de boire une bouteille. Nous
mis à part une camarade qui a quelques problèmes de santé
recherchons aussi à nous défoncer avec l’alcool et avec les
assez graves.
alcools forts c’est plus rapide. Il n’y a plus de grandes diffé-
Pratiquez-vous régulièrement un sport?
rences entre les filles et les garçons.
Marc: Oui, en général une fois par semaine. Moi, comme mes
Qu’est-ce la santé mentale pour un apprenti?
camarades je joue à foot avec l’équipe du village.
Nadège: C’est être bien dans sa tête et dans son corps.
Qui est fumeur dans cette classe?
Pensez-vous être en bonne santé mentale?
Nadège (10 mains se lèvent): Dans la classe, nous sommes
Céline: En général, nous allons bien. Nous sommes simple-
une dizaine à fumer régulièrement, ce qui représente plus de
ment un peu stressés, à cause des cours et du travail en en-
la moitié de la classe. En général, nous fumons un paquet de
treprise.
cigarettes par jour.
Les cours professionnels sont-ils pour vous une cause de stress
Vous n’avez pas de problèmes de santé liés à la fumée?
permanent?
Cyrielle: Bien sûr. J’ai des problèmes de souffle, lorsque je
Thomas: Oui, car nous sommes souvent très occupés entre
monte les escaliers et d’autres problèmes liés à des pertes
les cours, les devoirs et le travail dans notre entreprise. Nous
de mémoire.
n’avons plus de temps de pratiquer nos hobbys. La réforme
Jennifer: Moi, j’ai aussi régulièrement des maux de tête.
de la formation commerciale de base nous donne beaucoup
Consommez-vous régulièrement de l’alcool?
Thomas: En général, deux ou trois verres par semaine, le
week-end principalement et l’alcool nous détend un peu et
nous permet d’être bien dans notre peau.
de travail; il y a les cours interentreprises, les dossiers à rédiger, les tests et certains profs sont plus stressants que
d’autres.
Brigitte: Les exigences de la formation commerciale sont de
plus en plus élevées et nous avons plus de responsabilités.
33
INTERVIEW
Synthese et point de vue personnel
On ne peut pas tirer de conclusion définitive à partir de ce
En ce qui concerne la consommation d’alcool, le problème
modeste entretien. Toutefois, quelques pistes de réflexion
semble moins grave en apparence. En effet, la consomma-
peuvent être amorcées. Ainsi, la bonne santé physique des
tion d’alcool semble réservée aux week-ends et «la défonce
apprentis correspond assez bien aux premiers résultats de
alcoolique» concerne seulement quelques apprentis.
l’enquête sur la santé en Suisse réalisée par l’Office fédéral
de la statistique en 2002. En effet, selon les résultats de
Au sujet du stress vécu par les apprentis quotidiennement la
l’enquête plus du 90 % des jeunes entre 15 et 24 ans pen-
problématique semble plus préoccupante. En effet, les modi-
sent être en bonne santé.
fications et les réformes entreprises dans différentes professions – formation commerciale de base par exemple – sur-
La problématique du tabac est beaucoup plus complexe. Les
charge le calendrier hebdomadaire de certains apprentis qui
inquiétudes des adultes et des responsables scolaires vis-à-
ont beaucoup de peine à gérer ce surplus de travail et les
vis des jeunes et du tabac, ne correspondent pas à celles des
nouvelles exigences de leur profession. Cependant, sans
jeunes qui banalisent leur consommation quotidienne. Ce qui
peindre le diable sur la muraille – l’apprentissage est aussi
est plus inquiétant, c’est le phénomène de la fumée passive,
une école de vie –, on pourrait envisager un tutoring efficace
qui touche 50 % des jeunes, car ceux-ci se retrouvent régu-
qui permettrait un meilleur suivi des apprentis à l’école pro-
lièrement en soirée dans des établissements publics qui au-
fessionnelle et dans leurs entreprises.
torisent la fumée. D’autre part, les conséquences concernant
la santé liées au tabac – essoufflement, perte de mémoire –
Finalement, sans proposer de recette miracle concernant la
ne sont pas considérées comme dramatiques par la majorité
gestion de la santé dans les écoles professionnelles, les res-
des jeunes interrogés. (Il faut bien mourir de quelque chose!)
ponsables scolaires doivent imaginer une nouvelle forme de
Ces réponses nous interrogent en tant qu’adultes concernés
dialogue avec les apprentis. En allant à leur rencontre et en
par la santé des jeunes et la difficulté de transmettre un
déposant quelques parcelles de leur pouvoir, les adultes
message clair concernant le tabagisme. A noter, que le zéro
concernés permettront peut-être aux apprentis de devenir
fumée dans la majorité de nos écoles professionnelles est
les acteurs sujets de leur transformation.
une très bonne chose et représente peut-être le début d’une
solution.
Personnellement, je suis assez moyenne aux cours et certains
Quels sont vos souhaits pour améliorer votre qualité de vie à
résultats m’inquiètent un peu.
l’école et au travail?
La présence d’une infirmière de santé publique dans une école
professionnelle vous semble-t-elle une bonne chose?
Thomas: Moi, je pense que ça ne sert à rien, car elle n’est
pas là tous les jours.
Nadège: On peut aussi s’adresser à la médiatrice de l’école.
Jennifer: Plus de vacances: en tout cas, une semaine de plus.
Céline: Plus de temps libre.
Nadège: Un salaire plus élevé, car je pense faire le même
travail qu’une employée de commerce. Et mon salaire et nettement inférieur.
34
BCH folio 01/2005
Assemblée des délégués FPS
du 30 octobre 2004 – un bilan
C’est avec joie et soulagement que le président central Beat Wenger revient
sur la dernière assemblée des délégué-e-s de Liestal. Elu il y a deux ans
président de FPS, il animait sa première AD et subissait ainsi un important
examen de passage. Les délégués et déléguées ont clairement suivi le comité central et ont reconnu son grand engagement. La rédaction de «folio» s’est
entretenue avec Beat Wenger sur ses deux premières années de fonction.
En octobre 2002, l’ensemble du comité
d’ensemble et de préparer, grâce à des
central de FPS s’est retiré, à l’exception
idées
du représentant romand, Christian Lé-
l’avenir. «Nous avons réussi à mettre sur
novatrices,
FPS
à
affronter
chenne. L’assemblée des délégués a élu
pied un nouveau concept de communi-
le nouveau comité, présidé par Beat
cation. Nous avons ainsi réorganisé et
Wenger, à l’unanimité. Il n’a pas accepté
optimisé le domaine des médias en
une tâche facile, si l’on songe que les
lançant ‹folio› et la newsletter ‹Forma-
événements se précipitaient déjà dans le
tion professionnelle›. Cela nous a per-
paysage de la formation professionnelle
mis de dégager un grand potentiel
en même temps que de profonds chan-
d’économie tout en donnant aux mé-
gements s’annonçaient avec la nouvelle
dias FPS encore plus de valeur et de
loi sur la formation professionnelle.
professionnalisme.»
«Nous vivons une période de décloisonnement dans tous les domaines de la
Le principal défi que la nouvelle équipe
société et de l’économie. Il ne reste pas
de FPS a dû affronter au cours de sa
pierre sur pierre. Nous devons nous
première
habituer à être chaque jour confrontés
l’introduction de la nouvelle loi sur la
à de nouvelles tâches, à de nouveaux
formation professionnelle. «Ce n’est
problèmes et défis. Vivre rime aujour-
qu’en réunissant dans FPS tous les do-
d’hui le plus souvent avec jongler à la
maines de la formation professionnelle
limite de la surcharge.» Avec son team,
que nous pourrons agir dans la cour
le nouveau capitaine de FPS a osé af-
des grands. Ce n’est qu’en faisant du
fronter avec beaucoup d’engagement
réseau fédératif ‹Formation profession-
des
thèmes
délicats.
En
plus
année
d’activité
est
de
nelle› la plate-forme suisse de toutes
l’assainissement d’une situation finan-
les personnes intéressées à la forma-
cière plutôt compromise, il s’est égale-
tion professionnelle que nous existe-
ment agi de repenser les structures
rons là où tout se joue.» Grâce à un
35
A SSEMBLÉE
DES
DÉLÉGUÉS
combat incessant et à des négociations
c’est possible. Un nouveau concept se-
ainsi soutenu le chemin proposé par le
habiles, Beat Wenger a réussi à inté-
ra présenté lors de la prochaine confé-
comité central pour rénover et réorga-
grer dans FPS les nouveaux domaines
rence des présidents.» FPS s’investit
niser FPS et en faire une association
de la formation professionnelle et à as-
par ailleurs dans toute une série de
faîtière forte, représentant tous les inté-
surer à FPS un siège âprement disputé
projets importants: nouvelle image du
rêts en matière de pratique dans les
dans la Commission fédérale de la for-
corps enseignant des écoles profession-
écoles professionnelles suisses. «C’est
mation professionnelle (CFFP). «Il s’agit
nelles, conditions d’emploi du corps
agréable de sentir à quel point les
pour notre organisation faîtière d’un ja-
enseignant dans les différents cantons,
membres nous soutiennent et, par leurs
lon important. Avec les nouveaux do-
révision du plan d’étude cadre pour
décisions, se rangent derrière nous.
maines professionnels intégrés dans le
l’enseignement de culture générale,
Tous ces signes de reconnaissance et
cadre de la loi fédérale sur la formation
congrès S2 – 2005, radar d’évaluation
de
professionnelle, FPS a gagné en enver-
des offres d’e-learning et bien d’autres.
continuer à mobiliser nos forces en fa-
gure. Nous avons maintenant fixé com-
«Ben – le travail ne s’épuisera pas si
veur de la formation professionnelle. Je
me objectif une croissance en profon-
rapidement. Nous sommes bien sûr tous
remercie chacune et chacun de la
deur, afin de déployer en commun les
et toutes à la limite de nos capacités,
confiance accordée et de cette collabo-
forces dont nous aurons besoin pour
mais nous vivons une époque de redis-
ration constructive.»
contribuer de façon significative aux
tribution des cartes et nous ne pouvons
développements de la formation pro-
tout simplement pas nous permettre de
fessionnelle.»
rester
en
dehors
des
lieux
où
d’importants aiguillages sont posés.»
Avec les membres collectifs, FPS compte aujourd’hui environ 5000 membres
En acceptant à l’unanimité le rapport
et quelque 40 sections régionales et
d’activité, les comptes, les objectifs et
professionnelles. «Cette évolution ré-
le budget, les déléguées et délégués se
jouissante nous a incités à repenser la
sont clairement prononcés lors de
structure de notre organisation et de
l’assemblée du 30 octobre 2004 pour
nos membres, en simplifiant partout où
une orientation vers l’avenir. Ils ont
sympathie
nous
motivent
pour
36
BCH folio 01/2005
Plan d’étude cadre de culture générale:
nouveautés et questions ouvertes
La nouvelle loi fédérale sur la formation professionnelle a des effets sur
la formation scolaire de culture générale dans la formation professionnelle
initiale. Elle exige la rédaction d’un plan d’étude cadre pour les divers
domaines professionnels de la formation initiale en 2, 3 et 4 ans.
Nouveautés
Ce plan d’étude cadre est en cours de
rédaction et prévoit les nouveautés suivantes:
– Les fonctions de la formation scolaire de culture générale définissent
quels sont les objectifs de cet enseignement communs à toutes les
formations professionnelles initiales.
– Pour celles qui ne connaissent pas
de séparation stricte entre la forma-
tion scolaire spécifique à la profes-
tion, les mesures d’assurance quali-
sion et la culture générale, les or-
té ainsi que les procédures de qua-
donnances sur la formation règle-
lification.
ront les fonctions de la formation
– L’encouragement des compétences
scolaire de culture générale qui doi-
linguistiques bénéficie d’une impor-
vent être assurées.
tance accrue. La nouveauté réside
– Pour les formations professionnelles
dans la formulation d’objectifs de
initiales dont l’ordonnance de for-
formation centrés sur ces compé-
mation ne règle que la formation
tences et devant être transposés
scolaire spécifique à la profession,
le plan d’étude cadre de culture générale
comprend
des
directives
concernant les objectifs de forma-
dans l’enseignement.
– Le canton règle la promulgation des
plans d’étude d’école et assure leur
qualité.
Agenda modifié
Etapes du travail
2004
2005
2006
11 12 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 01 02 03 04 05 06 07 08
Travail de
développement
Examen de cohérence
par l’OFFT
Consultation
Analyse de la
consultation
Travaux d’adaptation
Entrée en vigueur
Concrétisation et
introduction
Commission de culture
générale
37
PL AN
D’ÉTUDE
C ADRE
Martin Wild-Näf
Contact: [email protected]
– Le plan d’étude d’école prend en
Enfin, différents aspects de la procé-
pour l’adaptation des plans d’étude
compte les différentes pondérations
dure de qualification en matière de cul-
d’école aux nouvelles dispositions juri-
des fonctions, les acquis différents
ture générale doivent être coordonnés
diques s’étendra jusqu’à fin 2008.
des jeunes en formation et les dota-
avec la procédure générale de qualifi-
tions horaires spécifiques aux for-
cation dans les ordonnances sur la for-
mations en 2, 3 et 4 ans, et diffé-
mation. Il faut en particulier régler
rencie en conséquence les objectifs
l’existence même de la procédure de
de formation, les thèmes et les pro-
qualification,
cédures de qualification.
l’enseignement de maturité profession-
l’abandon
de
nelle ou la procédure de qualification
Questions ouvertes
des
personnes
sans
contrat
d’apprentissage.
Deux ensembles de questions doivent
faire encore l’objet de discussions:
a) Comment prendre en compte les
Agenda modifié
besoins des domaines profession-
L’agenda du projet a été adapté (cf. ta-
nels de la santé et du social dans le
bleau). Le terme du travail de dévelop-
plan d’étude cadre? Quelles sont
pement est prévu d’ici la fin du 1er tri-
dans ces professions les limites en-
mestre 2005. La consultation aura lieu
tre la formation scolaire de culture
en été 2005. Dans la perspective d’une
générale et la formation scolaire
entrée en vigueur début 2006, l’Institut
spécifique à la profession?
suisse de pédagogie pour la formation
b) Dans la formation professionnelle
professionnelle prévoit dans les trois
initiale en deux ans avec attesta-
régions linguistiques une offre de for-
tion, quelles doivent être les exi-
mation continue pour les responsables
gences de la formation scolaire de
de projet et pour le corps enseignant
culture générale pour les personnes
travaillant avec le plan d’étude cadre
en formation?
de culture générale. Le délai transitoire
38
In un ambiente sano si vive
e si impara meglio
Un ambiente sano favorisce la qualità di vita e il successo negli studi. Per
questo motivo l’argomento promozione della salute è di importanza capitale
per gli allievi e gli insegnanti delle scuole professionali. In questo articolo
vengono indicati i nessi e le possibilità di intervento.
La salute dei giovani in Svizzera
La salute e il benessere sono fattori determinanti dello svilup-
problemi che notiamo tra i giovani e che trattiamo sono ve-
po e della formazione. È quindi quanto mai necessario soste-
ramente i problemi dei giovani?». Gli adulti tendono a pen-
nere i giovani, proprio anche nelle scuole professionali. Ma a
sare che l’uso di sostanze psicoattive sia uno dei problemi
quali argomenti dare la precedenza? Oppure, riprendendo le
più gravi. Vedono la gioventù odierna come gruppo di con-
parole del Prof. Pierre-André Michaud1, ci si può chiedere: «I
sumatori smodati di stupefacenti, come adepti dell’hascisc2 e
39
AMBIENTE
SANO
considerano che sia necessario intervenire principalmente in
questo settore. Anche molti giovani vivono questa fase della
vita come un periodo carico di problemi. Da due studi condotti a livello svizzero3 è risultato, però, che per loro argomenti come il consumo di alcool e di droga figurano in coda
alla lista dei problemi. I giovani desiderano essere sostenuti
per meglio affrontare lo stress, la vita relazionale e sentimentale e l’alimentazione.
Doris Summermatter dirige il programma prioritario «Adolescenti e giovani
adulti» di Promozione Salute Svizzera e sta facendo un European Master in
«Health Promotion».
Il procedimento sensibile al genere fa scuola
Tra le ragazze e i ragazzi si riscontrano delle differenze nel
comportamento a rischio, nelle strategie per superare i problemi e, come suppongono gli autori dello studio SMASH,
nella percezione dei sintomi. Secondo lo studio, per le ragazze è più difficile trovare un posto nel loro ambiente sociale e
definire il loro sesso sociale («gender», genere). Anche nella
vita scolastica di tutti i giorni si esercitano e si consolidano i
Secondo questi studi, il 90 % dei giovani interrogati, di una
fascia di età tra gli 11 e i 20 anni, sta bene; ma se si va a
vedere più in profondità e più in dettaglio, la situazione cambia: il 35 % delle ragazze e il 20 % dei ragazzi si sentono a
volte così depressi, da aver bisogno di un’assistenza professionale; da dieci anni a questa parte la tendenza è in aumento. Inoltre il 40 % delle ragazze e il 18 % dei ragazzi era-
ruoli sessuali. Per questo nelle sue azioni una scuola valida e
sana è sensibile al genere. Riconosce, per esempio, che la
parità di chance non può essere ottenuta solamente trattando allo stesso modo i due sessi e riflette in modo critico sui
suoi metodi. Si possono trovare maggiori informazioni su
questo
argomento
per
esempio
sul
sito
Web
www.genderhealth.ch oppure www.gesunde-schulen.ch.
no insoddisfatti del loro aspetto e del loro fisico, e questo indipendentemente dall’età e dal tipo di formazione. Anche
qui gli sviluppi indicano una tendenza negativa. Le alte percentuali di suicidi tra i giovani in Svizzera dimostrano
l’ampiezza di questa problematica. Si può intervenire promovendo la coscienza del proprio valore, l’autoconsapevolezza
e anche le competenze comunicative. È inoltre necessario
trasmettere le strategie per affrontare e superare i conflitti, le
crisi e le aggressioni.
Interazione tra formazione e salute
Diverse fonti confermano che l’ambiente scolastico ha una
grande importanza e quindi anche una grande influenza sul
modo di sentire e di socializzare dei bambini e dei giovani.
Tra queste fonti citiamo lo studio sullo stile di vita SMASH e
le affermazioni degli stessi giovani: quelli tra i 16 e i 20 anni che valutano in modo positivo il clima nella loro scuola, si
lamentano più raramente a causa di problemi diversi.
Ho deciso di vivereLa promozione della salute mira ad un processo che
in modo sano e a permetta a tutti di raggiungere un grado elevato di autopartire da subito determinazione, rendendoli quindi capaci di fortificare la
evito il fattore di
propria salute.
La salute è da intendere come una componente essenziale della vita di tutti i giorni e non come obiettivo principale della vita.
Carta di Ottawa 1986
Per maggiori informazioni:
www.gesundheitsfoerderung.ch
Un buon ambiente a scuola apporta molto. Quando tutto va
bene, non solo si vive meglio, ma si impara anche meglio.
Tutta una serie di studi lo conferma. Vuille nella sua valutaGli apprendisti soffrono spesso a causa di una triplice solle-
zione dell’équipe sanitaria delle scuole della città di Berna
citazione: da parte della scuola professionale, dell’azienda in
giunge alla conclusione che nelle scuole con un buon clima
cui svolgono il loro apprendistato e dei corsi interaziendali;
il comportamento sanitario degli allievi come anche i succes-
in generale però anche a causa della rivalutazione del tiroci-
si nell’apprendimento sono migliori4.
nio. Spesso si trovano in condizioni di salute poco buone e
Nelle scuole professionali la promozione della salute dovreb-
hanno un comportamento più spiccatamente a rischio.
be quindi assumere un ruolo principale, il comportamento
40
BCH folio 01/2005
sano dovrebbe essere vissuto: senza costituire un maggior
carico e al di là dei compiti formativi e educativi con temi
classici come prevenzione contro gli stupefacenti e l’AIDS,
alimentazione e movimento. Invece di temi singoli e campagne limitate nel tempo sono necessarie strategie durature.
Si deve «fare una buona scuola con la salute». Questo principio costituisce la base per il concetto della «scuola valida e
sana»5, al quale si dedica anche la rete formazione + salute6.
Per ottenere effetti a lungo termine e cambiamenti duraturi
bisogna considerare e includere anche lo stile di vita e il
contesto pedagogico della scuola. In questo modo la promozione della salute a scuola sostiene lo svolgimento del lavoro
di formazione e di educazione.
Come funziona la «scuola valida e sana»?
Nel corso degli anni i punti prioritari dei temi da trattare a
scuola si sono spostati dal campo somatico a quello psicosociale7. La scuola valida e sana si occupa dei problemi e dei
conflitti secondo il criterio di setting. Si tratta al riguardo di
un programma di promozione della salute che mira ad elaborare in modo concreto il comportamento individuale e i rapporti strutturali. Grosso modo si possono distinguere due fasi di intervento: reagire ad una situazione acuta con misure
a breve e a medio termine, agire nel senso della sostenibilità
con strategie a lungo termine (vedere lo schema qui sotto).
Per la pianificazione della procedura si può collaborare per
esempio con esperti.
Soluzione
Intervento
di mobbing e controlli all’interno della scuola e intorno ad
essa. Per diminuire la tendenza alla violenza si può organizPrevenzione
zare in tutta la scuola, come misura preventiva a medio termine, un corso per la gestione pacifica dei conflitti, per
esempio il programma chili della Croce Rossa Svizzera
(www.redcross.ch). Consulenza e assistenza a lungo termine
vengono offerte anche dalla Rete svizzera delle scuole che
Criterio di setting
promuovono la salute, che viene sostenuta da Promozione
Salute Svizzera (www.gesunde-schulen.ch). La rete invita ad
Un esempio: in una scuola professionale si sta propagando
effettuare un’analisi dei punti deboli e dei punti forti e defi-
sempre più un clima di violenza: le ragazze vengono mole-
nire la necessità di sviluppo, per fissare dapprima un pro-
state, alcuni allievi vengono emarginati e sottoposti a mob-
gramma triennale. È necessaria una decisione da parte della
bing, altri portano probabilmente a scuola delle armi. In que-
maggioranza del corpo insegnante, della direzione e anche
sto caso gli interventi immediati sono: consulenza del corpo
delle autorità di sorveglianza.
insegnante da parte di uno specialista su come agire in caso
41
AMBIENTE
SANO
Far partecipare i giovani ai processi
Nei processi di promozione della salute non si può fare il
conto senza l’oste. I giovani devono imperativamente partecipare in modo attivo alla preparazione e alla realizzazione
delle misure. È anche necessario che i giovani vengano guidati: secondo la conferenza Europeer8, la Peer Education, la
I giovani che partecipano a questo programma hanno maggiore
fiducia in se stessi, scoprono le proprie risorse e si assumono responsabilità per sé e il loro ambiente. Lo ha dimostrato anche
l’analisi di «funtasy projects»9, un programma che dal 1997 ha
seguito circa 200 progetti partecipativi con i giovani nel tempo
libero e che viene sostenuto da Promozione Salute Svizzera.
promozione dei giovani tramite i coetanei, favorisce:
Partecipazione
•
la competenza degli allievi
• … è un atteggiamento fondamentale e un criterio di
•
il successo scolastico
azione della promozione della salute sulla base della
•
la soddisfazione a scuola
Carta di Ottawa.
•
il grado personale di empowerment
Empowerment
•
la salute e la soddisfazione della propria vita.
• … con questo termine si intendono lo sviluppo e il consolidamento delle risorse e delle competenze delle singole persone e della comunità.
42
BCH folio 01/2005
Che cosa può fare lei concretamente come
insegnante?
L’elenco qui sotto le offre una breve panoramica sulle misure
che favoriscono la salute e il rendimento scolastico. I punti
sono stati tratti dall’opuscolo sui risultati dello studio «La salute degli adolescenti, specchio della società». Per le scuole
possono essere interessanti anche i moduli della promozione
della salute nelle aziende (www.kmu-vital.ch).
•
Elabori con i giovani degli obiettivi chiari e dia regolarmente un feedback.
•
I giovani dovrebbero partecipare a dar forma alla lezione
e all’ambiente.
•
Promuova un comportamento rispettoso e cosciente delle
responsabilità e un ambiente che non offra spazio a mobbing e altre forme di aggressione.
•
Crei condizioni di lavoro e di apprendimento che promuovano la salute. Dia il buon esempio e si preoccupi per
la sua salute, il suo benessere e una buona Work Life Balance.
•
Costruisca sulla sua autorità naturale invece che sulla sua
posizione gerarchica. Proprio tra i giovani la competenza,
la funzione di esempio vissuta, la collaborazione e il rispetto sono accettati meglio della pressione e della repressione.
•
Eviti i casi di comportamento stereotipo e impari a comportarsi con i suoi allievi in modo sensibile al genere.
POSSONO ESSERLE UTILI
• www.BildungundGesundheit.ch: La rete formazione +
salute ha come obiettivo quello di fare della salute una
componente permanente della formazione.
• www.gesunde-schulen.ch: Rete svizzera delle scuole
che promuovono la salute, un programma per migliorare la qualità della scuola e della formazione, e per lo
sviluppo e la promozione della salute e del benessere
di tutte le persone coinvolte nella scuola.
• www.tschau.ch / www.ciao.ch: Informazioni fondamentali e consulenza basandosi su Internet, per i giovani,
in francese e tedesco.
• www.feelok.ch: Informazioni su temi per i giovani.
• www.genderhealth.ch: Informazioni e indicazioni sul
tema pari opportunità e salute.
• [email protected]: zWäg – Programma per la promozione delle competenze di vita per i giovani nel primo
terzo della formazione professionale (per scuole professionali e aziende di tirocinio).
• www.redcross.ch: Corso chili di gestione dei conflitti,
per le scuole.
• www.suissebalance.ch: Suissebalance: metodo continuato di alimentazione sana e promozione del movimento.
• www.funtasy-projects.ch: Funtasy projects: progetti
con la partecipazione dei giovani.
La scuola valida e sana è una scuola per la vita
Individualizzazione e pluralizzazione dei progetti di vita, accettazione apparente, mancanza di modelli: a causa delle
tendenze macrosociali della nostra società spesso i giovani
perdono l’orientamento. Hanno bisogno di sostegno per definire la loro vita e trovare un posto in un mondo del lavoro
nel quale non si tratta più solamente di garantire l’esistenza,
ma anche di essere soddisfatti sul lavoro e di autorealizzarsi.
Il programma della scuola valida e sana li aiuta in questo.
1 Prof. P.-A. Michaud, Istituto di medicina sociale e preventiva, citazione da una
conferenza stampa sullo studio SMASH dell’autunno 2003
2 Comunicato stampa dell’Istituto svizzero di prevenzione dell’alcoolismo e di altre
tossicomanie del 18.11.2004
3 Studio HBSC (inchiesta OMS tra gli allievi 2002 dell’ISPA), studio SMASH (Studio
sulla salute e sullo stile di vita dei giovani tra i 16 e i 20 anni, Istituto di medicina sociale e preventiva Losanna). Risultati dei due studi riassunti nell’opuscolo
«La salute dei giovani come specchio della società», A. Tschumper et al. 2004, da
ordinare presso: Secrétariat, Groupe de recherche sur la santé des adolescents,
IUMSP, [email protected]
4 Vuille J.-C. et al. (2004): Die gesunde Schule im Umbruch, Berna
5 P. Paulus (2004): «Evidenz für die gute gesunde Schule», Istituto di psicologia,
Università di Lüneburg
6 http://www.bildungundgesundheit.ch/dyn/1463.asp
7 Rete svizzera delle scuole che promuovono la salute, Nuova concezione 20052007, Radix Promozione della salute, Lucerna
8 Conferenza Europeer 10/03, Vienna
9 La documentazione «Partizipation wirkt» può essere ottenuta all’indirizzo
www.funtasy-projects.ch (per ora solo in tedesco, a partire da febbraio in parte
in francese)
43
ECO-COMUNIC ARE
Comprendere sperimentando:
laboratori attivi sul tema
«Eco-comunicare» 1
Nell’ambito delle sue offerte di formazione continua, la sezione di lingua italiana
e romancia dell’Istituto Svizzero di Pedagogia per la Formazione Professionale
(ISPFP - Lugano) ha organizzato la scorsa estate, in collaborazione con
l’Università degli Studi dell’Insubria (Varese) e con il patrocinio della Comunità
di Lavoro Regio Insubrica, una Summer School dal titolo «Eco-comunicare. Idee
per un nuovo sapere: sensibilità, linguaggi, territori, tecnologie», svoltasi dal
14 al 18 settembre 2004, presso il Centro Studi Monte Verità di Ascona.
Tema e contesto
Una settimana di studio rivolta a docenti e studenti della regio insubrica, che ha messo a tema in modo critico – prendendo così le distanze da alcuni luoghi comuni diffusi - il discorso odierno sulla comunicazione, cercando di evidenziarne non solo le innegabili potenzialità, ma anche gli aspetti
destabilizzanti, ideologici e strumentali.
Per cercare di analizzare un fenomeno così ampio e al tempo stesso sfuggente qual è quello della «comunicazione», sono state privilegiate quattro linee di riflessione: quella sulle
sensibilità (chiedendoci come esse reagiscano agli effetti
delle modalità comunicative attuali); quella sui linguaggi
(sempre più plurali e condensati in spazi impreparati al loro
moltiplicarsi); quella sui territori (attraversati da flussi umani e informativi inediti) e, infine, quello sulle tecnologie (con
il loro modo specifico di ridefinire situazioni, ruoli, relazioni,
comportamenti e in definitiva habitus mentali).
Approcci
Su ognuna di queste aree, accanto a relatori2 provenienti
da diverse Università ed Istituzioni europee3 è stato invitato
ad intervenire anche un gruppo di formatrici e formatori4
dell’ISPFP.
Obiettivo precipuo dell’iniziativa, quello di realizzare un modello didattico che affiancasse alla sezione delle relazioni di
approfondimento svolte in aula, una serie di laboratori strutturati in modo da suscitare il coinvolgimento diretto dei partecipanti sui singoli temi trattati.
Nelle righe seguenti presenteremo il lavoro svolto in quest’
ultima sezione, con l’intento di esplicitare le logiche, le strategie e i presupposti teorici sottostanti, così come la metodologia adottata. Guarderemo, cioè, all’esperienza in un
ottica di ricerca e sviluppo, cercando di evidenziarne gli
aspetti maggiormente innovativi.
44
BCH folio 00/2005
Metodo e attività
Al fine di dare unità ai quattro laboratori proposti, si è deci-
Secondo la concezione costruttivista, che ha guidato la progettazione dei laboratori, la realtà non è da considerarsi un
qualcosa che esiste «là fuori», indipendentemente dall’osservatore che la considera o dal soggetto che la esperisce, bensì la risultante di una costruzione che coinvolge attivamente
ciascuno. Sul versante formativo questo approccio fa risal-
so di utilizzare la metafora del viaggio sia per comunicare
l’idea di un percorso di conoscenza non sempre parcellizzabile in compartimenti stagni (ma anzi, proprio come un
viaggio, ricco e complesso), sia per creare uno sfondo unificatore che rendesse tra loro omogenee le attività da proporre ai partecipanti.
tare il ruolo fondamentale degli individui nella costruzione
della
conoscenza,
valorizzandone
il
coinvolgimento
e
l’espressione. Ad un livello più specifico ci si è fondati inoltre sulla metodologia dei Laboratori di Epistemologia Operativa (LEO)5, che coniugano in maniera originale gli apporti
della psicologia genetica e della psicologia culturale.
Le strategie derivanti da queste premesse sono essenzialmente: l’attenzione particolare all’operatività; la costruzione
di un contesto morfogenetico, in cui favorire stimoli ed esperienze diversificate attorno ad un tema condiviso; l’utilizzo
della metafora come strumento cognitivo; lo spiazzamento
cognitivo e l’osservazione da parte dei presenti delle «mosse
cognitive» attivate.
Il viaggio
Punto di partenza del viaggio è stato il laboratorio «Sensibilità»: momento dedicato alla presentazione reciproca dei
partecipanti; alla scelta di un oggetto, tra alcuni proposti,
che avrebbe accompagnato ciascun «viaggiatore» per l’intero
percorso «settimanale» e, infine, allo svolgimento di una
prima attività, studiata in modo tale da lasciare emergere le
diverse forme di «sentire» – in senso ampio – suscitate dall’ascolto di un dialogo svolto in rete.
Ogni viaggio costituisce (o dovrebbe costituire) un momento
di scoperta, di esplorazione, di conoscenza dei, e di orientamento nei, territori che attraversa. In questo senso, il laboratorio intitolato «Esplorazioni» ha voluto mettere in evidenza
L’ideazione dei laboratori
Sulla base di queste considerazioni, il gruppo di formatori ha
lavorato cercando di promuovere strategie che favorissero la
creatività, l’approfondimento e l’evocazione di temi ed attività legati agli assi portanti del seminario.
Ciascun formatore ha dunque proposto, negoziato e condiviso col team di lavoro – nell’ambito di una intera giornata organizzata appositamente là dove si sarebbe poi svolta la
Scuola Estiva - riflessioni ed approfondimenti elaborati in
una precedente fase di lavoro individuale.
la relazione tra spazio e linguaggio proponendo di comunicare l’esperienza dell’esplorazione attraverso la mediazione
di linguaggi diversi, dal gestuale-corporeo all’orale, passando per quello visivo.
La metafora del viaggio è stata così anche l’occasione per
apprendere, o riscoprire, nuovi linguaggi, grazie ai quali
instaurare relazioni. Con «Camminare nel silenzio», è stato
invece proposto, quale terza tappa, un laboratorio la cui
attività si è svolta quasi integralmente in silenzio, reputando
di fondamentale importanza, nel «rumore comunicativo»
caratterizzante la nostra epoca, una riscoperta di questa dimensione: modalità espressiva pregnante, densa e profonda
al pari di altre.
«Risonanze…»: l’ultimo workshop ha rievocato, attraversato
e ricucito i Leitmotive dell’intera Summer School. La musica,
e di conseguenza anche l’attività proposta, nel suo essere
contemporaneamente linguaggio (l’evoluzione storico-stilistica), sensibilità (l’effetto emotivo-percettivo), territorio (la partitura) e non da ultimo tecnica (le regole compositive e la
struttura), ha quindi fatto da colonna sonora a conclusione
del percorso.
Al termine delle diverse attività, ciascun partecipante ha restituito l’oggetto che lo aveva accompagnato per l’intero
viaggio, esplicitando verbalmente il tipo di cammino che
45
ECO-COMUNIC ARE
Elena Mock, Deli Salini; Luca Bausch, Elena Boldrini, Alberto Cattaneo,
Fabio Merlini, Giovanna Monguzzi
sentiva di aver compiuto (di crescita, di smarrimento, di
e di linguaggi, si è cercato di far emergere quella ricchezza
esplorazione, di approfondimento…).
conoscitiva che scaturisce solo ai confini di ciascuna disciplina, laddove questa si interseca e si sovrappone ad altre.
Conclusioni
Occorre, dunque, rifarsi alla dimensione della complessità,
Il percorso descritto, oltre a quanto emerso a livello dei sin-
zioni; i saperi si colgono, infatti, nelle loro molteplici inter-
goli laboratori, conduce a riflessioni di più ampio respiro cir-
connessioni e nella quotidianità delle pratiche in situ. È
ca la metodologia utilizzata nell’ideazione di queste attività
quindi nell’interdisciplinarità di attività come quelle propo-
didattiche.
ste, che non si arrestano cioè alle singole discipline e che
che scaturisce inevitabilmente dall’operatività e dalle situa-
In linea con quanto detto sui presupposti della teoria costrut-
non si limitano ai tradizionali approcci ex cathedra, che il
tivista, i laboratori sono nati col preciso intento di creare si-
soggetto, «spettatore» e insieme «attore» del farsi delle disci-
tuazioni in cui fosse data la possibilità di esperire alcune
pline stesse, partecipa alla costruzione del sapere.
delle dimensioni emerse negli interventi di stampo teorico.
Alla base di ciò, vi è infatti la convinzione che la costruzione
della conoscenza non possa essere ridotta ad un mero trasferimento di informazioni «dichiarative», per quanto elaborato ed approfondito, ma che essa richieda e contempli la
messa in scena di un ben più ampio e complesso spettro
esperienziale.
La presenza, poi, di relatori appartenenti a diverse aree di
studio, riflette l’intento di non indulgere nell’utilizzo di saperi affrontati per compartimenti stagni, orientati ad una ingannevole linearità del sapere, e nemmeno nella ricerca di
relazioni statiche e invariate tra questi. Al contrario, e per
quanto arduo, in considerazione della differenza di approcci
1 Una riflessione più articolata ed approfondita dell’esperienza pedagogico-didattica sarà pubblicata nel secondo volume della Collana «Cultura, Formazione, Tecnologie», presso l’Editore Armando Dadò.
2 Margherita Hack, Pietro Barcellona, Paolo Bellini, Jocelyn Benoist, Claudio Bonvecchio, Lorenzo De Carli, Gianni Ghisla, Carlo Maccagni, Graziano Martignoni,
Fabio Merlini, Fabio Tripaldi, Ezio Vaccari.
3 Università degli Studi dell’Insubria; Università di Parigi I-Sorbona; Università
degli Studi di Firenze; Università di Friborgo; Scuola Universitaria Professionale
della Svizzera Italiana; Istituto Fernand Braudel (Catania); Radio Televisione
Svizzera di lingua Italiana.
4 In seguito le designazioni al maschile indicano anche le figure femminili che
hanno preso parte all’esperienza, sia in qualità di relatrici, sia come partecipanti.
5 Si vedano a questo proposito gli studi di Donata Fabbri ed Alberto Munari; in
particolare il capitolo «I laboratori di epistemologia operativa» in Apprendere
nelle organizzazioni, Roma, Carocci Editore, 1994.
46
BCH folio 01/2005
Assemblea dei delegati FPS del 30 ottobre 2004:
un punto della situazione
Beat Wenger, il presidente centrale, guarda con piacere e sollievo alla scorsa
assemblea dei delegati tenutasi a Liestal. Chiamato due anni fa alla presidenza della FPS, questa è stata la sua prima AD e quindi la prima grande
prova. I delegati hanno chiaramente sostenuto il comitato centrale e hanno
lodato il suo grande impegno.
La redazione di «folio» ha
parlato con Beat Wenger sui
suoi primi due anni in carica.
Fatta eccezione per Christian Léchenne,
il rappresentante romando, nell’ottobre
2002 tutto il comitato centrale FPS aveva presentato le dimissioni. All’unanimità l’assemblea dei delegati aveva
eletto il nuovo comitato con Beat Wenger come presidente. Egli non si è assunto un compito facile, se si pensa che
a quell’epoca gli avvenimenti nell’ambito della formazione professionale incalzavano e che con la nuova legge federale sulla formazione professionale si
annunciavano grandi cambiamenti.
dovere affrontare quasi giornalmente
Nel suo primo periodo in carica, per la
nuovi compiti, nuovi problemi e nuove
nuova équipe FPS la grande sfida era
sfide. Oggi vivere significa spesso de-
costituita, e lo è tuttora, dall’introdu-
streggiarsi ai limiti delle proprie possi-
zione della nuova legge sulla formazio-
bilità.» Con molto impegno e insieme
ne professionale. «Solo quando saremo
alla sua équipe, il nuovo capitano FPS
riusciti a riunire nella FPS tutti i settori
ha osato toccare anche temi scabrosi.
professionali, potremo partecipare anche
Oltre al risanamento della situazione
noi al concerto dei grandi. Solo quando
finanziaria piuttosto preoccupante, si
nella rete della ‹Formazione professio-
trattava anche di riflettere sulle strut-
nale› saremo considerati la piattaforma
ture generali e con nuove idee permet-
svizzera per gli interessi di tutti gli in-
tere alla FPS di affrontare il futuro su
segnanti della formazione professiona-
basi solide. «Siamo riusciti a creare una
le, saremo là dove si suona la musica.»
nuova concezione per la comunica-
Grazie alla sua lotta instancabile e alla
zione. Con ‹folio› e la ‹newsletter For-
sua destrezza nel corso delle trattative,
mazione professionale› abbiamo riorga-
Beat Wenger è riuscito a integrare nella
nizzato e ottimizzato il settore media.
FPS i nuovi campi professionali e ad
«Viviamo in un periodo in cui i settori
Da un lato
questo ci ha offerto un
assicurare alla FPS un seggio in seno
sociali e quelli economici hanno perso
grande potenziale di risparmio, dall’al-
alla Commissione federale della forma-
le loro frontiere. Non resta pietra su
tro i media FPS hanno potuto essere ri-
zione professionale (CFFP) per il quale
pietra. Ci si deve abituare al fatto di
valutati e professionalizzati.»
ha dovuto battersi accanitamente. «Si
47
A SSEMBLEA
DEI
DELEGATI
tratta di una pietra miliare per la nostra
cupa di tutta una serie di progetti im-
2004 hanno chiaramente approvato
associazione di categoria. Con i campi
portanti: nuovo profilo professionale
anche la rotta orientata verso il futuro.
professionali che vengono contemplati
degli insegnanti delle scuole professio-
Sostengono quindi la via presa dal CC
ora nella legge federale sulla formazio-
nali, condizioni di assunzione per il
per innovare e riorganizzare la FPS in
ne professionale, la FPS si è ora molto
corpo insegnante nei diversi cantoni,
quanto forte associazione di categoria
ampliata. Ci siamo posti come obiettivo
revisione del programma quadro per
per tutti gli interessi della scuola pro-
di crescere anche in profondità, per
l'insegnamento della cultura generale,
fessionale in Svizzera. «È bello sentire
spiegare insieme le forze di cui abbia-
congresso S2 – 2005, radar di valu-
come i soci ci sostengano e con le loro
mo bisogno per dare anche noi un’im-
tazione per le offerte di e-learning
decisioni ci infondano coraggio. Tutti
pronta determinante agli sviluppi della
e molto altro ancora. «Eh, sì: tanto in
questi segnali di apprezzamento e di
formazione professionale.»
fretta il lavoro non ci verrà a mancare.
simpatia ci motivano a continuare a im-
Naturalmente siamo tutti al limite delle
piegare le nostre forze per gli interessi
Con i membri collettivi la FPS conta
nostre forze, ma in questo momento si
della formazione professionale. Vi rin-
oggi circa 5000 soci e una quarantina
stanno ridistribuendo le carte e non
grazio per la fiducia accordataci e per
di sezioni specializzate e regionali.
possiamo permetterci di non partecipa-
la collaborazione costruttiva.»
«Questi sviluppi positivi ci hanno spinto
re là dove vengono manovrati gli scam-
a riflettere sulla struttura organizzativa
bi importanti.»
e su quella dei soci, e a semplificarla là
dove è possibile. Alla prossima confe-
Approvando all’unanimità il rapporto
renza dei presidenti verrà presentato il
annuale, i conti, gli obiettivi e il budget,
nuovo programma.» Inoltre la FPS si oc-
i delegati all’assemblea del 30 ottobre
48
BCH folio 00/2005
Programma quadro per l'insegnamento della
cultura generale: innovazioni e questioni aperte
La nuova legge sulla formazione professionale ha effetti sulla cultura
generale nella formazione professionale di base. Richiede di sviluppare
un programma quadro per i diversi settori della formazione professionale
nella formazione di base biennale, triennale e quadriennale.
Innovazioni
Questo programma quadro si sta svilup-
za sulla formazione come esse as-
circa gli obiettivi formativi, le misu-
pando e prevede le seguenti innovazioni:
sicurano le funzioni della cultura
re di garanzia della qualità e la pro-
– Le funzioni della cultura generale
definiscono i compiti che essa assu-
cedura di qualificazione.
generale.
– Per le formazioni di base che
– La promozione linguistica acquista
me in tutte le formazioni di base.
nell’ordinanza sulla formazione dis-
maggiore importanza. Come novità
– Le formazioni di base che non pre-
ciplinano solo le conoscenze profes-
sono stati formulati degli obiettivi
vedono una netta separazione tra
sionali, il programma quadro per
formativi relativi alla promozione
conoscenze professionali e cultura
l'insegnamento della cultura gene-
linguistica, da perseguire nell’in-
generale disciplinano nell’ordinan-
rale contiene ulteriori prescrizioni
segnamento.
Calendario modificato
Fasi di lavoro
2004
2005
2006
11 12 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 01 02 03 04 05 06 07 08
Lavoro di sviluppo
Controllo della
consistenza UFFT
Consultazione
Valutazione
consultazione
Lavori di adeguamento
Entrata in vigore
Attuazione &
introduzione
Commissione «cultura
generale»
49
PROGRAMMA
QUADRO
Martin Wild-Näf
Contatto: [email protected]
– Il Cantone disciplina l’emanazione
campi professionali sanità e sociali-
dei programmi scolastici e ne ga-
tà? Come si delimitano in queste
rantisce la qualità.
professioni la formazione scolastica
– Il programma scolastico tiene conto
delle diverse ponderazioni delle
generale e la formazione scolastica
in conoscenze professionali?
funzioni, delle diverse condizioni
b) A quali esigenze devono rispondere,
degli allievi e delle diverse dotazio-
nella cultura generale, gli allievi
ni orarie nelle formazioni biennali,
della formazione professionale di
triennali e quadriennali, e differen-
base biennale con attestato?
zia conseguentemente gli obiettivi
Vanno infine coordinati diversi aspetti
formativi, i temi e la procedura di
della procedura di qualificazione cultu-
qualificazione.
ra generale con la procedura di qualificazione generale delle ordinanze sulla
Questioni aperte
formazione. Sono in particolare da di-
Due ambiti di problemi vanno ulterior-
dura di qualificazione, la provenienza
mente discussi:
dall’insegnamento per la maturità pro-
a) Come si può tenere adeguatamente
fessionale o la procedura di qualifica-
conto,
nel
programma
sciplinare il superamento della proce-
quadro
d’insegnamento, dei bisogni dei
zione in caso di persone senza contratto di tirocinio.
Calendario modificato
La pianificazione temporale del progetto è stata adeguata (cfr. tabella): entro
la fine del primo trimestre 2005 è prevista la conclusione dei lavori di sviluppo. La consultazione avrà luogo nell’estate del 2005. In vista dell’entrata
in vigore all’inizio del 2006, l’Istituto
svizzero di pedagogia per la formazione
professionale ha in programma in tutte
le tre regioni linguistiche un’offerta
accompagnatoria di aggiornamento per
gli/le responsabili di progetti e per
gli/le insegnanti che lavorano con il
programma quadro per l'insegnamento
della cultura generale. Il periodo transitorio per l’adeguamento dei programmi
scolastici al nuovo diritto dura fino alla
fine del 2008.
50
BCH folio 00/2005
L'informatica è anche donna?
L’esperienza della formazione per sole ragazze presso la Scuola d’arti e mestieri di Trevano offre interessanti spunti per l’impostazione di una formazione volta a incrementare la presenza femminile nell’ambito tecnico-scientifico.
Perché le donne non scelgono
professioni tecniche
Recenti studi europei e svizzeri hanno
individuato 5 aree tematiche per spiegare il differente approccio e una certa
reticenza delle donne ad intraprendere
una carriera tecnico-scientifica: i stili
cognitivi legati alla propria identità che
ritengono alcuni materie più consono
alla sfera maschile piuttosto che femminile, i condizionamenti e stereotipi
e mestieri di Trevano, che ha visto im-
ti la scelta della professione: in un in-
pegnato 13 giovani donne di età tra i
chiesta effettuata a ragazzi e ragazze
15 e 23 anni. In considerazione degli
della scuola di Trevano quasi il 20 %
studi recenti si è prestato particolare
delle ragazze non sapeva ancora indi-
attenzione alla formazione dei docenti
care le professioni future che intrapren-
coinvolti che sono stati preparati alle
derà, i maschi per contro sembravano
differenti modalità di apprendimento e
più inclini a professioni molto vicine
di
alla loro scelta scolastica.
comunicazione
al
femminile.
L’esperienza positiva ha permesso di
continuare con nuove classi di circa 20
allieve ciascuna.
sociali, la mancanza di modelli di identificazione
positivi
per
le
ragazze,
l’assenza della presentazione dell’informatica sotto un’ottica femminile, maggiormente caratterizzata da motivazioni
relazionali, ed infine alcune differenze
cerebrali ed emozionali che influenzano
le tecniche di visualizzazione cerebrale,
l’uso della lingua e l’approccio cognitivo.
Una scuola di informatica al
femminile
Per invogliare le donne di addentrarsi
maggiormente nelle nuove tecnologie,
ambito che grazie alla telematica e la
possibilità del lavoro a distanza offre
tra l’altro interessanti opportunità lavorative anche per chi ha famiglia, nel
1999 si è instaurata una classe pilota di
sole informatiche presso la Scuola d’arti
La formazione in informatica
che attira le ragazze
I primi risultati al primo ciclo
di formazione concluso
In una formazione al femminile il com-
Dal monitoraggio dell’esperienza pilota
giovani necessitano di una presenza
da parte dell’Istituto svizzero di peda-
femminile nel corpo insegnante, di
gogia per la formazione professionale
esempi concreti di riuscita di donne
voluto dalla Divisione della formazione
nella scienza nonché di una didattica
professionale emerge per esempio che
interattiva basata sulla collaborazione
la maggioranza delle ragazze informati-
tra pari ed una presentazione delle ma-
che intervistate ha scelto la formazione
terie scientifiche «umanizzata». La ri-
perché rivolta alle sole ragazze, che di
nuncia alla coeducazione purché in-
per sé non riscontrano una differenza
dicata non dovrebbe comunque com-
d’interesse alle materie tecniche e che
promettere l'interazione e la collabora-
ritengono che nel mondo professionale
zione con i coetanei maschi che po-
i ruoli sono abbastanza interscambiabi-
trebbe essere incoraggiata da ambedue
li. Lampanti invece i risultati riguardan-
i lati con progetti a carattere multidis-
puter è un necessario strumento, un
supporto alla dimensione sociale. Le
ciplinare ai quali sia ragazze sia ragazzi possono portare il loro contributo.
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