Vom Efeu lernen – Imparare dall’edera.
Rede zur Grünen Landesversammlung am 1. Februar 2014
Liebe grüne FreundInnen, care, cari
verdi,
nach 10 Monaten Pause im
Vorsitzenden-Amt bewerbe ich mich
nun, auf Aufforderung des Vorstands
hin, wieder um dieses Amt.
Meinerseits glaube ich, dass es eine
enge Verbindung zwischen Partei und
Landtagsfraktion braucht. Wir wollen
synergisch arbeiten und keine
Parallelstrukturen aufbauen. Ich
betone aber auch, dass ich bereit bin, dieses Amt 2 Jahre auszuführen, nicht länger. Lo faccio con
spirito di servizio e con l’obbiettivo di preparare il campo a un’altra donna che dovrà, potrà
assumere questo ruolo tra 2 anni.
Ich glaube, dass die VGV eine politische Führung brauchen, es soll eine sanfte Führung sein, ma
precisa, forte, chiara.
3 Dinge liegen mir am Herzen.
1. Welche Politik ich mir wünsche.
2. Welche Grünen ich mir vorstelle.
3. Welchen politischen Stil ich mir vornehme.
Ad 1 - Welche Politik ich mir wünsche oder Welche Politik braucht das Land?
Siamo all’opposizione, si sa. Volevamo percorrere un’altra strada, noi eravamo pronti, loro no.
Un’opposizione che ci chiede alcune cose.
1. Opposizione a chi? A un presidente che cerca di evitare superficie di aggressione. Che cerca
sempre di tirarti dalla sua parte per evitare i conflitti. Che usa un linguaggio verbale e corporeo
che sembra molto moderno e in rottura col passato ma che se vai a vedere da vicino è in parte
più conservatore di chi lo ha preceduto. Con gentilezza, però… Avrete letto che sulla scuola
plurilingue (che si ostina a definire “gemischt”, rubando il termine ai populisti di dx) ha detto
che bisogna stare attenti perché prima i bambini devono imparare il Hochdeutsch. Roba
dell’età della pietra, davvero! Sul mio profilo FB non a caso si sono indignate scrittrici, ispettrici,
giornalisti…
2. Die Entzauberung wird wahrscheinlich schneller gehen als erwartet. Trotzdem. Der Wunsch
nach Erneuerung ist groß und auch unter den kritischen grünen Geistern gibt es viele, die an das
Gute glauben möchten und für unser Land wollen wir das auch. Vor allem wollen wir es immer
dann zulassen, wenn es echt und glaubwürdig ist.
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3. Man wird uns am Ende dieser Legislatur sicher dran messen, ob wir auch genau aufgepasst
haben und unsere Kontrollfunktion nachgekommen sind. Das liegt in unserer DNA und da gibt
es eine hohe Tradition in der grünen Landtagsfraktion. Man wird schauen, ob wir uns unsere
gesunde Skepsis bewahrt haben, uns nicht haben einlullen vom Charme der – oft auch etwas
oberflächlichen – Dialogangebote.
4. Man wird uns aber auch und vor allem dran messen, wie sehr wir die angekündigte
Konsenskultur zu nutzen gewusst haben.
Dazu braucht es
a) politische Klugheit und Strategie. Wir müssen kleine Zahnräder ausfindig machen, mit denen
wir in den Gang der großen Maschinerie eingreifen können. Im politischen Alltag heißt das, auf
Beschlussanträge und Gesetzesentwürfe (in Freudscher Verfehlung hatte ich in der ersten
Version Gesetzes-Vorwürfe geschrieben! ;-) zu setzen, auf Möglichkeit der sachbezogenen
Zusammenarbeit, auch Allianzen und auf ein geschicktes Nutzen der öffentlichen Meinung.
b) Vertrauen. Das ist das Schwierigste – kommen wir doch von einer mehrtausendjährigen
Kultur der, wenns gut geht, politischen Diskussion [also NICHT des Dialogs], in der sich
Mehrheit und Minderheit gegenüber stehen und die vorgegebene Inszenierung durchspielen.
und c) klare Ideen und Vorstellungen, welche Rolle wir einnehmen sollen, auf welche Themen
wir setzen wollen und wo wir die Richtung vorgeben können.
In diesem Sinne sehe ich uns Grüne (also bin ich beim 2. Punkt)
1. als WächterInnen der Mehrsprachigkeit und des Zusammenlebens in diesem Land, mit
Blick auf alle, die hier leben und als einzige, die einen inklusiven Ansatz pflegen.
Raccontavo in campagna elettorale che siamo
- gli unici a fare riunioni bilingue
- gli unici a scrivere tutti i CS bilingue (infatti arriviamo sempre un po dopo)
- gli unici a confrontarci realmente con le diversità culturali
- gli unici a farlo nel pieno rispetto delle diverse culture, a farlo con curiosità e, si, lo voglio
dire, con amore per ciò che è diverso.
Interethnisch oder wie auch immer, heißt NICHT, eine/n oder ausreichend KandidatInnen
für „unsere Italiener“ aufzustellen. Das hat auch der PD bei den letzten Wahlen versucht,
erfolglos.
Interkulturell, das ist keine transitive Haltung
(ich fordere DICH, ich fördere DICH) und auch
keine intransitive (mit der sich moderat-offene
Kräfte oft brüsten: ich mache Vorschläge FÜR
DICH, oder auch MIT DIR) - sondern eine
reflexive Haltung (WIR beziehen uns
AUFEINANDER).
Das ist die Grammatik des Zusammenlebens,
die wir Grüne seit Jahrzehnten propagieren,
untersuchen und nun auch wieder verstärkt experimentieren und leben.
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2. als einzige, die einen offenen, modernen, progressiven und partizipativen Kultur- und
Bildungsbegriff haben und hier eine ganze Reihe von Vorschlägen einfach aus unserer
Praxis liefern und erarbeiten können
3. als einzige, die einen ganzheitlichen Gesundheitsbegriff haben und die von den rellen
Bedürfnissen von Frauen und Männern ausgehen und diese Sicht in ein total strukturell
gedachtes Gesundheitssystem einbringen können. Die Gesundheit der Tiere (ich erinnere
daran, dass Bioland Deutschland heuer den Themenschwerpunkt auf das Tierwohl setzt)
eingeschlossen.
4. als einzige, die diese ganzheitliche Sicht auf sektorialisierte Bereiche wie Wirtschaft,
Arbeit, Soziales einbringen können. Monika hat mich erst vor kurzem wieder auf die
Pioniersdenke von Rudolf Steiner aufmerksam gemacht, der in seiner sozialen
Dreigliederung die drei Ideale der französischen Revolution solidarisch umgedacht hat
(heute würde man sagen ökosozial). Dann wird man erkennen, daß das Zusammenwirken
der Menschen im Wirtschaftsleben auf derjenigen Brüderlichkeit ruhen muß, die aus den
Assoziationen heraus ersteht. In dem zweiten Gliede, in dem System des öffentlichen
Rechts, wo man es zu tun hat mit dem rein menschlichen Verhältnis von Person zu Person,
hat man zu erstreben die Verwirklichung der Idee der Gleichheit. Und auf dem geistigen
Gebiete, das in relativer Selbständigkeit im sozialen Organismus steht, hat man es zu tun
mit der Verwirklichung des Impulses der Freiheit.
Man gibt uns ja auf allen Seiten Recht! Schaut euch nur um! 2010 haben wir als erste
politische Kraft von den Transition-Bewegung gesprochen, vor 10 Tagen lauschte das
gesamte politische Establishment in Goldrain dem Vortrag über Gemeinwohlökonomie und
Lokalwährung! Wachstumskritik ist ebenso in die Stuben der Macht vorgedrungen wie der
Verdacht, dass Vollbeschäftigung utopischer sein könnte als ein Grundeinkommen. Von
sanftem Tourismus und ökologischer Landwirtschaft NICHT zu reden, ist auch für
hartnäckigste Haie nicht mehr möglich – wenn wir dann auch erleben, dass im konkreten
Fall Raubbau, Überrumpelungstaktik und Ausbeutung der Natur den Vorzug erhalten.
5. als jene, die auf unseren klassischen Kernbereichen Umwelt, Energie und Mobilität als die
kompetenteste Kraft und als erste Ansprechpartner angesehen werden.
6. als jene, die innerhalb der progressiven Arena als innovativ und vertrauenswürdig zugleich
gesehen werden, innovativer als andere Mitte-Links-Kräfte und als sicherheitsträchtiger als
etwa schreiende Emperimentierer, wenngleich sie Umweltthemen oft radikaler und
populistischer rüber bringen als wir es imstande sind.
7. schließlich als jene, die auch in Sachen Autonomie innovativ und verlässlich zugleich zu
sein haben. Ich möchte hierzu nicht allzu viel sagen, denke, dass hierzu noch während der
Podiumsdiskussion Raum sein wird. Sull’autonomia però voglio anticipare solo un motto
che potrebbe guidarci: NON MENO DEL SINODO! L o spiegherò dopo.
Siamo forti in questo momento, forse più forti che mai. E dobbiamo usare, far fruttare questa
forza e la nostra “biodiversità” al nostro interno per affrontare le sfide, il lavoro che ci attende.
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A partire dal Referendum del 9 febbraio per il quale abbiamo accolto sui nostri manifesti la
rabbia e l’indignazione dei cittadini di fronte a un’arroganza da maggioranza fossilizzata che si
è espresso soprattutto nella modalità in cui la SVP si è votata la legge la primavera scorsa.
Ma ci saranno elezioni comunali, 2 tranche, 1 già adesso e la più grande l’anno prossimo.
Dobbiamo puntare ad offrire un’alternativa eco-sociale in molto più comuni rispetto al
momento attuale, non per affermare il nostro marchio, ma perché le persone, i cittadini e le
cittadine ce lo chiedono. Ma dobbiamo farlo, partendo dal basso, dalla rete di persone VOR
ORT, e dobbiamo fare un’azione di Empowerment. La dobbiamo studiare bene, questa, perché
non è facile. Molte liste civiche sono vissute negli ultimi decenni, di persone impegnatissime,
che hanno dato tutto di se stesse e ora sono magari stanche e hanno bisogno di un sostegno
dalle generazioni più giovani.
Hier sehe ich die wirklich größte Herausforderung für unser Mandat, Giorgio, wenn uns die LV
es uns denn geben wird. Und hier brauchen wir die Hilfe von allen und ich rufe euch jetzt
schon auf, BotschafterInnen dieses Anliegens und Headhunter zugleich zu sein. Ab jetzt. Die
Zeit bis zu den Wahlen 2015 geht schnell herum und wir brauchen erfahrene Kräfte und neue
Frische zugleich.
Die Europawahlen im Frühjahr werden uns Arbeit bringen, aber sie sind vergleichsweise
steuerbar. Trotzdem müssen wir auch hierzu sofort eine Strategie überlegen, um eine
Anbindung an die grüne europäische Gemeinschaft möglichst erfolgreich zu gestalten.
3 - Abschließend noch die Frage zum Stil. Der neue politische Stil in unserem Land wird
regelrecht herbeibeschworen und ich dachte daran, dass wir auch in dieser Hinsicht innovativ
sein müssen.
Die Zeit, in der die erste Triebfeder der Umweltpolitik die ANGST war, ist definitiv vorbei. Mit
Waldsterben und nuklearer Bedrohung wurde die Umweltbewegung geboren, heute sind wir
einerseits zu abgestumpft, leiden unter Gewöhnung, andererseits ist die Angst immer ein
Verhinderer von Veränderung. Angst lähmt. Angst langweilt, Angst erzeugt Unmut.
Und auf lange Sicht führt ein politischer Diskurs, der auf Angst und Verhinderung setzt, zu
einem Neinsager-Image, das auch dann haften bleibt, wenn man schon längst zum Vorschlagen
übergegangen ist. Ich glaube, dass wir auf dieser Grundlage eher auf das Konzept des Schönen,
des Positiven setzen sollen. Michil macht das schon lange vor. Auf das, was wir zu gewinnen
haben, nicht auf das was wir verlieren könnten. Pepe Kühebacher hat es im Wahlkampf in
Innichen gesagt: Den Erfolg der Grünen sieht man meistens dann, wenn man etwas nicht sieht.
Setzen wir also auf Ressourcen statt auf Defizite. Auf Leichtigkeit, nicht auf Schwere. Auf ein
Lachen, nicht auf den erhobenen Zeigefinger.
All das waren übrigens die Hintergrundüberlegungen unserer Wahlkampagne der
Landtagswahlen, mit der wir so erfolgreich waren. Von daher gibt es bereits Bestätigung, dass
dies der richtige Kurs ist.
Und wenn wir eine „negative“ Triebfeder brauchen – denn manchmal ist auch diese nötig,
dann sollten wir uns niemals für Angstmache entscheiden, sondern wenn schon für die
gesunde Empörung, die schon oft am Beginn von Engagement und Zivilcourage gestanden hat.
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Impegno e coraggio civile, Innovazione e affidabilità, il tutto portato avanti con spirito
costruttivo e leggerezza – ecco i Verdi che vorrei, nei prossimi anni guidare insieme a Giorgio
se volete.
Ho dimenticato una cosa. Come Verdi credo che abbiamo una perfetta maestra. La natura.
Perché non orientarci, nelle nostre scelte, seguendo la natura?
Guardiamo la crescita. Vediamo che gli organismi che hanno puntato tutto sulla crescita (i
dinosauri) si sono estinti. Impariamo allora!
Guardiamo l’evoluzione delle specie. Un tempo si pensava, che sopravvivesse il più forte. Ora si
sta capendo che sopravvive chi è più capace a cooperare. Impariamo allora!
Guardiamo anche, come suggerisce la poesia, l’edera e impariamo da essa. Bisogna essere
verdi, rapidi e caparbi nel restare attaccati a quello che si vuole raggiungere.
So können wir lernen von der Natur. Wenn die SVP-ler von Demut sprechen, wenn sie ein Amt
annehmen, dann meinen sie vielleicht etwas anderes. Für mich heißt es dies. Lernen von dem,
was ist und was Bestand hat und wissen, wie Gandhi sagt, was die eigene Bestimmung ist. Und
den Kopf offen halten für neues Ranken.
Darauf freu ich mich im Verbund mit euch.
Brigitte Foppa
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Sprecherin - Verdi