Wie bringen Sie Ihr Kind zur Welt? Eine Informationsbroschüre über die Geburt Liebe werdende Eltern Wir freuen uns mit Ihnen über das einzigartige Ereignis Ihrer Schwangerschaft, die Sie gerade durchleben. Damit Sie umfassend informiert, aufgeklärte und persönliche Entscheidungen für sich und Ihr Kind treffen können, stellen wir Ihnen mit dieser Broschüre wichtige Informationen rund um die Geburt zur Verfügung. Wir wollen Sie damit ermutigen, angstfrei an dieses Ereignis heranzugehen und Ihre persönlichen Bedürfnisse und Wünsche einzubringen. Aktuell beschäftigen Sie sich sicher auch damit, auf welche Art Ihr Kind zur Welt kommen soll und wo Sie gebären wollen. Dabei geht es meist auch um eine Entscheidung über eine natürliche Geburt oder einen Kaiserschnitt. Wir – die Fachpersonen, die an dieser Informationsschrift mitgearbeitet haben – vertreten die Meinung, dass bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft die natürliche Geburt die Regel und der geplante Kaiserschnitt die Ausnahme sein soll. Dies gilt umso mehr, je jünger Sie sind und je mehr Kinder Sie haben möchten. Auf den folgenden Seiten haben wir Ihnen daher aktuelle fachliche und wissenschaftliche Informationen rund um das Thema der Geburt zusammengestellt. So können Sie dieses wichtige Ereignis optimistisch planen und gelassen angehen. Denken Sie dabei auch daran, dass wir in der Schweiz in einer privilegierten Situation sind und die Risiken für Mutter und Kind sehr klein sind. Wir wünschen Ihnen für diese besondere Zeit von Herzen alles Gute! gynécologie suisse – der Verband der Schweizer Gynäkologen und Geburtshelfer* *Aus Gründen der besseren Lesbarkeit dient diese Bezeichnung fortan für beide Geschlechter 2 Jede Geburt ist anders In den westlichen Gesellschaften beobachten wir zwei gegenläufige Tendenzen rund um die Geburt: Einen Trend zur möglichst «natürlichen» Geburt, aber auch einen Trend, dabei absolute Sicherheit zu fordern und keine Risiken für Mutter oder Kind zu akzeptieren. Wir Fachpersonen stehen in einem gewissen Spannungsfeld zwischen diesen Ansprüchen. Um einen möglichst natürlichen Ablauf mit minimalem Risiko zu ermöglichen, werden wir die Gesundheit von Mutter und Kind während der Geburt sehr sorgfältig überwachen. Heute findet die grosse Mehrheit aller Geburten (98%) in der Schweiz in einer Klinik statt. Dies verringert die Risiken für Mutter und Kind. Schliesslich kann sich aus der natürlichen Geburt in etwa 10% der Fälle eine erschwerte Geburt mit Saugglocke oder Zange und in weiteren etwa 10% ein notfallmässiger Kaiserschnitt entwickeln, ohne dass dies bei Wehenbeginn absehbar gewesen wäre. Geburtshelfer und Hebammen setzen alles daran, vorhersehbare Probleme schon vor der Geburt zu identifizieren. Ein Teil der Probleme tritt aber ohne Vorwarnung erst während der Geburt auf. «Eine Geburt ist ein natürlicher Prozess, der auch Unerwartetes hervorbringt.» Für ein gutes Geburtserlebnis sollen Sie im Voraus darüber informiert sein, welche unerwarteten Wendungen auftreten können. So können auch Sie in der Notfallsituation flexibel reagieren und dem Sie betreuenden Team von Fachpersonen voll vertrauen. Erschwerte Geburten und notfallmässige Kaiserschnitte hinterlassen verständlicherweise ein weniger positives Geburtserlebnis als natürliche Geburten und geplante Kaiserschnitte. Wir sind jedoch überzeugt, dass keine Schwangere leichtfertig oder aufgrund von Modeströmungen über die Art und Weise entscheidet, mit der sie ihr Kind gebären möchte. Für die allgemein beobachtete Zunahme der Kaiserschnittraten sind nur zu einem sehr kleinen Teil so genannte «Wunschkaiserschnitte» verantwortlich. Nach sorgfältiger und neutraler Aufklärung einer schwangeren Frau ist aber eine partnerschaftliche Entscheidungsfindung mit der Schwangeren, ihrem Partner und dem behandelnden Arzt sehr wichtig. Die Geburt ist ein natürlicher Prozess, der in jeder Form immer auch Unerwartetes hervorbringt. Stellen Sie sich darauf ein und seien Sie offen für neue Situationen. Kinder stellen das Leben auf den Kopf – das beginnt bereits bei der Geburt. 3 Natürliche Geburt Frauen ohne medizinische Probleme entscheiden sich mehrheitlich für eine natürliche Geburt. Je jünger die Schwangere ist und je mehr Kinder sie haben möchte, desto eher ist die natürliche Geburt zu bevorzugen. Welches sind die Zeichen der nahenden Geburt? • Regelmässige Wehen; • Ziehen im Rücken oder über dem Schambein; • Abgang von Fruchtwasser; • Abgang von blutigem Schleim, welcher durch das Öffnen des Muttermundes verursacht wird. Wann muss ich mich bei der Hebamme melden? • Wenn die Wehen stärker werden (eine Kontraktion alle 2-3 Minuten während 2 Stunden); • Wenn Sie sich nicht mehr wohl fühlen; • Wenn Sie Fruchtwasser verlieren oder aus der Scheide bluten; • Wenn Sie ungewohnte Kopfschmerzen oder Oberbauchschmerzen verspüren; • Wenn Sie das Kind nicht mehr oder deutlich weniger spüren. Wie verläuft die Geburt? Die Geburt wird medizinisch in vier Abschnitte unterteilt. 1. Reifungs- oder Latenzphase Diese Phase läuft meist zu Hause und unbemerkt ab. Sie kann Tage dauern. Die Gebärmuttermuskulatur wird wehenbe reit, die Fruchtblase dünner und der Gebär mutterhals weich und dehnbar. Der Muttermund kann sich dabei bereits auf 3-4 cm ausdehnen. 4 2. Eröffnungsphase Jetzt treten Wehen auf, die zunehmend häufiger, regelmässiger, stärker, länger und damit auch schmerzhafter werden. Während den Wehen können Sie nicht mehr gehen oder sprechen. Hebamme und Geburtshelfer unterstützen Sie bei der Bewältigung der Wehenschmerzen. Die Wehen üben Druck aus auf das Kind und die Fruchtblase. Da der Gebärmutterhals weich ist, eröffnet sich der Muttermund und das Kind kann ins Becken eintreten. Durch das Aufdehnen des Muttermundes weist das Kind häufig am Kopf eine Schwellung auf, die sogenannte Geburtsgeschwulst. Hebamme oder Geburtshelfer werden diese Schwellung häufig tasten, um den Geburtsfortschritt zu kontrollieren. Meist folgt in dieser Phase der Blasensprung. Ansonsten wird die Fruchtblase von Hebamme oder Geburtshelfer eröffnet. 3. Austreibungsphase / Pressphase Wenn der Muttermund ganz eröffnet ist und das Kind sich durch das Becken gedreht hat, dürfen Sie aktiv mitpressen. Jetzt wird Ihr Kind geboren. Hebamme und Geburtshelfer unterstützen Sie bei der Bewältigung der Wehenschmerzen. Ziel ist dabei eine schonende Geburt für Mutter und Kind. 4. Nachgeburtsphase Nach der Geburt des Kindes zieht sich die Gebärmutter zusammen, und die Plazenta – der Mutterkuchen – löst sich ab. Sie werden manchmal aufgefordert, den Vorgang zu unterstützen, indem sie mitpressen. Normalerweise wird die Placenta innerhalb von 30 Minuten nach der Geburt geboren. Plazenta und der Eihäute werden dann auf ihre Vollständigkeit überprüft. Anschliessend kontrollieren Hebamme oder Geburtshelfer, ob sich Wann ist eine Geburtseinleitung sinnvoll? die Gebärmutter gut zusammengezogen hat. Bei weicher Gebärmutter kann eine Massage derselben oder die Injektion eines wehenfördernden Medikaments eine übermässige Blutung verhindern. Muss ich Angst vor Schmerzen haben? Die Fachpersonen rund um Ihre Geburt bieten Ihnen eine breite Auswahl möglicher schmerzlindernder Massnahmen. Diese sollen sowohl das körperliche wie auch das emotionale Wohlbefinden unterstützen. Bewegung und Positionswechsel, Massagen, Duftessenzen und Entspannungsbäder in der Eröffnungsphase sowie komplementäre Methoden und Medikamente helfen, den Geburtsschmerz zu verarbeiten. Ihre Hebamme und der Geburtshelfer unterstützen Sie dabei professionell. Während der Geburt ist eine «rückenmarksnahen Schmerzbehandlung» möglich, zum Beispiel mit einer Epiduralanästhesie (EDA), die oft auch Periduralanästhesie genannt wird. Die EDA wird von einem Anästhesiearzt gelegt. Dabei werden über einen dünnen Kunststoffschlauch Medikamente in die Nähe der Rückenmarksnerven gegeben. Dies führt zu einer Abnahme der Schmerzen. Der Vorteil der EDA ist, dass keine Medikamente zum Kind gelangen. An manchen Kliniken kann – wenn eine EDA nicht möglich ist – auch eine Schmerzpumpe mit einem starken Schmerzmittel (Remifentanil) installiert werden. Dieses kann vom Kind rasch abgebaut werden. Da es jedoch bei der Gebärenden zu einer Verlangsamung der Atmung kommen kann, ist eine lückenlose Überwachung notwendig. Weiterführende Informationen finden Sie unter www. sggg.ch. Eine Geburtseinleitung soll durch die vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft ein besseres Ergebnis für Mutter und Kind erreichen, als durch Zuwarten, bis spontane Wehen auftreten. Dies ist allerdings erst möglich, wenn die Lungen des Kindes reif sind, d.h. zwischen 38 und 39 vollendeten Schwangerschaftswochen. Wenn ein gesundheitliches Risiko für Mutter und/oder Kind besteht, kann eine Geburtseinleitung Komplikationen oder einen Kaiserschnitt verhindern. • • Wegen dem Kind soll eine Geburtseinleitung erwogen werden, wenn es ungenügend wächst, es zu stark gewachsen ist, es bestimmte Fehlbildungen aufweist oder die Herztöne auffällig sind. Eine Überschreitung des Geburtstermins um 7-10 Tage ist ein weiterer häufiger Grund ebenso wie ein Blasensprung ohne nachfolgende Wehen oder eine Mehrlingsschwangerschaft. Wegen der Mutter muss die Geburt eingeleitet werden, wenn neue Gesundheitsstörungen wie Bluthochdruck im Rahmen einer Präeklampsie – wie die Schwangerschaftsvergiftung genannt wird –auftreten. Dies gilt auch, wenn sich vorbestehende Krankheiten verschlimmern (Bluthochdruck, Nierenversagen, Entgleisung eines Diabetes, Probleme mit Blutverdünnung). In solchen Situationen bringt eine Einleitung der Geburt mehr Vorteile als Nachteile. Die eingeleitete Geburt hat aber gegenüber einer natürlichen Geburt auch gewisse Nachteile. Sie wird stärker von medizinischen Massnahmen geprägt sein und die Wehen dauern häufig länger. Die Wahrscheinlichkeit eines Kaiserschnitts hängt von der Situation ab: Bei unreifem Muttermund nimmt sie zu, bei rechtzeitiger Geburtseinleitung wegen Überschreitung des Geburtstermins nimmt sie ab. Der Spitalaufenthalt wird im Durchschnitt verlängert. Die zur Geburtseinleitung verwendeten Medikamente und ihre Nebenwirkungen müssen genau erklärt werden. Ein Entscheid zur programmierten Geburt sollte einvernehmlich zwischen Ihnen und Ihrem Arzt getroffen werden. 5 Braucht es immer einen Dammschnitt? Heutzutage wird eine restriktive Anwendung des Dammschnitts (Episiotomie) empfohlen. In gewissen Situationen ist er aber sinnvoll, um ein unkontrolliertes Einreissen zu vermeiden oder, um bei drohendem Sauerstoffmangel des Kindes, die Pressphase abzukürzen. Welche Geburtsposition ist am günstigsten? Es ist immer jene Geburtsposition am günstigsten, die der Gebärenden am bequemsten ist. Viele Frauen gebären gerne halbsitzend, um den Einfluss der Schwerkraft zu nutzen. Wenn medizinisch nichts dagegen spricht, können Sie aber in Seitenlage, in Knie-Ellbogen-Lage, stehend, auf dem Mayahocker oder im Wasser gebären. Lassen Sie sich über die in Ihrer Geburtsklinik verfügbaren Möglichkeiten informieren. Was passiert mit meinem Kind nach der Geburt? Haben Sie Ihr Kind geboren, wird es nach kurzer Zeit abgenabelt, gut abgetrocknet und Ihnen nackt auf die Brust gelegt. Das Abnabeln kann – unter Anleitung durch die Hebamme – symbolisch dem Vater überlassen werden. Die erste wertvolle Zeit des Beziehungsaufbaus zwischen der Mutter und ihrem Neugeborenen sollte, wenn es die Situation des Kindes zulässt, in engem Körperkontakt stattfinden (sog. Bonding). Hat Ihr Kind medizinische Probleme nach der Geburt oder musste es mit einer Saugglocke oder Zange entbunden werden, so wird es zunächst ärztlich untersucht. Sobald von einer normalen Situation ausgegangen werden kann, wird es Ihnen zurückgebracht.. 6 Kann ich mein Kind nach der Geburt stillen? Idealerweise legen Sie Ihr Kind erstmals direkt nach der Geburt an die Brust. Ausschlaggebend sind aber immer Ihre Bedürfnisse und die des Neugeborenen. «Frühzeitiger Hautkontakt ist sehr wichtig für jedes Neugeborene.» Frühzeitiger und ununterbrochener Hautkontakt erleichtert die Anpassung des Neugeborenen an die Aussenwelt und fördert den Saugreflex. In diesen Phasen ist das Kind auch meist wach. Es ist wichtig, diese Zeit auszunützen. Wann braucht es eine Saugglocke oder eine Zange? Es gibt Situationen, in welchen ein Kind möglichst rasch zur Welt kommen muss, da beispielsweise die Herztöne nicht mehr optimal sind. Anderseits kann es auch vorkommen, dass die Frau zu erschöpft ist, um aktiv mitzupressen, oder wegen ihres Gesundheitszustands nicht mitpressen sollte. Schliesslich kommt es vor, dass das Kind trotz gutem Mitpressen im Geburtskanal stecken bleibt. In diesen Fällen kann die Pressphase durch eine Saugglocke (Vakuum) oder eine Zange (Forceps) verkürzt werden. Beide Verfahren sind für das Kind harmlos, wenn sie korrekt angewendet werden. Sie können auf dem kindlichen Köpfchen lediglich vorübergehende Schwellungen bei der Saugglocke und Rotfärbungen oder Druckstellen bei der Zange machen. Bei beiden Verfahren wird häufig ein Dammschnitt benötigt, auch können Scheidenrisse in Verlängerung des Dammschnitts auftreten. Kaiserschnitt Der Kaiserschnitt gilt als geplant, wenn er ab 37 Wochen der Schwangerschaft und vor Beginn der Geburtswehen stattfindet. Üblicherweise wird der geplante Kaiserschnitt zwischen 38 und 39 vollendeten Wochen angesetzt, also 7 bis 14 Tage vor dem errechneten Geburtstermin. Dabei ist zwischen der Reife des Kindes (insbesondere der Lungen) und dem Restrisiko, die Schwangerschaft fortzusetzen, abzuwägen. Weil bei einer klaren Indikation der Kaiserschnitt zu einem Notfalleingriff mit entsprechend erhöhter Komplikationsrate würde, ist ein Zuwarten, bis die Wehen einsetzen, für die Mehrheit der Fachpersonen nicht vertretbar. Für den geplanten Kaiserschnitt gibt es eine Reihe medizinischer und persönlicher Gründe. Ein kleiner Teil der medizinischen Gründe ist absolut, d.h. der Kaiserschnitt rettet Leben oder verhindert schwere Erkrankungen von Mutter und/oder Kind. Viele der medizinischen Gründe sind relativ, d.h. eine natürliche Geburt ist nicht zum vornherein unmöglich, aber sie ist mit einem höheren Restrisiko für Mutter und Kind verbunden. Dazu gibt es Situationen, in welchen der Kaiserschnitt nicht medizinisch begründet ist, sondern von der Mutter gewünscht wird. Wir verweisen auch auf das Aufklärungsprotokoll der SGGG unter www.sggg.ch. Absolute – zwingende medizinische Gründe • Wenn der Mutterkuchen über den inneren Muttermund reicht (Placenta praevia); • Wenn die Gebärmutter durch operative Eingriffe vernarbt und die Muskulatur deswegen geschwächt ist; • Wenn der vorausgegangene Kaiserschnitt mittels Längsschnitt durchgeführt wurde; • • • • • • • Wenn sich das Kind in einer abnormalen Lage befindet, die eine natürliche Geburt nicht zulässt (z.B. Querlage); Wenn eine Zwillingsschwangerschaft besteht, bei welcher der erste Zwilling nicht in Kopflage ist; Wenn eine Mehrlingsschwangerschaft besteht (Drillinge oder mehr); Wenn bei Ihnen bereits drei und mehr Kaiserschnitte durchgeführt wurden; Wenn Ihre Gebärmutter keine normale Form aufweist; Wenn bei der Mutter bestimmte aktive Infektionen bestehen: Herpes genitalis (insbesondere Erstinfektion in den letzten Wochen vor der Geburt), HIVInfektion mit einer Virusmenge von über 50 Kopien/ml oder kombiniert mit einer Hepatitis C-Infektion; Wenn schwere Erkrankungen von Mutter und/oder Kind bestehen, die sich bei einer natürlichen Geburt akut verschlechtern könnten. Relative (nicht zwingende) medizinische Gründe Mit teilweise guter Datenlage: • Wenn das Kind in Steisslage liegt; • Wenn bei Ihnen bereits ein bzw. zwei Kaiserschnitte durchgeführt wurde(n); • Wenn das Kind im Verhältnis zum Becken der Mutter sehr gross erscheint; • Wenn sich der zweite Zwilling in Queroder Steisslage befindet; • Wenn bei einer früheren Geburt die Schultern steckengeblieben sind; • Wenn ein Herpes-Re-Infektion vorliegt; • Wenn das Kind eine Fehlbildung hat; • Wenn Sie eine frühere Geburt als traumatisierend erlebt haben. 7 Mit teilweise unklarer Datenlage: • Wenn Sie eine Schädigung des Kindes während der Geburt fürchten und den Eindruck haben, der Kaiserschnitt sei für das Kind sicherer: • Wenn Sie Angst vor Verletzung Ihrer körperlichen Integrität und Beeinträchtigung der Körperfunktionen haben (Schädigung des Beckenbodens oder der Schliessmuskeln von Blase und Darm). Die gilt auch für die Beeinträchtigung der Sexualität und Ihres Lebens als Paar; • Wenn Sie Geburtsschmerzen fürchten; • Wenn Sie sich Sorgen machen wegen der physischen und/oder psychischen Belastung während der Geburt. Allen Schwangeren, die Angst vor ihrer Geburt haben, muss eine besondere Beratung angeboten werden. Falls Sie sich letztlich für eine natürliche Geburt entscheiden, sei Ihnen versichert, dass sich das Behandlungsteam individuell und gezielt um ihre Bedürfnisse kümmert. Nicht medizinische Gründe für einen geplanten Kaiserschnitt Hebammen und Geburtshelfer, die mit dem Anliegen eines «Wunsch-Kaiserschnitts» konfrontiert werden, müssen die Gründe für diesen Wunsch zu verstehen versuchen und die Patientin detailliert über die Vorteile und die Risiken informieren. Insbesondere Paare, die sich mehrere Kinder wünschen, müssen sorgfältig über das Risiko von Placentastörungen bei künftigen Schwangerschaften aufgeklärt werden (zu tiefe Einnistung der Placenta bzw. Einnistung in der Kaiserschnittnarbe). 8 Der Entscheid über die Art der Geburt soll immer partnerschaftlich getroffen werden. Ist dies nicht möglich, ist der Wunsch der Mutter zu respektieren. Die schwangere Frau kann wenn nötig eine zweite Meinung einholen. In schwierigen geburtshilflichen Situationen kommt es heutzutage zu einer Fallbesprechung zwischen Geburtshelfern, Hebammen, Neugeborenen-Intensivmedizinern und Anästhesisten. Basierend darauf kann die Schwangere einen informierten Entscheid treffen. Wie läuft ein Kaiserschnitt ab? Ein Kaiserschnitt muss unter sterilen Bedingungen im Operationsaal stattfinden. Ausser bei Notfallsituationen kann Sie eine Begleitperson – in der Regel der Vater des Kindes – in die Operationsabteilung begleiten. Anästhesie („Narkose“) Sie werden vor dem Eingriff über mögliche Anästhesieverfahren aufgeklärt – ausser bei sehr grosser Zeitnot. In aller Regel wird eine Regionalanästhesie (Teilnarkose) im Rückenmark durchgeführt. Dafür wird in Seitenlage oder im Sitzen ein Einstich zwischen den unteren Rückenwirbeln durchgeführt und ein Medikament eingespritzt. Ihr Körper wird dann von der Brust abwärts für einige Stunden gefühllos sein. Gleichzeitig sind für diese Zeit Ihre Beine gelähmt. Es kann sein, dass Sie dies als unangenehm empfinden. Diese Teilnarkose ist für die Mutter sicherer als die Vollnarkose und ermöglicht ein besseres Geburtserlebnis. Sie können Ihr Baby schneller in die Arme nehmen. Die Allgemeinanästhesie – eine so genannte Vollnarkose – wird meist nur in Notfallsituationen durchgeführt oder wenn eine Regionalanästhesie aus medizinischen Gründen nicht möglich ist. Während der Operation Zuerst wird ein Blasenkatheter gelegt, damit die Blase entleert ist und bei der Operation nicht verletzt werden kann. Dann wird der Bauch desinfiziert, was Sie unter Umständen noch spüren. Zwischen Ihrem Kopf und dem Operationsfeld wird aus Sterilitätsgründen ein Tuch aufgespannt, so dass weder Sie noch Ihre Begleitperson, die am Kopfende bei Ihnen steht, bei der Operation direkt zuschauen müssen. Zur Vermeidung von Infektionen und Thrombosen werden Antibiotika und gerinnungshemmende Medikamente gegeben. Der Geburtshelfer setzt dann einen 1215 cm langen, meist queren Hautschnitt im Unterbauch. Die darunter liegenden Schichten, Unterhaut, Bauchmuskulatur, Bauchfell und Gebärmutterwand, werden heute häufig nur gedehnt statt durchschnitten, was Sie als Rütteln verspüren können. Ihr Baby wird durch die Bauchdecken herausgehoben, wozu ein Druck auf den Oberbauch notwendig sein kann. Diesen Druck können Sie trotz der Regionalanästhesie wahrnehmen. Das Kind wird zumeist innerhalb von 5-10 Minuten geboren, die gesamte Operation dauert im Mittel dreissig Minuten. Ihr Baby wird von der Hebamme oder dem Kinderarzt übernommen, abgetrocknet und in warme Tücher eingepackt. Wenn es dem Baby gut geht, wird es noch während der Operation zu Ihnen gebracht. Sie sollen genauso wie bei einer natürlichen Geburt schnell einen Hautkontakt herstellen können. Die Operationswunde wird derweil verschlossen, wobei die Haut zugenäht bzw. mit Klammern fixiert wird. Nach der Operation Sie können meist nach wenigen Stunden zusammen mit Ihrem Baby ins normale Patientenzimmer zurückkehren und bereits am Operationstag aufstehen, trinken und essen. Nach einem Kaiserschnitt haben Sie ein grösseres Erholungsbedürfnis, insbesondere nach einem Notfallkaiserschnitt. Blasenkatheter und Infusionsschlauch werden entfernt, sobald Sie wieder auf den Beinen sind, in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Gegen die Schmerzen erhalten Sie Schmerzmittel. Der Spitalaufenthalt nach Kaiserschnitt ist im Mittel um einen bis zwei Tage länger als nach einer natürlicher Geburt. Wann braucht es einen Notfall-Kaiserschnitt? Dieser wird in folgenden Situationen durchgeführt: • Wenn sich der Muttermund unter Wehen nicht oder nicht vollkommen öffnet und/oder der kindliche Kopf im Becken nicht tiefer tritt (Geburtsstillstand); • Wenn die Herztonaufzeichnung des Kindes nicht normal ist und, je nach verfügbaren Überwachungsmethoden, eine Übersäuerung des kindlichen Blutes befürchtet wird; • Wenn während der Geburt schwere Blutungen auftreten. 9 Vergleich natürliche Geburt – Kaiserschnitt Dieser Abschnitt richtet sich an Schwangere, die sich detailliert über die Auswirkungen von natürlicher Geburt und Kaiserschnitt auf Mutter und Kind informieren möchten. Wir weisen darauf hin, dass die genannten Restrisiken im Allgemeinen klein oder sogar winzig sind. Auf keinen Fall sollten Sie unnötige Ängste haben und Ihren Optimismus verlieren. Was sind die Risiken für das Kind? Sowohl die Neugeborenen-Sterblichkeit als auch das Risiko gravierender Verletzungen wie Hirnblutung und Nervenschädigung sind sehr klein und bewegen sich im Promillebereich (1 auf 1000). Leicht erhöhte Risiken finden sich bei erschwerten natürlichen Geburten und Notfall-Kaiserschnitten. Was sind die Risiken für die Mutter? Unbestritten ist, dass die Sterblichkeit der Mutter sehr gering ist. Sie hängt nicht von der Art der Geburt ab. Bezüglich Schmerzen im Wochenbett, Gerinnselbildung unter Thromboseprophylaxe sowie Wochenbettdepression finden sich ebenfalls keine Unterschiede. Auch die Häufigkeit eines Gebärmuttervorfalls oder das Sexualleben nach der Geburt unterscheiden sich nicht. «Die natürliche Geburt sollte die Regel und der Kaiserschnitt die Ausnahme sein.» Bei der natürlichen Geburt dauert der Spitalaufenthalt weniger lang, es gibt weniger Infektionen und Anästhesie-Komplikationen. Die Mütter können häufiger stillen als nach Kaiserschnitt, wobei die entsprechenden Untersuchungen nicht zwischen geplantem und Notfallkaiserschnitt unterschieden haben. Der geplante Kaiserschnitt schneidet hinsichtlich Blutungen, Bluttransfusionen und chirurgischer Komplikationen besser ab. Urininkontinenz (ungewollten Urinverlust) kommt weniger häufig vor, wobei dieser Unterschied mit Alter und Gewicht der Mutter sowie mit zunehmender Kinderzahl abnimmt. Stuhlinkontinenz kommt generell selten vor, am ehesten nach erschwerten natürlichen Geburten und Notfall-Kaiserschnitten. 10 Bei Kaiserschnitten vor 38 bis 39 abgeschlossenen Schwangerschaftswochen leidet das Neugeborene häufiger an Atemnot, was eine Behandlung im Brutkasten und eventuell die Verlegung auf eine Neugeborenen-Intensivstation notwendig machen kann. Welche Risiken bestehen bei künftigen Schwangerschaften? Frauen mit einem Kaiserschnitt in der Vorgeschichte haben insgesamt weniger Folgeschwangerschaften. Dabei ist unklar, ob dies mit Auswirkungen des Kaiserschnitts oder mit der Lebensplanung zusammenhängt. Die Häufigkeit von Totgeburten ist nach Kaiserschnitt nicht erhöht. Nach Kaiserschnitten kann sich die Placenta zu tief in der Gebärmutterwand und/oder auf der Kaiserschnittnarbe einnisten, was zu Blutungen führen und die Entfernung der Gebärmutter notwendig machen kann. gynécologie suisse ist eine innovative Fachgesellschaft, die sich zum Ziel setzt, die Gynäkologie und Geburtshilfe in der Schweiz wissenschaftlich, praktisch und ethisch zu fördern. Sie setzt ihr Wissen, ihre Kenntnisse, ihre Fähigkeiten und Erfahrungen für die Gesundheit der Frau ein. gynécologie suisse verfolgt den medizinischen Fortschritt wachsam und setzt Standards für neue Behandlungsmethoden. Impressum Gynécologie suisse, Schweizerische Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie Weiterführende Informationen: www.sggg.ch Comment allez-vous mettre votre enfant au monde? Une brochure d’information sur l’accouchement Chers parents Nous nous réjouissons de l’événement unique que vous vivez et souhaitons partager cette joie avec vous. Pour que vous puissiez être bien informés, nous mettons à votre disposition une brochure dont les renseignements importants autour de la naissance doivent vous permettre de faire un choix éclairé et personnel concernant votre accouchement ainsi que la naissance de votre futur enfant. Actuellement, vous vous demandez probablement quel est le meilleur mode d’accouchement pour vous et votre enfant et dans quel lieu accoucher. Se pose également la question entre un accouchement naturel ou une césarienne. Nous – les professionnels qui avons contribué à cette documentation – affirmons que l’accouchement par voie basse devrait être la règle lors d’une grossesse simple. Une césarienne d’emblée ne devrait être qu’exceptionnelle d’autant plus si vous êtes jeune et que vous envisagez d’autres grossesses. Dans les pages qui suivent ont été rassemblées les informations scientifiques les plus récentes pour que vous puissiez obtenir tous les renseignements nécessaires pour vivre sereinement votre grossesse et votre accouchement. En Suisse, il faut être conscient que nous bénéficions d’une situation privilégiée où les conditions de sécurité liées à la naissance ont atteint un niveau élevé tant pour votre santé que celle de votre enfant, quel que soit le mode d’accouchement. Nous formulons nos meilleurs voeux pour votre grossesse et votre accouchement ! gynécologie suisse – La Société Suisse de Gynécologie-Obstétrique Pour des raisons de lisibilité cette désignation sera utilisée pour les deux sexes 2 Chaque accouchement est unique Dans nos sociétés occidentales, nous observons une attitude contradictoire concernant la naissance: d’une part on souhaite un accouchement le plus « naturel » possible tout en attendant d’autre part une sécurité absolue pour la mère et l’enfant. Il s’agit donc de réussir un accouchement physiologique tout en prenant le risque minimum. Ceci implique une surveillance très attentive de la santé maternelle et fœtale tout au long de l’accouchement. «L’accouchement est un processus naturel qui malgré toutes les précautions d‘usage peut réserver des imprévus.» Toutes les femmes enceintes, tous les couples se posent la question du meilleur mode d’accouchement sans pour autant suivre aveuglément et sans réflexion les tendances du moment. Ainsi, l’augmentation observée du taux de césarienne ne s’explique pas par les demandes de césariennes de convenance. Ces dernières ne sont en effet responsables que d’un très faible pourcentage de l’augmentation du taux global des césariennes. nifié par voie basse, la naissance se terminera par un geste obstétrical (ventouse ou forceps) dans 10 % des cas, et par une césarienne d’urgence également dans 10 % des cas. Même si rien ne laissait présager une telle issue avant le début du travail. Les sages-femmes et les gynécologuesobstétricien(ne)s feront tout leur possible afin d’identifier les problèmes pouvant augmenter ces risques avant le début de l’accouchement, mais un certain nombre de complications peuvent survenir durant la phase de travail. L’accouchement est un processus naturel qui malgré toutes les précautions d’usage peut réserver des imprévus. Pour vivre ces événements inattendus de la meilleure façon possible, l’idéal est que vous soyez informée au préalable, consciente que des changements peuvent bouleverser le processus naturel de votre accouchement et vous amener à développer, dans l’urgence, flexibilité et confiance en l’équipe qui vous entoure. Les accouchements se terminant par un geste obstétrical ou une césarienne d’urgence sont naturellement moins bien vécus que les accouchements spontanés ou les césariennes électives. L’accouchement est un processus naturel qui sous quelque forme que ce soit peut déboucher sur un déroulement inattendu. Les enfants vont chambouler votre vie et cela peut déjà débuter pendant l’accouchement. L’aboutissement d’une réflexion neutre et détaillée, partagée entre vous, votre partenaire et votre gynécologue vous permettra de choisir le mode de naissance qui vous sera le plus adapté. Aujourd’hui, la grande majorité des accouchements (98%) a lieu dans un hôpital ou une clinique. Ceci réduit les risques pour la mère et l’enfant dans la mesure où, lors d’un accouchement pla- 3 L’accouchement spontané La grande majorité des femmes en bonne santé choisit de prime abord un accouchement par voie basse. On doit tout particulièrement favoriser l’accouchement spontané par voie basse chez les femmes jeunes ainsi que chez celles qui souhaitent avoir plusieurs enfants. Quels sont les signes du début de l’accouche ment? • Contractions douloureuses régulières ressenties dans le ventre, le dos (lombaires), au niveau de la symphyse pubienne ou dans l’aine comme des crampes menstruelles. • Perte de liquide amniotique. • Perte de mucus rosé ou brun, provenant de l’ouverture du col de l’utérus (perte du bouchon muqueux). Quand faut-il contacter le lieu prévu pour l’accouchement? • Pour un premier accouchement, lorsque les contractions s’intensifient (1 contraction toutes les 2 – 3 minutes pendant 2 heures). Pour une femme qui a déjà accouché, dès le début des contractions douloureuses. • Si vous ne vous sentez plus bien à la maison. • Lorsque vous perdez du liquide amniotique ou du sang par voie vaginale • Si vous souffrez de maux de tête importants ou de douleurs dans la région haute du ventre. Si vous remarquez que les mouvements de l‘enfant deviennent plus faibles voire absents. Le 4 phases de l’accouchement ? 1. La phase de latence (maturation du col) L’accouchement débute par une phase de prétravail qui peut durer de quelques heures à quelques jours. Souvent cette étape survient à la maison et peut parfois passer inaperçue. 4 La musculature utérine se prépare pour le travail, la poche des eaux devient plus fine, le col utérin plus mou et dilatable. Durant cette période le col peut se dilater jusqu’à 3 – 4 cm. 2. La phase de dilatation ou phase active Les contractions deviennent de plus en plus fréquentes, plus régulières, plus longues et également de plus en plus douloureuses. Vous ressentez le besoin de vous arrêter de marcher ou de parler pendant les contractions. Pendant cette période, la sage-femme ou l’obstétricien(ne) veilleront à vous soulager. Le col utérin va continuer à se dilater et votre bébé va débuter sa descente dans le bassin. La sage-femme ou le médecin palpera lors d’examens vaginaux votre col et la tête de votre bébé témoin de son avancement dans les voies génitales. Fréquemment, ils palperont une bosse sur le sommet du crâne du bébé témoin de sa pression sur le col. Souvent la rupture des membranes survient spontanément durant cette période et si ce n’est le cas, la sage-femme ou l’obstétricien(ne) peuvent pratiquer une rupture artificielle des membranes. 3. La phase d’expulsion Quand le col utérin est complètement dilaté, la tête de votre enfant termine sa descente dans le petit bassin. Vous serez alors encouragée à «pousser» et vos efforts aboutiront à la naissance de votre enfant. Durant ces deux dernières phases, la sage-femme et l’obstétricien(ne) ont pour souci de vous aider à supporter les douleurs des contractions, d’éviter une éventuelle souffrance du fœtus et de s’assurer de la progression physiologique de l’accouchement. 4. La phase placentaire Après la naissance de votre enfant, vous recevrez une injection d’ocytocine : l’utérus se contracte et le placenta se décolle. On vous demandera peut être de pousser encore quelques fois pour aider à son expulsion. L’expulsion du placenta devrait intervenir dans les trente minutes suivant la naissance. Après la délivrance (sortie du placenta) la sage-femme ou le médecin examinent le placenta pour vérifier que le placenta et ses membranes ont été complètement délivrés. La sage-femme ou le gynécologue-obstétricien(ne), s’assureront que votre utérus est bien contracté. En cas de relâchement de l’utérus un massage utérin ou l‘injection d’un médicament destiné à aider l’utérus à rester bien contracté permettront d’éviter la plupart du temps une hémorragie du post-partum. Faut-il avoir peur des douleurs des contractions? Les sages-femmes et les anesthésistes vous offrent une palette de mesures contre les douleurs afin que vous restiez en forme aussi bien physiquement qu’émotionnellement. En cours de dilatation, on peut recourir à des changements de position, à une mobilisation, à des massages, à l’application d’huiles essentielles ou à des bains. On propose également des méthodes médicamenteuses sous forme de suppositoires ou d’injections qui diminuent l’intensité des douleurs des contractions. Sages-femmes et gynécologues-obstétricien(ne)s sont là pour utiliser adéquatement ces mesures. Si toutes ces mesures ne suffisent pas, on peut alors recourir à une anesthésie loco-régionale par exemple une péridurale (PDA). La péridurale est posée par un anesthésiste. Un fin cathéter est placé en périphérie des nerfs rachidiens par lequel des analgésiques permettront une réduction très significative des douleurs. L’un des avantages de cette technique est l’absence d’interaction médicamenteuse avec le fœtus. Dans certaines cliniques, lorsque la pose d’une péridurale n’est pas possible et ceci quelle qu’en soit la raison, une analgésie par pompe en continu d’un analgésique puissant (Remifentanil) est mise en place. Bien que ce médicament passe la barrière placentaire, sa dégradation chez le fœtus est très rapide. D’autre part, son action chez vous peut ralentir votre fréquence respiratoire ce qui justifie une surveillance continue durant son emploi. Des informations supplémentaires vous sont données sur www.ssgo.ch. Quand faut-il déclencher artificiellement l’accouchement? Le déclenchement du travail se décide dans les cas où la prolongation de la grossesse jusqu’à son terme spontané comporte davantage de risques pour la mère et l’enfant. Il existe plusieurs raisons pour un déclenchement de l’accouchement une fois que la maturation des poumons est acquise, c’est à dire au-delà de 38 0/7 - 39 0/7 semaines: La nature ne décide pas toujours de façon idéale le moment de l’accouchement. S‘il existe un risque pour votre santé ou celle de votre enfant, il peut être nécessaire de déclencher artificiellement l’accouchement ce qui permet parfois d’éviter des complications ou une césarienne. Parmi toutes ces situations, plusieurs situations fœtales indiquent un accouchement provoqué : le retard de croissance intra-utérin (votre enfant n’est plus assez nourri par l’apport placentaire), ou à l’inverse une croissance trop importante (macrosomie) qui peut rendre l’accouchement difficile, certaines anomalies fœtales ainsi que des anomalies du rythme cardiaque fœtal témoin d’une souffrance intra-utérine. Le dépassement de terme au-delà de 7 – 10 jours, les grossesses multiples ainsi que lorsqu’une rupture de la poche des eaux ne déclenche pas le travail sont également des raisons de provoquer l’accouchement. D’un point de vue maternel, l’apparition nouvelle d’un trouble de votre santé, le développement d’une hypertension (pré-éclampsie) ou l’aggravation subite d’un problème de santé préalablement connu (hypertension, insuffisance rénale, décompensation d’un diabète ou anticoagulation) sont des indications péremptoires pour un déclenchement. Dans ces situations le déclenchement artificiel de l’accouchement offre beaucoup plus de bénéfices que de désavantages.Cependant, vous devez savoir qu’un accouchement provoqué n’est pas un accouchement totalement naturel. Un certain nombre d’inconvénients doivent être abordés. La médicalisation de l’accouchement est plus importante et le travail, souvent plus long. Dans ces situations, le risque de césarienne dépend de l’état du col. S’il n’est pas mature, ce risque augmente, mais si l’indication est bien posée – dans le cas par exemple d‘un déclenchement lors de dépassement de terme, il diminue. La durée du séjour hospitalier est prolongée. L’usage de médicaments pour le déclenchement ainsi que leurs effets secondaires devront vous être clairement expliqués. Dans toutes ces circonstances, la décision d’un accouchement programmé doit être prise de façon conjointe entre vous et votre médecin et être le résultat d’une information vous permettant un choix éclairé. 5 Une épisiotomie est-elle toujours nécessaire ? Actuellement nous recommandons une politique restrictive vis à vis de l’épisiotomie. Toutefois, dans quelques situations votre sage-femme ou votre gynécologue-obstétricien décideront d’une épisiotomie au moment de la naissance pour éviter des lacérations plus sévères du vagin ou du rectum ou pour accélérer la naissance de votre bébé en cas de risque de manque d’oxygène. Quelle est la position la plus favorable pour l’accouchement ? Plusieurs positions sont possibles. Choisissez celle qui vous convient le mieux. Beaucoup de femmes accouchent en position demi-assise pour bénéficier de l’effet de la pesanteur. Vous pouvez aussi accoucher en position latérale, debout, à quatre pattes, sur la chaise de Maya ou dans l’eau, pour autant qu’il n’y ait pas de contre-indication pour ce dernier choix. Discutez-en avec la sage-femme et le médecin en début de travail afin de connaître les possibilités offertes dans votre lieu d’accouchement. Où votre enfant sera-t-il après l’accouchement ? Après l’accouchement, le clampage du cordon se fera après un petit moment et ensuite, le cordon ombilical du bébé sera coupé. Ce geste symbolique pourra être laissé au père sous la conduite de la sage-femme. Si l’adaptation précoce de votre enfant se déroule normalement, la sage-femme va l’essuyer pour qu‘il n’ait pas froid et le mettre nu sur votre poitrine. Le premier contact peau à peau est important, favorisant une relation mèreenfant de qualité. Après une intervention de type ventouse ou forceps ou encore si le nouveau-né a des problèmes d’adaptation, le pédiatre procédera à un examen médical au préalable. Sitôt la situation stabilisée, le nouveau-né sera mis contre vous. 6 Pouvez-vous allaiter votre enfant directement après l’accouchement ? Dans l’idéal, le premier allaitement aura lieu juste après l’accouchement dans la mesure où cela sera possible pour vous et votre enfant. Le contact peau-à-peau instauré rapidement après la naissance facilite l’adaptation du nouveau-né à la vie extra-utérine et l’aidera à prendre le sein. A ce moment, le nouveau-né est généralement éveillé et il faudra en profiter pour le mettre au sein. «Le premier contact peau à peau est important.» Quand faut-il utiliser la ventouse ou le forceps ? Lors de souffrance fœtale aigüe au moment de l’expulsion, révélée par une fréquence cardiaque trop basse ou trop haute, il peut être nécessaire d’accélérer l’accouchement en utilisant une ventouse ou un forceps. Parfois aussi, les efforts expulsifs de la mère ne suffisent pas à assurer l’effort considérable de la dernière phase de l’accouchement et il devient nécessaire de vous aider. Les deux méthodes utilisées (ventouse et forceps) comportent peu de risques pour votre enfant lorsqu’elles sont appliquées correctement. Toutefois on peut observer une bosse sérosanguine sur la tête du bébé après l’utilisation d’une ventouse et des rougeurs ou des marques, heureusement passagères, sur la peau lors d’un forceps. L’utilisation d’un forceps ou d’une ventouse nécessitent souvent une épisiotomie et peuvent s’accompagner de lésions vaginales. La césarienne La définition d’une césarienne programmée est une césarienne à terme (>37 0/7 sem) réalisée avant l’entrée en travail spontané. Elle devrait être programmée entre 38 0/7 et 39 semaines d’aménorrhée soit 7-14 jours avant la date présumée de la naissance afin de trouver un équilibre entre la maturité pulmonaire du foetus et les risques liés à la prolongation de la grossesse. Aucun argument ne justifie l’attente du début du travail pour pratiquer une césarienne programmée. Celle-ci deviendrait alors une césarienne d’urgence, grevée d’un taux de complications plus élevé. Les raisons qui incitent à accoucher par césarienne élective sont multiples. Un petit nombre de césariennes répond à des indications médicales absolues, ce qui signifie, que la césarienne sauve des vies et/ou évite des complications maternelles ou fœtales sévères. La plupart des indications médicales sont relatives, ce qui veut dire qu’un accouchement naturel n’est pas impossible mais qu’il pourrait être lié à un risque élevé de complications materno-fœtales. Il existe également des situations ou l’indication n’est pas médicale mais repose sur une demande maternelle. Vous pouvez aussi consulter le document dont les cordonnées sont annexées : www. ssgo.ch. Liste des indications médicales impératives pour une césarienne élective • Le placenta recouvre l’orifice du col (placenta praevia). • L’utérus est cicatriciel après des interventions gynécologiques ayant fragilisé le muscle utérin avec une incision jusqu’à la cavité endométriale (résection de myome). • Il existe un antécédent de césarienne corporéale (ouverture longitudinale de l’utérus au cours d’une césarienne). • • • • • • • L’enfant se trouve dans une position anormale (p.ex. position transverse). Il s’agit d’une grossesse gémellaire dont le premier enfant ne se trouve pas en position céphalique (tête vers le bas). Il s’agit d’une grossesse multiple supérieure à deux fœtus. Vous avez déjà subi plus de trois césariennes. L’utérus a des malformations particulières. Il existe un risque de transmission au bébé d’une infection maternelle : primo-infection par l’herpès génital au troisième trimestre, virémie positive (> 50 copies/ml) lors d’une infection HIV, concomitance d’une hépatite C et d’une infection à HIV. Présence d’une maladie maternelle ou fœtale sévère pour laquelle l’accouchement par voie basse impliquerait un risque de décompensation grave tant pour la mère que l’enfant. Indications médicales relatives pour une césarienne élective Dont les données médicales sont controversées: • Présentation par le siège. • Antécédent d’un ou deux accouchements par césarienne. • Le poids estimé de l’enfant est extrêmement important par rapport au bassin de la maman. • La présentation du deuxième jumeau en siège ou en position transverse • Antécédent de dystocie des épaules • La récurrence de poussée herpétique génitale • La présence d’une malformation fœtale • Vous avez un antécédent de naissance traumatique. 7 Pour lesquelles il y a une absence de données médicales probantes • Vous craignez des complications pour votre bébé et pour vous-même et avez l’impression que la césarienne est d’une plus grande sécurité pour votre enfant. • Vous avez des craintes quant à l’intégrité de votre corps et de ses fonctions (risques d’incontinence urinaire, altération de votre sexualité et de votre vie de couple). • Vous craignez les douleurs liées à l’accouchement. • Vous pensez ne pas supporter les efforts physiques ou psychiques de l’accouchement. La femme enceinte peut si nécessaire demander un second avis. Dans toutes les décisions obstétricales, la relation médecin – sage-femme – néonatologue - anesthésiste et patiente doit être un processus d’échanges où la patiente devient une actrice du choix une fois qu’elle a été informée clairement. Pour toutes les patientes ayant des peurs associées à l’accouchement, un soutien personnalisé doit être proposé. Si finalement vous vous décidez pour un accouchement par voie basse, soyez assurée que l’équipe qui vous accompagnera pendant votre accouchement mettra en place une prise en charge spécifique et individuelle adaptée à vos besoins. L’anesthésie Vous recevrez lors d’une consultation pré-anesthésique une information détaillée sur les différents modes d’anesthésie. Lors de césarienne en urgence et pour autant que la situation nous en laisse le temps, l’anesthésiste vous donnera ces informations juste avant la césarienne. Dans la plupart des cas on choisira une anesthésie loco-régionale, rachidienne ou péridurale. Sa pose se fera en position assise ou couché sur le côté, L’anesthésiste injectera le produit anesthésiant dans un cathéter qu’il aura placé entre deux vertèbres. Ceci permet une anesthésie complète du corps de la base du thorax jusqu’aux pieds. Durant cette période vous ne pourrez pas mobiliser vos jambes ce qui peut être ressenti comme désagréable. L’anesthésie péridurale ou rachidienne est une technique plus sûre que l’anesthésie générale aussi bien pour la mère que pour l’enfant. Elle offre un bon confort et vous permet de vivre la naissance de votre enfant. Vous pourrez l’accueillir rapidement et le tenir sur votre poitrine. L’anesthésie générale n’est réalisée que dans des situations d’extrême urgence ou en cas de situations médicales contre-indiquant l’anesthésie loco-régionale. Demande de césarienne sans indication médicale Chaque sage-femme ou gynécologue-obstétricien confronté à cette demande doit rechercher les raisons spécifiques sous-jacentes, faire un effort de compréhension envers cette démarche, en discuter avec la patiente et lui offrir une information détaillée sur les avantages qu’elle y voit et les risques associés à l’intervention. En particulier les couples qui désirent plusieurs enfants doivent être bien informés des risques accrus d’anomalie de l’implantation du placenta lors des grossesses ultérieures (placenta praevia, placenta accreta, implantation de la grossesse dans la cicatrice de césarienne). La recherche d’une décision partagée est primordiale. En l’absence de celle-ci, la décision de la mère sera respectée. 8 Comment se déroule une césarienne ? Une césarienne se pratique dans un bloc opératoire avec des conditions de stérilité adéquates. Mis à part dans certaines situations d’urgence, une personne de votre choix peut vous accompagner en salle d’opération. Pendant l’opération Tout d’abord on posera une sonde urinaire pour vider votre vessie et ainsi la protéger lors de la césarienne. Ensuite on désinfecte le ventre avec une solution adaptée et on installe des champs stériles qui délimitent la zone du champ opératoire du haut du corps afin que ni vous ni la personne qui vous accompagne assise à votre côté à la tête de la table d’opération ne voit le champ opératoire. Avant de commencer la césarienne, l’efficacité de l’anesthésie sera vérifiée et pour éviter les infections, on vous donnera un antibiotique par voie intraveineuse en début d’intervention. L’obstétricien fait une incision horizontale d’environ 12 à 15 cm dans la région du pubis juste en-dessus de la symphyse pubienne. Il ouvre progressivement les différentes couches – la zone sous-cutanée, la musculature, le péritoine et la paroi de l’utérus - aujourd’hui on évite le plus souvent l’utilisation du bistouri, en écartant progressivement les tissus avec les doigts. Vous pourrez ressentir des mouvements ou une pression mais pas de douleur. L’enfant est mis au monde par une pression manuelle sur le fond utérin que vous pourrez ressentir malgré la présence de l’anesthésie loco-régionale. L’enfant naît 5 à 10 minutes après le début de l’intervention qui généralement dure une trentaine de minutes. Votre bébé est pris en charge par la sage-femme ou le pédiatre. On le sèche et l’entoure d’un drap agréablement chauffé à 37 degrés. Si votre enfant s’adapte bien on le posera sur votre poitrine pendant la fin de la césarienne. Ainsi le contact peau à peau souhaité sera proche de celui d’un accouchement physiologique. Pendant ce temps l’opérateur refermera les différentes couches des tissus. La peau sera fermée par des agrafes ou par un fil. Dans les suites opératoires, vous recevrez un anticoagulant afin d‘éviter les risques de thrombose. Après l’opération Habituellement vous retournerez en chambre avec votre enfant quelques heures déjà après la césarienne (2–4 heures). Le jour même vous pourrez vous lever, boire et manger. Votre convalescence pourra être plus longue notamment après une césarienne d’urgence. La voie veineuse et la sonde vésicale seront retirées dans les 24 heures suivant l’intervention. Des médicaments anti-douleur vous seront proposés. Une prophylaxie antithrombotique (anticoagulation préventive) est régulièrement administrée durant votre séjour sous la forme d’injections souscutanées quotidiennes. En moyenne, votre séjour sera prolongé d’un ou deux jours comparé à celui d’un accouchement par voie basse. Quelles sont les indications à une césarienne d’urgence ? On y recourt dans les situations suivantes : • En cours de travail on assiste à un arrêt de la dilatation de plus de deux heures malgré des contractions efficaces et/ou une absence de progression de la tête fœtale dans la filière génitale (arrêt de la progression de la présentation). • Lorsque l’enregistrement du rythme cardiaque fœtal est pathologique et, qu’en fonction des mesures disponibles de surveillance, un manque d’oxygène est à craindre pour le foetus. • Lors de saignement abondant pendant l’accouchement. 9 Comparaisons entre accouchement par voie basse et césarienne Quelle est l’influence de l’accouchement physiologique par voie basse et de la césarienne sur la santé de la mère et de l’enfant? Dans les paragraphes qui suivent nous allons essayer de résumer les connaissances actuelles. Les risques qui sont mentionnés sont faibles voire très faibles et ils ne devraient en aucun cas engendrer d’angoisses inutiles. Nous avons pris l’option de ne pas quantifier ces risques car les données les concernant proviennent d’études multiples difficiles à résumer. Quels sont les risques pour la mère ? La mortalité maternelle après l’accouchement est très faible autant lors d’une césarienne que lors d’un accouchement par voie basse. Il n’existe pas de différence en ce qui concerne les douleurs post-partum, les risques de dépression, l’incidence de prolapsus utérin et de trouble de la vie sexuelle des couples après l’un ou l’autre mode d’accouchement. De même, le risque de thrombose n’est pas différent dans la mesure où une thromboprophylaxie a été donnée. Lors d’un accouchement par voie basse, la durée du séjour est plus courte, le taux d’infection plus faible, les complications d’anesthésie évidemment plus rares. On a également observé que l’allaitement est plus fréquent lors d’accouchement par voie basse qu’après une césarienne, qu’elle soit programmée ou d’urgence. Bien que rares, les hémorragies, les besoins en transfusion sanguine et les complications chirurgicales sont un peu plus fréquentes après une césarienne. Par contre on rencontre moins de problèmes d’incontinence urinaire, quoique ce bénéfice peut diminuer avec l’âge de la patiente, le poids du bébé ou encore le nombre de naissances. Une césarienne n’empêchera pas toujours une patiente de développer une incontinence plus tard dans la vie. L’incontinence des selles est un phénomène rare dont le risque est plus élevé chez les patientes ayant eu un accouchement par voie basse difficile et lors de césarienne d’urgence. 10 Quels sont les risques pour l’enfant ? La mortalité des nouveaux-nés ainsi que le risque de lésions sévères, hémorragies cérébrales et dommages neurologiques sont des évènements très rares. Le risque est estimé aux environs de un pour mille (1:1000). La fréquence de ces complications est légèrement plus élevée lors d’un accouchement par voie basse difficile ou lors d’une césarienne en urgence. «La césarienne programmée doit représenter l’exception.» Le nouveau-né peut présenter des problèmes d’adaptation respiratoire (wet lung) d’autant plus fréquents que la césarienne a été planifiée et faite avant 38 – 39 semaines d’aménorrhée. Le nouveau-né pourrait alors avoir besoin d’une surveillance en isolette, voire d’un transfert dans une unité de néonatologie. Quels sont les risques pour les grossesses ultérieures ? Les femmes qui ont eu une césarienne auront statistiquement moins d’enfants que les autres. On ne sait pas si ceci est une conséquence de la césarienne ou un choix individuel. Le taux de décès intra-utérin après une césarienne lors d’une nouvelle grossesse n’est pas différent qu’après un accouchement vaginal. Après un accouchement par césarienne, le placenta, lors des grossesses ultérieures, peut s’implanter trop profondément dans la paroi et/ou dans la cicatrice utérine. Cela peut provoquer des hémorragies et aboutir à une hystérectomie. gynécologie suisse est une société médicale innovatrice qui a pour but de promouvoir la gynécologie et l’obstétrique en Suisse aux plans scientifique, pratique et éthique. Notre formation, nos connaissances, nos capacités et notre expérience sont dédiées à la santé de la femme. Nous suivons attentivement les progrès médicaux et évaluons les nouvelles méthodes de traitement. Edition Gynécologie suisse, La Société suisse de Gynécologie et d’Obstétrique SSGO www.ssgo.ch Come metterete al mondo vostro figlio? Opuscolo informativo sul parto Cari futuri genitori, Siamo lieti di partecipare alla vostra gioia per lo straordinario evento che state vivendo: la gravidanza. Affinché possiate fare scelte personali per voi e vostro figlio sulla base di informazioni complete e fondate, vi offriamo con il presente opuscolo una serie di nozioni importanti sui numerosi aspetti del parto. In tal modo intendiamo incoraggiarvi ad affrontare senza ansie questo evento, manifestando le vostre esigenze e desideri. Al momento siete sicuramente occupati anche nella decisione su come e dove debba avere luogo il parto. A questo proposito si tratta per lo più anche di scegliere tra un parto naturale e un parto cesareo. Noi – i professionisti che hanno collaborato alla redazione del presente testo informativo – siamo dell‘opinione che in una gravidanza con decorso normale il parto naturale debba costituire la norma, mentre il parto cesareo programmato debba rimanere un‘eccezione. Questa regola vale a maggior ragione quanto più è giovane la partoriente ed elevato il numero dei figli desiderati. Nelle pagine seguenti vi offriamo perciò un‘attenta valutazione delle più attuali informazioni tecniche e scientifiche sui molti aspetti riguardanti il parto, affinché possiate pianificare con ottimismo e affrontare serenamente questo evento così importante. Non dimenticate che in Svizzera ci troviamo in una situazione privilegiata, per cui i rischi per la madre e il bambino sono ridotti al minimo. Per questa particolare fase della vita vi facciamo di tutto cuore i nostri migliori auguri! gynécologie suisse – Società Svizzera di Ginecologia e Ostetricia 2 Ogni parto è diverso dagli altri Nelle società occidentali osserviamo due tendenze contrastanti riguardo al parto: da un lato si auspica che il parto decorra nel modo più «naturale» possibile, mentre dall‘altro lato si pretende la sicurezza assoluta, rigettando qualsiasi rischio per la madre e il bambino. Noi professionisti ci troviamo nel mezzo della tensione fra queste opposte esigenze. Per garantire un decorso il più possibile naturale ma con rischio minimo, durante il parto monitoriamo con particolare attenzione la salute della madre e del bambino. «Il parto è un processo naturale che può comportare anche eventi imprevisti» Siamo comunque convinti che non vi siano gestanti che scelgano il modo di dare alla luce il proprio bambino decidendo con leggerezza o secondo tendenze di moda. La responsabilità del generale aumento del tasso di parti cesarei che osserviamo è da attribuire solo in minima parte ai cosiddetti «parti cesarei su richiesta». Dopo aver informato la futura madre in un colloquio accurato e neutrale è tuttavia molto importante che la gestante, il suo partner e il medico curante giungano ad una decisione condivisa. Oggigiorno la stragrande maggioranza dei parti (98%) in Svizzera avviene in un ambiente ospedalizzato riducendo così i rischi perinatali sia per la madre che per il bambino. Non ogni parto naturale si conclude con un parto vaginale spontaneo. Statisticamente, il parto naturale presenta nel 10% dei casi delle difficoltà minori che rendono necessario l‘impiego di una ventosa ostetrica o di un forcipe affinché il neonato possa venire al mondo. Inoltre in un restante 10% dei casi è necessario ricorrere ad un taglio cesareo durante il travaglio. Sebbene ginecologi e levatrici facciano di tutto per identificare criticità prevedibili già prima del parto, alcuni problemi si manifestano senza segni premonitori solo nel corso del parto. Per vivere positivamente l‘esperienza del parto, è utile essere informati in anticipo sugli imprevisti che possono insorgere durante il travaglio. In tal modo anche voi sarete in grado di reagire con flessibilità alle situazioni di emergenza, mantenendo la completa fiducia nel team di professionisti che vi assiste durante il parto. Un parto difficile o un parto cesareo d‘urgenza lasciano comprensibilmente ricordi meno positivi rispetto a nascite naturali e cesarei programmati. Il parto è un processo naturale che, in qualsiasi forma, può comportare anche eventi imprevisti. Tenete presente questa eventualità e preparatevi a situazioni nuove. I bambini capovolgono la prospettiva di vita, e questo ha inizio già alla nascita. 3 Il parto naturale Le donne senza problemi medici scelgono per lo più di avere un parto naturale. Quanto più giovane è la gestante e più figli desidera avere, tanto più sarà da preferire il parto naturale. Quali sono i segni del parto incipiente? • Doglie regolari • Fitte alla schiena o al pube • Perdita di liquido amniotico • Perdita di muco sanguinolento dovuto all‘apertura dell‘orifizio uterino Quando devo contattare la levatrice? • Se le doglie si fanno più intense (una contrazione ogni 2-3 minuti per 2 ore) • Se non si sente più a suo agio • Se mostra perdite di liquido amniotico o di sangue dalla vagina • Se accusa mal di testa insoliti o dolori addominali • Se percepisce molto meno il bambino o non lo sente affatto Come si svolge il parto? Dal punto di vista medico il parto viene suddiviso in quattro fasi.. 1. Fase latente o di maturazione Questa fase, che può durare giorni, si svolge per lo più a domicilio e senza che venga avvertita. La muscolatura liscia dell‘utero si prepara alle contrazioni del parto, la parete del sacco amniotico si assottiglia e la cervice uterina diventa morbida ed elastica. In questa fase l‘orifizio uterino si può già dilatare fino a 3-4 cm. 2. Fase dilatante A questo punto le contrazioni uterine diventano sempre più frequenti, regolari, intense 4 e prolungate, e pertanto anche più dolorose. Durante le contrazioni uterine del travaglio non è più possibile camminare né parlare. Il lavoro della levatrice e del ginecologo aiuta a sopportare il dolore delle doglie. Le contrazioni uterine esercitano una pressione sul bambino e sul sacco amniotico. L‘elasticità del collo dell‘utero consente l‘apertura dell‘orifizio uterino e l‘entrata del bambino nel bacino. A causa dell‘estensione dell‘orifizio uterino, il bambino mostra spesso un gonfiore del capo denominato «tumore da parto». La levatrice o il ginecologo controlleranno spesso questa tumefazione mediante palpazione, per accertarsi della progressione del parto. Nella maggior parte dei casi, in questa fase si verifica la rottura del sacco amniotico che, altrimenti, viene aperto dalla levatrice o dalla ginecologa. 3. Fase espulsiva o delle spinte Una volta che l‘orifizio uterino è completamente dilatato e il nascituro ha compiuto una rotazione nel bacino, a questo punto la gestante può spingere attivamente, favorendo l‘espulsione del bambino. Il lavoro della levatrice e del ginecologo aiuta a sopportare il dolore delle doglie. L‘obiettivo di questa fase è garantire alla madre e al bambino un parto privo di traumatismi. 4. Fase del secondamento placentare Dopo la nascita del bambino l‘utero continua a contrarsi, provocando il distacco della placenta. Talvolta si invita la partoriente a sostenere questo processo, spingendo attivamente. Normalmente la placenta viene espulsa entro 30 minuti dopo il parto. Successivamente, la levatrice e il ginecologo controllano se la placenta e le membrane annesse sono complete e se la retrazione dell‘utero è sufficiente. Nel caso in cui l‘utero si presenti rilassato, è Quando è opportuno indurre il parto? possibile evitare un‘emorragia eccessiva mediante massaggio dell‘utero o iniezione di un medicamento che ne favorisce la contrazione. Devo aver paura del dolore? I professionisti che assistono la partoriente durante il parto offrono un ampio ventaglio di possibili misure antidolorifiche in grado di favorire il benessere sia fisico sia emotivo. I movimenti e i cambi di posizione, i massaggi, le essenze profumate e i bagni di rilassamento nella fase dilatante, nonché i metodi e i medicamenti della medicina complementare possono aiutare a superare il dolore del parto. La levatrice e il ginecologo sono sicuramente in grado di offrire un sostegno professionale a questo proposito. Durante il parto è possibile un trattamento antidolorifico «perimidollare», per esempio sotto forma di anestesia epidurale, spesso denominata anche anestesia peridurale (PDA). La PDA viene praticata da un medico anestesista che, attraverso un sottile tubicino di plastica, inietta medicamenti in prossimità dei nervi spinali. Questa misura produce una riduzione di intensità dei dolori. Il vantaggio della PDA consiste nel fatto che i medicamenti non passano al bambino. Se la PDA non è disponibile, in alcuni ospedali si può installare anche una pompa per la cosiddetta PCA (patient controlled analgesia, analgesia controllata dal paziente). Questa pompa somministra in vena un antidolorifico molto potente (remifentanil), che viene rapidamente degradato, senza causare effetti collaterali alla madre e al bambino. Tuttavia la partoriente può manifestare un rallentamento della respirazione, per cui si rende necessario un monitoraggio continuo. Per ulteriori informazioni, consultate il sito Web www.sggg.ch. Mediante l‘induzione del parto la gravidanza viene interrotta precocemente perché si ritiene che il suo proseguimento possa essere rischioso per la madre o il bambino. Questa misura è però attuabile solo quando i polmoni del bambino sono sufficientemente sviluppati, ossia al completamento della 38a-39a settimana di gravidanza. In presenza di rischi per la salute della madre e/o del bambino, l‘induzione del parto può evitare complicazioni o il parto cesareo. • • Per quanto riguarda la salute del bambino, si prende in considerazione un‘induzione del parto, qualora la crescita fetale intrauterina sia insufficiente o eccessiva o il feto presenti malformazioni congenite o anomalie dei toni cardiaci. Altri motivi frequenti per indurre il parto sono il superamento di 7-10 giorni della data prevista per il parto, la rottura del sacco amniotico non seguita da contrazioni uterine oppure una gravidanza multipla. Per quanto riguarda la salute della madre, è necessario indurre il parto, nel caso in cui si osservino nuovi disturbi quali ipertensione arteriosa associata a preeclampsia (tossiemia gravidica). Questa misura va attuata anche in caso di peggioramento di malattie materne preesistenti (ipertensione arteriosa, insufficienza renale, diabete non controllato, problemi di anticoagulazione). In tali situazioni l‘induzione del parto offre più vantaggi che svantaggi. Nonostante ciò il parto indotto presenta, rispetto al parto naturale, anche alcuni inconvenienti: è maggiormente caratterizzato da atti medici e spesso le doglie durano più a lungo. La probabilità di un parto cesareo dipende dalla situazione: aumenta se l‘orifizio uterino non ha raggiunto una dilatazione sufficiente e diminuisce in caso di induzione del parto tempestiva per superamento della data prevista per il parto. La permanenza in ospedale ha mediamente una durata superiore. I medicamenti utilizzati per indurre il parto e i loro effetti collaterali devono essere illustrati in dettaglio. La decisione di effettuare un parto indotto programmato deve essere presa di comune accordo con il proprio medico. 5 L‘episiotomia è sempre necessaria? Oggigiorno viene raccomandato un utilizzo restrittivo dell‘episiotomia (incisione chirurgica del perineo). In determinate situazioni risulta però opportuna, per evitare uno strappo non controllato o per abbreviare la fase delle spinte in presenza di ipossia (deficit di ossigeno) nel bambino. Qual è la posizione più favorevole per il parto? La posizione più favorevole è sempre quella che risulta più comoda alla partoriente. Molte donne preferiscono partorire in posizione accovacciata, per sfruttare l‘effetto della forza di gravità. Se non vi sono controindicazioni di natura medica, si può però partorire sdraiata su un fianco, appoggiata sulle ginocchia e sui gomiti, in posizione eretta, sullo sgabello Maya o in acqua. È bene informarsi in anticipo sulle possibilità a disposizione nella clinica ostetrica prescelta. Che cosa succede a mio figlio dopo il parto? Poco tempo dopo il parto, viene tagliato il cordone ombelicale e si asciuga accuratamente il neonato, deponendolo poi nudo sul seno della puerpera. Il taglio del cordone ombelicale – sotto le istruzioni della levatrice – può essere affidato simbolicamente al padre. Le prime ore sono preziose per l‘instaurarsi del rapporto tra la madre e il neonato, che in questi primi momenti devono rimanere a stretto contatto corporeo (cosiddetto bonding), sempre che le condizioni del bambino lo consentano. Se dopo il parto il neonato mostra problemi di natura medica o ha dovuto essere partorito con l‘ausilio di ventosa ostetrica o forcipe, viene prima esaminato dal medico. Non appena la situazione viene considerata normale, il bambino viene riportato alla puerpera. 6 Posso allattare mio figlio dopo il parto? La miglior cosa da fare è appoggiare il neonato sul seno direttamente dopo il parto. È tuttavia sempre prioritario rispettare le esigenze della madre e del neonato. «Il contatto cutaneo precoce è molto importante per il neonato.» Il contatto cutaneo precoce e ininterrotto facilita l‘adattamento del neonato all‘ambiente esterno e stimola il riflesso di suzione. In queste prime fasi di vita il bambino è anche per lo più sveglio e quindi è importante sfruttare queste ore. Quando si rende necessario l‘uso della ventosa ostetrica o del forcipe? Vi sono situazioni in cui il nascituro deve venire al mondo il più presto possibile, perché per esempio i toni cardiaci non sono più ottimali. D‘altra parte, può anche succedere che la madre sia così esaurita da non poter spingere attivamente, oppure non possa farlo a causa delle sue condizioni di salute. Infine, può accadere che sebbene le spinte della madre siano corrette, il nascituro non avanzi nel canale del parto. In questi casi la fase delle spinte può essere abbreviata mediante l‘uso di una ventosa ostetrica o di un forcipe che, se applicati correttamente, non sono pericolosi per il bambino. Sul capo del neonato possono provocare solamente gonfiori (ventosa ostetrica) e arrossamenti o punti di pressione (forcipe) temporanei. Con entrambe le tecniche viene spesso praticata necessariamente l‘episiotomia, e possono anche verificarsi lacerazioni della parete vaginale che prolungano l‘incisione del perineo. Il parto cesareo Si parla di parto cesareo programmato se viene condotto a partire dalla 37a settimana di gravidanza e prima che abbia inizio il travaglio. In genere il parto cesareo programmato viene fissato tra la 38a e la 39a settimana completate, ossia 7-14 giorni prima della data prevista per il parto, ponderando attentamente tra loro la maturità del nascituro (specialmente riguardo ai polmoni) e il rischio residuo di proseguire la gravidanza. Dato che in caso di chiara indicazione il parto cesareo diverrebbe un intervento d‘urgenza con relativo tasso di complicazioni elevato, la maggior parte dei professionisti ritiene che in questo frangente non sia opportuno attendere che inizi il travaglio. • In favore del parto cesareo programmato vi è tutta una serie di motivi medici e personali. Una piccola parte dei motivi medici è assoluta, ovvero si tratta di un intervento salvavita o in grado di prevenire malattie gravi per la madre e/o il bambino. Molti motivi medici sono relativi, per cui il parto naturale non è impossibile a priori, ma è associato a un rischio residuo più elevato per la madre e il bambino. Infine, vi sono circostanze in cui il parto cesareo non è motivato dal punto di vista medico, ma è desiderato dalla madre. A questo riguardo facciamo riferimento anche al rispettivo protocollo informativo della SSGO, disponibile al sito Web www.sggg.ch. • Motivi medici assoluti (imprescindibili) • Placenta previa (la placenta copre in parte o completamente l‘orifizio uterino interno). • Presenza nell‘utero di cicatrici, conseguenti a interventi chirurgici, che possono causare un indebolimento della muscolatura. • • • • • • Precedente taglio cesareo mediante incisione longitudinale. Posizione anomala del nascituro, che non consente un parto naturale (p. es. posizione trasversale). Gravidanza gemellare in cui il primo gemello non è in posizione cefalica. Gravidanza multipla (tre o più gemelli). Tre o più tagli cesarei in precedenza. Forma anomala dell‘utero. Presenza di determinate infezioni attive nella madre: herpes genitalis (specialmente una prima infezione nelle ultime settimane di gravidanza), infezione da HIV con un numero di virus superiore a 50 copie/ml o in combinazione con un‘infezione da virus dell‘epatite C. Malattie gravi della madre e/o del bambino che in caso di parto naturale potrebbero presentare un peggioramento acuto. Motivi medici relativi (non imprescindibili) Con circostanze parzialmente buone: • Posizione podalica del nascituro. • Esecuzione di uno o due tagli cesarei in passato. • Dimensioni del bambino molto grandi in rapporto al bacino della madre. • Posizione trasversale o podalica del secondo gemello. • Blocco delle spalle del bambino in un parto precedente. • Presenza di una reinfezione da herpes. • Presenza di una malformazione congenita nel bambino. • Precedente gravidanza traumatizzan Con circostanze parzialmente incerte: • La partoriente ha paura di danni al bambino durante il parto e ritiene che il 7 parto cesareo sia per lui più sicuro La partoriente ha paura di lesioni alla propria integrità fisica e di alterazioni delle funzioni corporee (lesioni del pavimento pelvico o degli sfinteri vescicali e anali). Queste paure comprendono anche la compromissione della sessualità e della vita di coppia. Paura dei dolori del parto. Preoccupazioni per lo stress fisico e/o psichico durante il parto. intensiva e anestesisti. Sulla base di questo consulto la gestante può poi prendere una decisione informata. A tutte le gestanti che hanno paura del parto deve essere offerto un servizio di consulenza particolare. Se in definitiva la scelta ricade sul parto naturale, si può essere sicuri che il team terapeutico si occuperà individualmente e in modo mirato delle esigenze della partoriente. Anestesia parziale (spinale) e generale (narcosi) Prima dell‘intervento la futura madre riceverà informazioni sulle possibili tecniche anestesiologiche, salvo che non si tratti di un intervento di estrema urgenza. Di regola viene eseguita un‘anestesia regionale nel midollo osseo (anestesia spinale). A questo scopo, tenendo la gestante sdraiata su un fianco o seduta, si esegue una puntura tra le vertebre inferiori della schiena e si inietta un medicamento. Il corpo della madre perde quindi la sensibilità per alcune ore nella zona al di sotto del torace. Durante questo periodo di tempo le gambe rimangono paralizzate, dando una sensazione che può essere spiacevole. Questa anestesia parziale risulta per la madre più sicura dell‘anestesia generale, migliora l‘esperienza del parto e fa sì che la puerpera possa stringere al petto il più presto possibile il suo bambino. L‘anestesia generale (o anestesia totale o narcosi) viene eseguita per la maggior parte solo in situazioni di emergenza o nel caso in cui l‘anestesia regionale non sia possibile per motivi medici. • • • Motivi di natura non medica per il parto cesareo programmato Levatrici e ginecologi che si confrontano con la domanda di un «parto cesareo su richiesta» devono comprendere i motivi di questo desiderio e cercare di informare dettagliatamente la paziente sui vantaggi e sui rischi associati. In particolare, le coppie che desiderano avere diversi bambini devono essere informate accuratamente del rischio di disturbi placentari in caso di future gravidanze (placenta previa o localizzata nella cicatrice del taglio cesareo). La scelta del tipo di parto deve essere presa sempre di comune accordo fra i partner. Se non è possibile, occorre rispettare il desiderio della madre che, in caso di bisogno, può consigliarsi con un‘altra persona. In situazioni ostetriche difficili, il caso viene discusso oggigiorno nel team formato da ginecologi, levatrici, medici del reparto di neonatologia 8 Come si svolge il parto cesareo? Il parto cesareo deve avvenire in sala operatoria in condizioni sterili. Ad eccezione delle situazioni di urgenza, la partoriente può essere accompagnata in sala operatoria da un‘altra persona, in genere dal padre del bambino. Durante l‘intervento chirurgico In primo luogo viene inserito un catetere vescicale, affinché la vescica sia vuota e non possa essere lesa durante l‘intervento chirurgico. Successivamente viene eseguita la disinfezione dell‘addome, una procedura che talvolta viene ancora percepita dalla madre. Per garantire l‘asepsi, tra la testa della partoriente e il campo operatorio viene teso un telo sterile. In tal modo né la madre né l‘accompagnatore (posto alle sue spalle) possono osservare direttamente l‘intervento. Per evitare infezioni e trombosi vengono somministrati antibiotici e anticoagulanti. Il ginecologo esegue poi a livello di addome inferiore un‘incisione cutanea di 12-15 cm, per lo più a decorso trasversale. Gli strati sottostanti (sottocute, muscolatura addominale, peritoneo e parete uterina) vengono oggigiorno per lo più solo divaricati e non incisi direttamente, per cui è possibile percepire una certa vibrazione. Il neonato viene estratto attraverso la parete addominale, eventualmente esercitando una pressione sull‘addome superiore, che può essere percepita nonostante l‘anestesia regionale. In genere il bambino viene al mondo nell‘arco di 5-10 minuti, mentre l‘intero intervento dura mediamente mezz‘ora. A questo punto il bambino viene preso in consegna dalla levatrice o dal pediatra, che lo asciugano e lo avvolgono in teli caldi. Se il neonato sta bene, viene portato alla madre ancora durante l‘intervento, affinché si possa realizzare rapidamente il contatto cutaneo, proprio come in un parto naturale. Nel frattempo viene chiusa la ferita chirurgica mediante sutura o graffatura della cute. . Dopo l‘intervento chirurgico Nella maggior parte dei casi la madre può tornare con il suo bambino nella stanza del reparto dopo poche ore. Può alzarsi, bere e mangiare già il giorno dell‘intervento. Dopo il parto cesareo la madre ha un gran bisogno di riposo, soprattutto qualora si sia trattato di un intervento di urgenza. Il catetere vescicale e l‘infusione vengono rimossi non appena la puerpera è in grado di alzarsi, ossia generalmente entro 24 ore. Contro i dolori vengono somministrati analgesici. Dopo il parto cesareo la permanenza in ospedale è mediamente di uno o due giorni superiore a quella dopo un parto naturale. Quando diventa necessario il parto cesareo d‘urgenza? Questo intervento viene condotto nelle situazioni seguenti: • quando l‘orifizio uterino non si dilata con le contrazioni uterine o la dilatazione è solo parziale e/o la testa del bambino smette di avanzare nel bacino (arresto del parto); • quando il tracciato cardiaco del bambino non è normale e i metodi di monitoraggio disponibili fanno temere un‘acidosi del sangue nel bambino; • quando si verificano emorragie gravi durante il parto.. 9 Parto naturale e taglio cesareo a confronto Questo capitolo si rivolge alle future madri che desiderano informarsi in dettaglio sulle conseguenze del parto naturale e del parto cesareo sulla madre e sul bambino. Facciamo presente che i cosiddetti rischi residui sono in generale bassi o addirittura minimi. In nessun caso si dovrebbero nutrire paure infondate e perdere l‘ottimismo. Quali sono i rischi per il bambino? Sia la mortalità neonatale sia il rischio di lesioni gravi quali emorragia cerebrale e lesioni ai nervi sono molto bassi, aggirandosi nell‘ordine di grandezza dell‘uno per mille. Rischi lievemente più elevati sono associati ai parti naturali difficoltosi e ai parti cesarei d‘urgenza. Quali sono i rischi per la madre? Non esistono dubbi sul fatto che la mortalità della madre sia molto bassa e non dipenda dal tipo di parto. Anche riguardo a dolori nel puerperio, formazione di trombi in presenza di profilassi antitrombotica e depressione post-partum non si rilevano differenze, e lo stesso vale per la frequenza del prolasso uterino e per la vita sessuale dopo il parto. «Il parto naturale dovrebbe essere la regola e il parto cesareo l‘eccezione.» Con il parto naturale la permanenza in ospedale è meno prolungata e si osservano meno infezioni e complicazioni anestetiche. La madre può allattare più frequentemente che dopo il parto cesareo, sebbene gli studi sull‘argomento non distinguano tra parto cesareo programmato e d‘urgenza. Il taglio cesareo programmato presenta in genere minori emorragie, trasfusioni di sangue e complicazioni chirurgiche. L‘incontinenza urinaria (perdita involontaria di urina) è meno frequente, ma questa differenza diminuisce con l‘età e il peso della madre, nonché con l‘aumentare del numero di figli. L‘incontinenza fecale è generalmente un‘eventualità rara, più frequente dopo parti naturali difficoltosi e parti cesarei d‘urgenza. 10 Nei parti cesarei prima della fine della 38a39a settimana di gravidanza, il neonato soffre più spesso di difficoltà respiratorie, che possono rendere necessario un trattamento in incubatrice ed eventualmente il trasferimento in un reparto di neonatologia intensiva. Quali sono i rischi in caso di future gravidanze? Nel complesso, le donne che sono state sottoposte a parto cesareo hanno successivamente meno gravidanze. Al momento non è chiaro se il fenomeno dipenda dalle conseguenze del parto cesareo o sia associato alla pianificazione familiare. Il tasso di nati morti dopo parto cesareo non è superiore. Dopo questo tipo di parto la placenta può svilupparsi troppo in basso nella parete uterina e/o nella cicatrice del taglio cesareo, potendo così causare emorragie e rendere necessaria l‘asportazione dell‘utero. gynécologie suisse iè una società specialistica innovativa che si è posta come obiettivo di promuovere in Svizzera la ginecologia e l‘ostetricia dal punto di vista scientifico, pratico ed etico. gynécologie suisse applica le proprie conoscenze, capacità ed esperienze per assicurare la salute delle donne, perseguendo con atteggiamento vigile il progresso medico e ponendo standard per nuovi metodi terapeutici. Impressum gynécologie suisse, Società Svizzera di Ginecologia e Ostetricia Per ulteriori informazioni: www.sggg.ch