i talienische filmtage 2011 10. bis 16. November, Würzburg 150 Inhalt Grußwort 04 Vorwort 05 Et in terra pax 06 Habemus Papam 08 Happy Family 10 Immaturi Zurück auf Los 12 Into Paradiso 14 La prima cosa bella 16 Sei Venezia 6 x Venedig 18 Lo spazio bianco Der weiße Raum 20 L’uomo che verrà Ein Mensch kommt in die Welt 22 Impressum / Danksagung 24 Programmspiegel 25 50 3 1 Grußwort Vorwort Liebe Freunde des Cinema Italia! Die Filmkultur in Italien ist nur eine Facette dieses so überreichen Kunst- und Kulturlandes. Gerade haben wir aus Anlass des 150jährigen Bestehens der Republik Italien mit sechs italienischen Filmen „Auguri Italia!“ gewünscht – Liebe Freunde des Cinema Italia! eine Veranstaltungsreihe des Central-Programmkinos und des TIC. Nun freue ichDie Filmkultur mich, die dritten Italienischen FilmtageKunstin und unserem in Italien ist nur eine Facette dieses so überreichen Kulturlandes.Programmkino Gerade haben wir aus willkommen zu heißen. Ich danke den Initiatoren, die im„Auguri Rahmen 14. Anlass des 150-jährigen Bestehens der Republik Italien mit sechs italienischen Filmen Italia!“der gewünscht – eine Veranstaltungsreihe des Central-Programmkinos undMal des TIC.diese Nun freue ich mich, die dritten Italienischen CINEMA ITALIA-TOURNEE zum dritten Filmtage in Würzburg Filmtage in unserem Programmkino willkommen zu heißen. Ich danke den Initiatoren, die mehr, im Rahmen der 14. organisieren. Und unser Programmkino „Central“ zeigt einmal dass es CINEMA ITALIA-TOURNEE zum dritten Mal diese Filmtage in Würzburg organisieren. Und unser Programmkino mit Sicherheit die richtige Idee war. „Central“ zeigt einmal mehr, dass es mit Sicherheit die richtige Idee war. Allen Freunden guter Filme und insbesondere der italienischen Filmkunst Allen Freunden guter Filme und insbesondere der italienischen Filmkunst wünsche ich gute Unterhaltung und buon divertimento! wünsche ich gute Unterhaltung und buon divertimento! Georg Georg Rosenthal Rosenthal Oberbürgermeister Oberbürgermeister Die Schirmherrschaft für die Italinischen Filmtage 2011 übernimmt Frau Hanna Rosenthal. 4 Verehrtes Publikum, in diesem Jahr feiert Italien den 150. Jahrestag seiner staatlichen Einheit, ein Anlass, mit besonderem Interesse auch auf das italienische Kino zu blicken, das so viele bedeutende Werke zur Kinokultur der Welt beigetragen hat. Dies wollten auch wir vom „TIC – circolo culturale italo-tedesco“ würdigen und haben in Zusammenarbeit mit dem „Central“ Programmkino deshalb in den vergangenen Wochen in unserer Veranstaltung „Auguri Italia!“ bereits sechs Meisterwerke des älteren italienischen Films gezeigt. Nun freuen wir uns auf die „Italienischen Filmtage 2011“. Nach dem großen Erfolg im Vorjahr freuen wir uns, dass es uns auch in diesem Jahr, zusammen mit unseren Partnern, dem „Central“ Programmkino Würzburg, dem Filmverleih Kairos in Göttingen sowie auf italienischer Seite „Made in Italy“ in Rom, gelungen ist, eine Reihe herausragender Produktionen des aktuellen italienischen Autorenkinos nach Würzburg zu holen. Wir haben uns bei der Planung des diesjährigen Programms bemüht, den Bogen unserer Auswahl sehr weit zu spannen. Das reicht von Autoren, die schon lange zur internationalen ersten Garde des Autorenkinos gehören, wie Gabriele Salvatores mit seinem jüngsten Film „Happy Family“ – und Nanni Moretti. Dessen „Habemus papam“ ist ein thematisch ganz außergewöhnliches Werk und kommt demnächst in die deutschen Kinos. Dieser Bogen reicht bis zu Erstlingswerken, die von der italienischen Kritik und vom dortigen Publikum mit großem Beifall aufgenommen wurden, wie etwa die Filme „Into Paradiso“ von Paola Randi oder „Et in terra pax“ der jungen römischen Filmemacher Matteo Botrugno und Daniele Coluccini. Diese Beiden kommen persönlich zu den Filmtagen, um ihren Film vorzustellen und mit dem Publikum zu diskutieren. Auf diese lebendige Begegnung mit dem jungen italienischen Kino freuen wir uns besonders. Die beiden Filme zeichnen ein scharfes und packendes Bild von den Problemen der jungen Generation in Neapel und Rom. Dazu kommen weitere sechs Filme aus verschiedenen Genres – Komödie, Drama, Dokumentarfilm – von weithin bekannten Filmemachern und -macherinnen, und wir hoffen, dass sie Ihnen ein möglichst vielfältiges Bild des aktuellen Filmschaffens in Italien vermitteln. Alle Filme laufen in Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Wir hoffen auf zahlreiche Filmliebhaber und wünschen Ihnen eine Woche voll fröhlicher und spannender, nachdenklicher und anregender Stunden bei den Italienischen Filmtagen 2011 – und natürlich: BUONA VISIONE! 50 5 1 Matteo Botrugno und Daniele Coluccini wurden beide 1981 in Rom geboren. An der römischen Universität schlossen beide im Jahr 2005 das Studium der Filmwissenschaften ab. Neben Filmkritiken entstanden zunächst Kurzfilme, die auf internationalen Festivals Preise gewannen. „Et in terra pax“ ist ihr erster Spielfilm. Die beiden Regisseure werden als Gäste bei den Italienischen Filmtagen in Würzburg anwesend sein. Filmographie: Chrysalis, Kurzfilm (2007) Europa, Kurzfilm (2007) Sisifo, Kurzfilm (2008) Et in terra pax (2010) Et in terra pax Drei Geschichten aus dem Randbezirk Roms. Kriminalität und Drogen bringen die Akteure der zunächst voneinander unabhängigen Stories zusammen. Es geht um Marco, der nach fünf Jahren aus dem Gefängnis kommt, um Sonja, eine Studentin, die in einem Spielclub jobbt und drei Kumpel, deren Freundschaft auf dem Spiel steht. Wenn alle aufeinandertreffen, führt das schließlich zu einem blutigen Gewaltausbruch. Tre storie diverse, accomunate dal duro contesto della periferia romana. Marco, uscito dal carcere, vuole ricostruire la sua vita all‘insegna della normalità, ma cade di nuovo nel circolo della delinquenza; Sonia, studentessa universitaria, deve lottare per costruirsi un futuro; Faustino, Massimo e Federico, per una serie di eventi, saranno costretti a rompere la loro amicizia. Regie M. Botrugno, D. Coluccini Drehbuch Matteo Botrugno, Daniele Coluccini, Andrea Esposito Davide Manca Mario Marrone Laura Boni, Irene Jaccio Settembrini, Kimerafilm Maurizio Tesei (Marco), Ughetta D‘Onorascenzo (Sonia), Michele Botrugno (Faustino), Fabio Gomiero (Federico), Germano Gentile (Massimo ‚Nigger‘) Kamera Schnitt Ausstattung Produktion Darsteller „Als wir die Story entworfen haben, haben wir jede Art von Verurteilung oder Kritik vermieden. Stattdessen haben wir versucht, einen Teil dieser Wirklichkeit zu zeigen, indem wir schlicht Ereignisse aus den Nachrichten verwendet und gleichzeitig den Handlungen einfacher Menschen einen hohen, ja überhöhten Stellenwert gegeben haben. Deshalb die einfache, ungehobelte, ja manchmal brutale Sprache, die oft im Kontrast zu den Momenten voll Tiefsinn und Poesie steht. Das sind markante Züge dieses Teils von Rom, die man nicht einfach ignorieren kann, auch wenn sie oft übersehen werden.“ Matteo Botrugno, Daniele Coluccini Italien 2010, 89 Minuten, OmU 6 50 7 1 Nanni Moretti wurde 1953 in Bruneck (Südtirol) geboren. Er studierte Filmwissenschaft in Bologna. Politisch geprägt wurde er durch die 70er Jahre. In seinen Filmen unterzieht er Politik, Kirche und Gesellschaft im Italien der Gegenwart scharfer Kritik. Er erhielt zahlreiche begehrte Filmpreise wie etwa den Goldenen Löwen (Venedig 1981) und die Goldene Palme (Cannes 2001). Filmographie (Auswahl): Sogni d‘oro (1981) La messa è finita (1985) Caro diario (1993) La stanza del figlio (2001) Il caimano (2006) Habemus Papam Gott und die Welt haben ihn erkoren. Aber seine innere Stimme sagt ihm, dass sie sich irren. Die Geschichte vom Papst, der nicht Papst sein will. Die Kirchenglocken läuten, weißer Rauch steigt in den Himmel und Abertausende auf dem Platz vor dem Petersdom harren in froher Erwartung. Doch Kardinal Melville ist panisch. Man hat ihn zum Papst gewählt. Was soll er bloß tun? Er kann sich der Welt nicht zeigen – und tut es auch nicht. Schon bald ist die ganze Welt in Sorge, während der Vatikan verzweifelt nach Lösungen sucht. Wie der Papst selbst auch, nur eben auf seine Art: Er büxt aus … Alla morte del vecchio Papa si riunisce il Conclave per eleggere il nuovo pontefice della Chiesa cattolica. Ma il prescelto, il cardinal Melville, è preda di dubbi e fortissime ansie e per questo cade in subitanea depressione per il timore di non essere in grado di salire degnamente al soglio pontificio. Il Vaticano chiama allora uno psicanalista, il professor Brezzi, perché assista Melville e lo aiuti a risolvere i suoi problemi. Il Papa però, approfittando di un momento di distrazione, scompare per le vie di Roma. Regie Nanni Moretti Drehbuch Nanni Moretti, Federica Pontremoli, Francesco Piccolo Kamera Schnitt Ausstattung Musik Produktion Alessandro Pesci Esmeralda Calabria Paola Bizzarri Franco Piersanti Sacher Film, Fandango, Le Pacte, France 3 Cinéma Michel Piccoli (Papst), Nanni Moretti, (Psychoanalytiker), Jerzy Stuhr (Der Sprecher), Margherita Buy (Psychoanalytikerin) Darsteller Italien/Frankreich 2011, 110 Minuten, OmU 8 Ein herrlicher Film, fast ein Wunder: weil Moretti hinter die Kulissen sieht und ein Konklave in amüsanter Weise erzählt und gleichzeitig den Respekt vor einem Ritual wahrt, mit dem sich Millionen von Personen identifizieren. (...) „Habemus papam“ – ein Film komisch und erhaben mit einem hervorragenden Michel Piccoli. (Alberto Crespi, L‘Unità) Nanni Moretti zeigt uns einen großartigen Film, der die älteste Institution dieser Erde, die Kirche, zum absurden Theater werden lässt. (...) Moretti vermag die menschliche Komödie mit Ironie und Empathie zu spielen. (Federico Pontiggia, Il fatto quotidiano) 50 9 1 Gabriele Salvatores, 1950 in Neapel geboren, ist in Mailand aufgewachsen, wo er an der „Accademia del Piccolo Teatro“ studierte. 1972 gründete er das „Teatro dell’Elfo“ und arbeitete hier bis 1989. Sein Kinodebüt hatte er 1983 mit „Sogno di una notte d’estate“. Mit seinem Film „Mediterraneo“ gewann Salvatores 1991 den Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film. Filmographie (Auswahl) Marrakech Express (1989 Mediterraneo (1991) Sud (1993) Io non ho paura (2003) Happy Family (2010). Happy Family Ezio ist ein hoffnungsvoller Drehbuchautor mit einem Problem: Er soll einen Film schreiben über zwei chaotische Mailänder Familien, deren Wege sich kreuzen, als ihre beiden 16-jährigen Sprösslinge beschließen zu heiraten. Doch der Autor kommt nicht voran, schon allein deswegen, weil seine Figuren sich selbstständig machen: Sie wenden sich ungeniert direkt an den Zuschauer, kritisieren ihren Erfinder und verlangen größere Rollen. Schließlich katapultiert sich Ezio mitten in die Handlung hinein, doch inzwischen haben seine Personen schon auf eigene Faust ein gemeinsames Familientreffen angesetzt, um die Hochzeit zu planen. Mit ungeahnten Folgen… Due famiglie di Milano incrociano i destini a causa dei figli sedicenni caparbiamente decisi a sposarsi. Un banale incidente stradale catapulta il protagonista-narratore, Ezio, al centro di questo microcosmo, nel quale i genitori possono essere saggi, ma anche più sballati dei figli, le madri nevrotiche e coraggiose, le nonne inevitabilmente svampite, le figlie bellissime e i cani cocciuti e innamorati. In poche parole, due famiglie di oggi, che sfuggono alle catalogazioni e alle etichette, in evoluzione continua, in equilibrio precario, vive, felici e confuse. „Happy Family“ è una confessione camuffata, un diario mascherato, una commedia che parla della paura di essere felici, di cambiare la nostra vita per qualcos’altro che non conosciamo. Regie Gabriele Salvatores Drehbuch Kamera Schnitt Ausstattung Musik Produktion Darsteller Alessandro Genovesi Italo Petriccione Massimo Fiocchi Rita Rabassini Louis Siciliano Colorado Film, Rai Cinema Fabio De Luigi (Ezio), Diego Abatantuono (Martas Vater), Fabrizio Bentivoglio (Vincenzo), Margherita Buy (Margherita), Alice Croci (Marta), Gianmaria Biancuzzi (Filippo) Italien 2010, 90 Minuten, OmU 10 Ein unterhaltsamer Film, klug, unerwartet, bunt, sogar optimistisch. Eine meisterhafte Regieleistung von Gabriele Salvatores, der auch die exzellenten Darsteller virtuos führt. (…) „Happy Family“ regt zum Nachdenken an und vermittelt gleichzeitig ein Gefühl der Leichtigkeit, der Anmut und der Heiterkeit. Ein Film, der euphorisierend wirkt mit seinem von Simon & Garfunkel geprägten Soundtrack und mit einem Finale, das den Beginn vieler neuer Geschichten in sich birgt. Lietta Tornabuoni, La Stampa 50 11 1 Paolo Genovese, 1966 in Rom geboren, arbeitete nach seinem Wirtschaftsstudium zunächst in der Werbung, wo er über 100 Werbespots drehte. Nach einigen Kurzfilmen folgte 2002 sein Debutfilm „Incantesimo napoletano“. Genovese ist auch als Regisseur erfolgreicher Fernsehserien tätig. Filmographie: Incantesimo napoletano (2002) Nessun messaggio in segreteria (2005) Questa notte è ancora nostra (2008) La banda dei Babbi Natale (2010) Immaturi (2011) Immaturi Zurück auf Los Giorgio, Lorenzo, Piero, Luisa, Virgilio, Francesca – was haben diese sechs Enddreißiger gemeinsam? Vor 20 Jahren waren sie Schulfreunde und eine feste Clique. Danach haben sie sich aus den Augen verloren. Doch aus heiterem Himmel flattert allen ein Brief des Schulministeriums ins Haus: wegen eines Formfehlers wurden Abiturzeugnisse annulliert, das Abitur muss wiederholt werden! Ein absurder Scherz des Schicksals? Jedenfalls hocken die sechs Freunde nun wieder zusammen, büffeln Latein und Mathe wie in den alten Zeiten, und spüren plötzlich die Sehnsucht, das jugendliche stürmische Lebensgefühl von damals wiederaufleben zu lassen. Aber das ist leichter gesagt als getan… Giorgio, Lorenzo, Piero, Luisa, Virgilio, Francesca: cosa hanno in comune questi trentottenni? Semplice: 20 anni fa erano compagni di scuola. Ma sopratutto erano amici, erano un gruppo. Poi è successo qualcosa e il gruppo si è frantumato. Ma tra poco torneranno ad esserlo, almeno per qualche giorno: il Ministero della Pubblica Istruzione ha annullato il loro esame di maturità e lo dovranno rifare. E così li vedremo di nuovo insieme, come ai vecchi tempi, con qualche ruga di più e qualche capello di meno. Con la voglia di risentire il sapore della giovinezza e la consapevolezza, più o meno profonda, che quel periodo è passato. Una commedia brillante e sentimentale che riporta una generazione a confrontarsi con la vita che dopo 20 anni è andata da tutte le parti, fra sogni e disillusioni. Regie Paolo Genovese Kamera Schnitt Ausstattung Musik Produktion Darsteller Fabrizio Lucci Patrizio Marone Chiara Balducci Alex Britti Lotus Production, Medusa Film Ambra Angiolini (Francesca), Luca Bizzarri (Piero), Barbara Bobulova (Lisa), Raoul Bova (Giorgio), Anita Caprioli (Eleonora), Paolo Kessisoglu (Virgilio), Ricky Memphis (Lorenzo) Italien 2011, 108 Minuten, OmU 12 „Immaturi“ ist ein Projekt, das ich schon lange in mir trage. Die Idee entspringt der Angst vor meiner Abiturprüfung und meinem wiederkehrenden Albtraum, sie wiederholen zu müssen! (…) Durch die sympathische Selbstironie der Protagonisten bekommt der Film eine unterhaltsame Leichtigkeit – das war jedenfalls meine Intention. Paolo Genovese Die surrealistisch anmutende Grundidee beeinträchtigt keinesfalls die Authentizität der Figuren. Die Darsteller sind durchgehend hervorragend besetzt, der Kinobesuch lohnt sich allein schon für die umwerfenden Szenen mit dem wunderbaren Ricky Memphis, der sich mit seinen überfürsorglichen Eltern herumschlägt. Alberto Crespi, l’Unità 50 13 1 Paola Randi, 1970 in Mailand geboren, machte ihren Uniabschluss in Jura und studierte dazu Malerei. Seit 12 Jahren arbeitet sie für nicht gewinnorientierte Unternehmen und Verbände. 1996 gründete Paola Randi die Zeitschrift TTR, die sich mit Theater und Kunst auseinandersetzt. 2003 begann ihre Arbeit für den Film: Ihr Regiedebüt legte sie 2008 mit dem Kurzfilm „La Madonna della frutta“ vor, bevor sie „Into Paradiso“ drehte. Filmographie: La Madonna della frutta, Kurzfilm (2008) Into Paradiso (2011) Into Paradiso Eine Stadt: Neapel. Und drei Männer: der schüchterne, gerade arbeitslos gewordene Wissenschaftler Alfonso, der in korrupte Machenschaften verwickelte Politiker Vincenzo und der ehemalige Cricket-Champion Gayan aus Sri Lanka, der auf der Suche nach dem Paradies ausgerechnet in Neapel gelandet ist. Durch haarsträubende Verwicklungen müssen die Drei für einige Zeit in einer illegal errichteten Hütte auf einem Hausdach im Migrantenviertel Unterschlupf suchen, denn Auftragskiller der Camorra sind ihnen auf den Fersen. Gut, dass Gayan auf die Hilfe seiner Landsleute aus Sri Lanka bauen kann, um aus dem ganzen Schlamassel wieder herauszukommen… In una Napoli multietnica, s’intrecciano i destini di Alfonso, uno scienziato napoletano, timido e impacciato, e Gayan, ex campione di cricket srilankese che non ha più un soldo. I due si ritrovano a condividere giocoforza una catapecchia eretta abusivamente su un tetto di un palazzo nel cuore del quartiere srilankese della città. Alfonso è costretto, per un tragicomico equivoco, a nascondersi da una banda di malavitosi e Gayan diviene dapprima ostaggio e poi suo unico alleato. Da questa paradossale convivenza nasce tra i due una speciale amicizia che darà loro il coraggio di affrontare il proprio destino... Regie Paola Randi Drehbuch Antonella Antonia Paolini, Paola Paolini Luca Infascelli, Chiara Barzini Mario Amura Gianni Vezzosi Paki Meduri Fausto Mesolella Fabrizio Mosca für Acaba Produzioni Gianfelice Imparato (Alfonso D’Onofrio), Saman Anthony (Gayan), Peppe Servillo (Vincenzo Cacace), Eloma Ran Janz (Giacinta) Kamera Schnitt Ausstattung Musik Produktion Darsteller Eine Low Budget-Komödie, die auf originelle Weise ein multiethnisches Italien einfängt, in dem Arbeitslose und Migranten an derselben Identitätskrise leiden. Eine treffende und perfekt aufeinander eingespielte Besetzung, ein vielseitiger soziologischer Blick, ein auf nüchterne Weise fantasievoller Stil: „Into Paradiso“ ist ein großer kleiner Film, der allein schon deshalb Aufmerksamkeit verdient, weil er an etwas glaubt: an die schöpferische Macht des Films und den inneren Zerfall der Camorra. Federico Pontiggia, Il Fatto Quotidiano Italien 2011, 104 Minuten, OmU 14 50 15 1 Paolo Virzì, 1964 in Livorno geboren, studierte Film am „Centro Sperimentale di Cinematografia” in Rom. Als Drehbuchautor arbeitete er u.a. mit Gabriele Salvatores bei „Turné“ (1990) zusammen, bevor er 1994 mit „La bella vita“ sein Regiedebüt gab. Sein Film „Tutta la vita davanti“ / „Du hast das Leben noch vor dir“ lief 2010 erfolgreich in den deutschen Kinos. Filmographie La bella vita (1994) Ferie d’agosto (1996) Ovosodo (1997) Caterina va in città (2003) Tutta la vita davanti (2008) La prima cosa bella Livorno 1971: Was bedeutet es, eine atemberaubend attraktive Mutter zu haben, der die Männer hinterherpfeifen? Für den achtjährigen Bruno ist es ungeheuer peinlich. Als Anna am Badestrand dann noch bei einem Wettbewerb zur schönsten Mamma Italiens gekürt wird, kocht auch Ehemann Mario vor Wut und es kommt zum großen Eklat. Die Gegenwart: Der erwachsene Bruno führt ein eher langweiliges Leben. Livorno hat er lange hinter sich gelassen. Als er erfährt, dass seine Mutter Krebs hat, besucht er sie das erste Mal seit Jahren. Anna ist todkrank, aber immer noch lebenslustig. Erinnerungen werden wach – und Bruno beginnt seine Mutter langsam zu verstehen... Anna Nigiotti nel Settantuno era una giovane e bellissima mamma proclamata Miss del più popolare stabilimento balneare di Livorno, ignara di suscitare le attenzioni maliziose della popolazione maschile, i sospetti rabbiosi del marito Mario e la vergogna del primogenito Bruno. Oggi, ammalata di cancro e ormai ricoverata alle cure palliative, Anna sbalordisce i medici con la sua irresistibile e contagiosa vitalità. L incontro, dopo tanti anni, con quella mamma esplosiva, ancora bella e vivacissima, conduce ad un esito inatteso di riconciliazione: l ultima lezione di vita, di fiducia nella dolcezza del vivere, di questa madre imbarazzante e speciale. Regie Paolo Virzì Drehbuch Francesco Bruni, Francesco Piccoli, Paolo Virzì Nicola Pecorini Simone Manetti Tonino Zera Carlo Virzì Medusa Film Micaela Ramazzotti (die junge Anna), Stefania Sandrelli (die ältere Anna), Valerio Mastandrea (Bruno), Claudia Pandolfi (Valeria), Marco Messeri (il Nesi) Kamera Schnitt Ausstattung Musik Produktion Darsteller Italien 2010, 116 Minuten, OmU 16 In „La prima cosa bella“ steckt die große Tradition der italienischen Komödie der ‘60er Jahre. Wenn man diesen Film anschaut, bemerkt man, wie viel Kreativität, Originalität und neues Leben Paolo Virzì diesem Genre eingehaucht hat. Die wunderbare Figur der Anna ist gleichzeitig eine sprühende Hommage an die beste Zeit des bittersüßen italienischen Kinos, die story ist eine perfekt entwickelte filmische Erzählung. Paolo D’Agostini, la Repubblica 50 17 1 Carlo Mazzacurati wird 1956 in Padua geboren. Als Student leitet er das dortige Filmforum. 1983 geht er nach Rom, wo er Nanni Moretti kennenlernt, mit dem er bis heute eng zusammenarbeitet. 1988 ist er mit seinem Debutfilm „Notte italiana“ zu Gast beim Internationalen Filmwochenende in Würzburg. Filmographie (Auswahl) Il prete bello (1989) Il toro (1994) La giusta distanza (2007) La passione (2010) Sei Venezia 6 x Venedig Was macht die Seele einer Stadt aus? Es sind ihre Straßen, das Licht, das sie beleuchtet, die Menschen, die in ihr leben und ihre Geschichten. All das, aber noch etwas anderes, etwas, das man nur langsam und mit sehr wachen Sinnen erfassen kann. „Sei Venezia“ sucht nach der Seele Venedigs. Der Film durchstreift die Stadt und die Lagune, erforscht die geheimen Ecken und den Tageslauf der Menschen. Sechs Bewohner kommen zu Wort: Ein Zimmermädchen in einem Luxushotel, ein betagter Archäologe, ein Rentner aus der Vorstadt Mestre, ein Maler, ein Einbrecher, der auf Wohnungen spezialisiert ist, und schließlich ein fast noch kindlicher Junge. 18 Cos’è il sentimento di una città? Sono le sue strade, la luce che la illumina, sono le persone che ci vivono e le loro storie. E tutte queste cose ma anche qualcos’altro, qualcosa che richiede tempo e atenzione per essere colto. “Sei Venezia“ va in cerca di questo sentimento percorrendo la città e la sua laguna, scrutandone gli angoli e i giorni, ascoltando le storie di sei dei suoi abitanti: una cameriera d’albergo, un vecchio archeologo, un pensionato di Mestre, un pittore-pescatore, un ladro di appartamenti e un ragazzino. Regie Carlo Mazzacurati Kamera Schnitt Produktion Luca Bigazzi Paolo Cottignola Argonautifilm Italien/USA 2010, 95 Minuten, OmU „Ein Jahr in Venedig. Vom Herbst bis zum Sommer habe ich die Zeit mit sechs Personen verbracht, die dort leben. Ich habe versucht, durch diese Personen das Wesen Venedigs zu entdecken (…) Meine Hoffnung war: Einen Schlüssel zu finden und die geheimen und unsichtbaren Türen der Stadt zu öffnen.“ Carlo Mazzacurati Eine lange Liebeserklärung an Venedig, die niemals in die übliche Rhetorik des „Rettet Venedig!“ verfällt. Stattdessen stellt Mazzacurati Fragen an Menschen, die in der Lagunenstadt aufwachsen, arbeiten, leben. Gestalt gewann dieser Film auf Spaziergängen durch Venedig, beim Hören von Geschichten, im Gespräch mit den Menschen. Jeder Betrachter kann die Geschichte finden, die ihm nahe geht oder die Gefühle und Erinnerungen weckt. Sara D’Ascenzo, Corriere del Veneto 50 19 1 Francesca Comencini, 1961 in Rom geboren, ist die Tochter des Regisseurs Luigi Comencini. Nach ihrem Philosophiestudium zog sie 1982 vorübergehend nach Frankreich. Obwohl sie ursprünglich Schriftstellerin werden wollte, drehte sie 1985 den autobiographischen Film „Pianoforte“, der auf den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet wurde. „Mi piace lavorare - Mobbing“ erhielt 2004 bei der Berlinale den Preis der ökumenischen Jury. Filmographie (Auswahl): Pianoforte (1984) Le parole di mio padre (2001) Mi piace lavorare - Mobbing (2003) A casa nostra (2006) Lo spazio bianco Der weiße Raum Maria ist Anfang 40, lebt in Neapel, unterrichtet an einer Abendschule. Unabhängig und dynamisch, scheint sie ihr Leben im Griff zu haben. Nach einer flüchtigen Liebesbeziehung wird Maria ungeplant schwanger. Sie entschließt sich, das Kind zu behalten. Doch im sechsten Monat erleidet sie eine Frühgeburt. Das Baby hat nur im Brutkasten eine Überlebenschance. Und Maria muss drei geschlagene Monate lang warten. Auf langen Spaziergängen, mit Lektüre und Kino versucht sie vergeblich sich abzulenken. Zur Ruhe kommt sie erst allein mit ihrer schutzbedürftigen Tochter in dem mit weißen Vorhängen ausgekleideten Raum, in dem der Brutkasten steht. Hier wird ihr klar, dass sie das reale Leben bisher kaum wahrgenommen hat. Was bedeutet „Leben“ denn überhaupt? 20 Maria aspetta una bambina, non è più incinta ma aspetta lo stesso. Aspetta che sua figlia nasca, o muoia. Per tre mesi deve affrontare, sola, nell’attesa che sua figlia Irene esca dall’incubatrice, un periodo molto difficile. Abituata a fare affidamento esclusivamente sulle proprie forze e a decidere con piena autonomia della propria vita, Maria si imprigiona nello spazio bianco dell’attesa. Ma questo sforzo di isolamento doloroso consuma anche l’ultimo filo di energia a disposizione: è necessario che Maria salvi se stessa per riuscire a salvare la bambina. Regie Francesca Comencini Drehbuch Kamera Schnitt Ausstattung Musik Produktion Darsteller Francesca Comencini, Federica Pontremoli Luca Bigazzi Massimo Fiocchi Paola Comencini Nicola Tescari Fandango, Rai cinema Margherita Buy (Maria), Gaetano Bruno (Giovanni Berti), Giovanni Ludeno (Fabrizio), Antonia Truppo (Mina) „Lo spazio bianco“ ist ein ungewöhnlicher und bewegender Film, der das Innerste nach außen kehrt. Margherita Buy verleiht ihm mit ihrer schauspielerischen Leistung nicht nur eine besondere Überzeugungskraft, sondern schafft auch die Atmosphäre nervöser Dynamik, von der die Handlung getragen wird. „Der weiße Raum“ ist eines der wenigen Beispiele, wo die Verfilmung besser gelungen ist als die literarische Vorlage. Lietta Tornabuoni, La Stampa Italien 2009, 98 Minuten, OmU 50 21 1 Giorgio Diritti, geb. 1959 in Bologna, lernte autodidaktisch bei renommierten Filmemachern wie Carlo Lizzani, Lina Wertmüller und Pupi Avati. Sein erster Spielfilm „Der Wind zieht seinen Weg“ gewann den Publikumspreis der Cinema Italia-Tournee 2008. Filmographie: Il vento fa il suo giro (2006) L’uomo che verrà (2010) L’uomo che verrà Ein Mensch kommt in die Welt Regie Giorgio Diritti 1944: Die achtjährige Martina wächst als Kind einer einfachen Bauernfamilie in der rauen Bergwelt des Monte Sole unweit von Bologna auf. Seit ihr kleiner Bruder gestorben ist, spricht das Mädchen nicht mehr. Doch nun erwartet ihre Mutter wieder ein Kind und Martina ist glücklich, kann die Zeit bis zur Geburt kaum noch abwarten. Währenddessen gerät das abgelegene Dorf immer mehr zwischen die Fronten des Krieges. Die in den Bergen verschanzten Partisanen liefern sich heftige Gefechte mit den deutschen Besatzungstruppen. Im September 1944 starten SS-Einheiten in der Region um das Dorf Marzabotto einen furchtbaren Vergeltungsschlag, der Martinas Leben brutal trifft... Drehbuch Giorgio Diritti, Giovanni Galavotti, Tania Pedroni Roberto Cimatti Giorgio Diritti, Paolo Marzoni Carlo Basili Marco Biscarini, Daniele Furlati Aranciafilm, Rai cinema Greta Zuccheri Montanari (Martina), Alba Rohrwacher (Beniamina), Maya Sansa (Lena), Claudio Casadio (Armando) Nell‘inverno 1943-1944 sull‘appennino emiliano, la piccola Martina, di otto anni, vive con i genitori e con la numerosa famiglia contadina, che fatica ogni giorno per sopravvivere. Dalla morte del fratello più piccolo Martina ha smesso di parlare e questo la rende oggetto di scherno da parte dei coetanei, tuttavia il suo sguardo sul mondo che la circonda è molto profondo. La guerra arriva anche sulle sue colline ricoperte di neve, con la presenza sempre più invadente di soldati tedeschi e squadre di partigiani. A fine settembre del 1944 le truppe SS mettono in atto un feroce rastrellamento, che verrà ricordato come “la strage di Marzabotto”… Kamera Schnitt Ausstattung Musik Produktion Darsteller Giorgio Diritti vermeidet jedwede Effekthascherei. Er berichtet nicht nur über eines der schlimmsten Gemetzel der letzten Kriegsmonate, sondern über das Los, das der Krieg über die Menschen bringt. Vor allem ist „L’uomo che verrà“ aber eine Liebeserklärung an das Leben, die mit einer hervorragender Besetzung aus professionellen Schauspielern und Laiendarstellern (die kleine Greta Zuccheri Montanari in der Rolle der Martina) Bilder der Wahrheit, der Poesie und des Schmerzes findet. Paolo Mereghetti, Corriere della Sera Italien 2010, 117 Minuten, OmU 22 50 23 1 Festivalleitung Ornella Calvano, Cav. Antonino Pecoraro Unter der Schirmherrschaft von Frau Hanna Rosenthal Veranstalter TIC e.V. – circolo culturale italo Tedesco In Zusammenarbeit mit Programmkino Würzburg eG., Heidrun Podszus und Made in Italy, Rom Francesco Bono, Franco Montini, Piero Spila In Verbindung mit Kairos Filmverleih, Göttingen Wilfried Arnold, Helge Schweckendiek Gefördert durch Ministero per i Beni e le Attività Culturali Direzione Generale per il Cinema, Rom Unser Dank gilt Central Programmkino Würzburg, Stadt Würzburg, Kulturreferat und Johannes Engels, Heidrun Podszus, Richard Schwaderer sen., Berthold Kremmler und allen Sponsoren! Katalog Redaktion Richard Schwaderer sen. Helge Schweckendiek Berthold Kremmler Donnerstag, 10.11. Freitag, 11.11. 24 Sonntag, 13.11. 11.00 Uhr Lo spazio bianco, 89 min 19.00 Uhr Eröffnungsveranstaltung 18.30 Uhr Lo spazio bianco, 89. min 18.30 Uhr Into Paradiso, 104 min 18.30 Uhr Sei Venezia, 95 min 20.00 Uhr La prima cosa bella, 116 min 20.15 Uhr La prima cosa bella, 116 min 20.30 Uhr Habemus Papam, 102 min 20.30 Uhr Et in Terra Pax, 90 min In Anwesenheit der Regisseure 22.30 Uhr Into Paradiso, 104 min 22.30 Uhr Et in Terra Pax, 90 min Montag, 14.11. Dienstag, 15.11. Mittwoch, 16.11. Übersetzungen Richard Schwaderer sen. Gestaltung / Layout Jeanette Bouhadida Titelgrafik: Chiara Tomati Jeanette Bouhadida 18.30 Uhr Immaturi, 108 min 18.30 Uhr Happy Family, 90 min 18.30 Uhr L´uomo che verrà, 117 min Druck flyeralarm GmbH, Würzburg 20.30 Uhr Happy Family, 90 min. 20.30 Uhr L´uomo che verrà, 117 min 20.30 Uhr Immaturi, 108 min Alle Filme auf Italienisch mit deutschen Untertiteln. In Zusammenarbeit mit Ellipsis Media, Rom, Fandango Rom, Rendezvous Filmverleih. Köln, Prokino Verleih München, Twentieth Century Fox, Frankfurt Samstag, 12.11. Mit freundlicher Unterstützung von: i talienische filmtage 2011